
Wacken Open Air 2026
- Geburtstag mit 90.000 Gästen
Konzertbericht

Meet & Greet bei den Rendsburger Wacken-Fans – Wacken Open Air 2026
SAMSTAG
Auf den Plakaten hatten sich HEAVYSAURUS das hehre Ziel gesetzt: 80.000 Fans zum Dino-Metal. Das gelingt ihnen am Samstagmorgen um 11.30 Uhr zwar nicht ganz, doch das Infield um die Hauptbühnen ist zum Start der Dinos ordentlich gefüllt. Zuvor werden Hinweise dazu gegeben, wo die ganz Kleinen gemeinsam tanzen können und wo man sich versammelt, sollte jemand verloren gehen. Das Konzept wirkt schlüssig, wobei sich, ganz davon abgesehen, auch viele Erwachsene ohne Nachwuchs das Spektakel nicht entgehen lassen wollen.
Tatsächlich gelingt es HEAVYSAURUS im Folgenden, die Interessenshorizonte hervorragend zu vereinen, sodass durch die vielen klassischen Riffs und den satten Sound sowohl die Jungen als auch die Alten zum Grinsen animiert werden. Die fast schon theatralischen Zwischenspiele, bei denen sich die verschiedenen Dino-Protagonisten gegenseitig foppen oder es ausgerechnet diese Spaßtruppe hinbekommt, den Gemeinschaftsgedanken der Metalszene in richtige Worte zu packen, tun schließlich ihr Übriges. Zu Songs wie „Pommesgabel“ kann man zu früher Uhrzeit dankbar mitwippen.
… und alle machen die Pommesgabel!
Auf dem Weg zu LAMB OF GOD führt der Weg noch einmal an den unzähligen Merchandiseständen vorbei, bei denen Werbeprodukte wie Holy entweder zum Testen verteilt werden oder man für eine kostenfreie Basecap 30 Liegestütze oder eine Minute lang eine Plank-Position durchhalten muss. Nachdem sich der Vordermann bei Ersterem dermaßen abmüht und unter der Last des Vortagesalkoholeinflusses bei 28 zusammenbricht, entscheiden wir uns gegen diese Herausforderung. Die Cap gibt’s für den tapferen Helden trotzdem. Unterdessen machen die Modern-Metaller einen stattlichen Eindruck, der eine gute Verbindung zwischen prolliger Assigkeit und durchaus versiertem Riffing schafft. Dadurch wird die Band aus Richmond, Virginia, auch längst nicht so schnell langweilig und kann aus einem abwechslungsreichen Repertoire schöpfen.

Lamb Of God – Wacken Open Air 2026
Wer noch immer glaubt, dass man die Australier von AIRBOURNE bei ausreichender Kenntnis ihrer ikonischen Landsmänner von AC/DC nicht kennen bräuchte, der hat zumindest noch keine Liveshow der Mannen um Frontmann Joel O’Keeffe gesehen, denn die ist vor Energie bis an den Anschlagspunkt zur Explosion aufgeladen. Mit freiem Oberkörper kommt der sympathische Sänger und Leadgitarrist auf die Bühne gestürmt und hat das Publikum, trotz oder vielleicht gerade wegen der klaren Songstrukturen, direkt im Griff. Die Aussies zeigen sich tanzbar und gleichzeitig mit dem notwendigen Pensum Härte. Auch driften sie im Laufe der Show nicht in Gleichförmigkeit ab, gerade weil O’Keeffe in den richtigen Momenten wieder enormen Dampf macht.

Airbourne – Wacken Open Air 2026
Eigentlich wollen wir uns lediglich bei Hot Shot Records noch mit der einen oder anderen Vinyl eindecken und an der benachbarten Louder-Stage vorbeigehen, doch die ersten druckvollen Elemente von THY ART IS MURDER lassen uns schließlich die komplette Show verweilen, da der übermächtige Mix aus Deathcore und noch ausreichend Death-Metal-Background direkt positiv aufs Gemüt schlägt. Seit Kurzem ersetzt Rapper Jerry Grimefeld, der laut eigener Aussage erstmals in Deutschland ist, Tyler Miller am Mikrofon. Dass es ihm das ganz besonderen Spaß macht, bringt er glaubwürdig rüber, denn über das gesamte Set springt er agil über die Bühne und animiert das Publikum zur Beteiligung, inkl. einem „Who The F. Is Jerry Grimefeld?“-Shirt.
Party On!
Am Samstagabend schauen einige der Redaktion noch einmal auf einen Absacker bei MASCHINES LATE NIGHT SHOW vorbei – und landen mitten in einem Wacken-Moment, der sich kaum besser zusammenfassen lässt: ein bisschen Talk, viel Chaos und jede Menge gute Laune. Auf der Welcome To The Jungle Stage bittet Maschine die ganze Wacken-Woche über seine Gäste zum unterhaltsamen Schlagabtausch. Ob Wacken-Mitbegründer HOLGER HÜBNER, Stagemanager MUTZ, HÄMATOM, Entertainer EVIL JARED oder die Bürgermeisterin von Wacken: Getrunken wird mit allen, gesabbelt wird über alles. Hier bleibt garantiert niemand nüchtern – zumindest nicht, was die Stimmung angeht.
Ein Schnaps hier, eine spontane Geschichte dort und eine Seifenblasen-Maschine, die beweist, dass Maschine längst nicht die einzige Maschine auf der Bühne ist. Wenn schließlich das Karaoke-Mikrofon für alle freigegeben wird, verwandelt sich die Late-Night-Show endgültig in eine wilde Mischung aus Metal-Treff, Stammtisch und Party-Experiment. Ein bisschen „Kneipe-um-die-Ecke-Feeling“. Und das bei einer Veranstaltung mit tausenden Metalheads.
Wenn auf dem Holy Ground langsam wieder Ruhe einkehrt, die letzten Töne verklungen sind und sich die Festivalbesucher:innen auf den Heimweg machen, bleibt vor allem eines: das Acker-ich-war-dabei-Gefühl. Vier Tage voller Metal, Schweiß und unvergesslicher Momente liegen hinter uns – und genau das macht Wacken aus. Die Erinnerungen an laute Nächte, große Bands und kleine Geschichten am Wegesrand werden noch lange bleiben. Und so heißt es auch 2026 nicht wirklich Abschied, sondern nur: Bis zum nächsten Mal. Wir sind uns sicher, wir haben Wacken noch nicht durchgespielt, also eindeutiges Fazit: Nach Wacken ist vor Wacken – Party On!

Meet & Greet bei den Rendsburger Wacken Fans – Wacken Open Air 2026
Interessante Alben finden
Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38786 Reviews und lass Dich inspirieren!
Judas Priest, Lacuna Coil, Savatage, Saxon, Def Leppard, Lamb Of God, Castle Rat, Heavysaurus, Airbourne, Hämatom, Heaven Shall Burn und Spectral Wound auf Tour
| 09.10.26 | Hämatom - GAGAMANIA Tour 2026HämatomL.A. Eventhalle, Cham |
| 10.10.26 | Hämatom - GAGAMANIA Tour 2026HämatomL.A. Eventhalle, Cham |
| 16.10.26 | Hämatom - GAGAMANIA Tour 2026HämatomStadthalle Offenbach, Offenbach am Main |
| Alle Konzerte von Judas Priest, Lacuna Coil, Savatage, Saxon, Def Leppard, Lamb Of God, Castle Rat, Heavysaurus, Airbourne, Hämatom, Heaven Shall Burn und Spectral Wound anzeigen » | |
metal.de Redaktion 
































Kommentare
Sag Deine Meinung!