Skindred
Live in der Essigfabrik

Konzertbericht

Billing: Crossfaith, Deadly Circus Fire und Skindred
Konzert vom 20.11.2013 | Essigfabrik, Köln

Skindred

Junge, Junge! Da hat sich Köln an einem Mittwoch Abend aber nicht lumpen lassen und strömte in Mengen in die Essigfabrik, um sich eine Ladung metalischen Crossover abzuholen. Denn mittlerweile hat sich wohl herumgesprochen, dass SKINDRED live selbst denen Spass machen, die sie auf Platte eher mau finden. Bevor der Headliner jedoch zum Dubtänzchen bittet, gibt es erst einmal zwei Supports, die es ganz schön in sich haben.

Bereits die Briten DEADLY CIRCUS FIRE überzeugen trotz des schrecklichen Namens die fast vollgestopfte Halle mit ihrem gelungenen Zirkus Make Up, einer engagierten Show und irgendwas zwischen Metal, Nu Metal und leichten Prog Einflüssen. Funktioniert für die Anwesenden scheinbar ganz gut.

Es folgt ein Gig, der gar nicht mehr polarisieren könnte. „We are the furure!“ ertönt es vom Sampleband und schon krachen CROSSFAITH aus Japan eine Ladung Trancecore auf das Publikum. Bei den Damen sorgt der sexy Haufen mit mehr Rockstargepose, als es Axl Rose in seinen besten Jahren für feuchte Höchschen – bei den Metalheads für unüberwindbaren Brechreiz. Seien wir fair – die Band weiß absolut was sie da macht. Man hört keinen einzigen Verspieler, der Sound ist super und an Stageacting kommt selbst der Headliner kaum heran. Natürlich ist dieser durchgestylte Haufen aus der Disco für 99 % aller Metaler die absolute Hölle – ihre großartige Show verdient jedoch jeglichen Respekt. So sieht man das Publikum bald auf der Seite des Fünfers. Selbst das Hinsetz-Spielchen macht man brav mit – ist bei so viel Engagement auf der Bühne ja auch irgendwie Pflicht. Den schrecklichen Kitsch-Faktor kann man aber selbst mit viel Wohlwollen nur schwer verdauen. Faszinierend anders, diese Asiaten.

Gewohnt gut sind dagegen die Manen um den durchgeknallten Benji Webbe. Die Frontsau mit einer einmaligen Ausstrahlung zeigt sich auch heute Abend in Topform und zeigt erneut, dass er die Essenz der Band ist. Ein SKINDRED Gig ist immer eine Mischung aus Hip Hop, Reggae und Metal. Und so mosht, tanzt, wippt und groovet die Essigfabrik zu Hits der Marke ‚Nobody‘, Game Over‘, ‚Stand for Something‘ oder Material vom neuen ALbum „Kill The Power“. Der Sechssaiter Mikey Demus haut seine Riffs in gewohnter Vollbart/Kaputzenpulli/Sonnenbrille Montur heraus – ansonsten ist der Sänger der absolute Mittelpunkt des Bühnengeschehens. Seine Sticheleien gegen den Keyboarder wirken etwas unpassend und lassen durchscheinen, dass hinter dem gutgelaunten Rastaman vermutlich ein eiskalter Bandtyran steckt. Das ändert natürlich nichts daran, dass SKINDRED mal wieder einen komletten Sieg einfahren – die Jungs sind nun mal eine Hüpfburggarantie. Und so bewahrheitet sich die Textzeile „Nobody gets out of dis ya pit alive“ zu 100%. Guter Mittwoch.

 

25.11.2013

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