1349 - Liberation

Review

Galerie mit 19 Bildern: 1349 - Outstrider 2020 European Tour in Mannheim

Ach herrje… das war eigentlich mein erster Gedanke, als ich die CD in meinen Player stopfte und auf Play drückte. Was ist das denn? Zugegebenermaßen war ich schon gespannt, was 1349 auf ihrer full-length bieten würden… aber so? Erst mal langsam: Legt man die Platte ein, dann kommt zuerst ein kleines Intro, welches die Töne eines Schlaghammers o.ä. präsentieren. Wenn dann nach gut 40 Sekunden die Drums (gespielt von Satyricons Frost) einsetzen, dann muss man schon erstmal schlucken, denn der Sound ist wirklich EXTREM klirrend und scheppernd. Die alten Zeiten lassen grüßen – aber wie! Leider kommen deswegen alle Instrumente eher dünn und absolut nicht bombastisch herüber, aber man ist ja schon vieles gewohnt. An heutigen Standards hielten sich die Norweger jedenfalls keinen Deut, sondern scheinen noch irgendwo in den Anfangstagen von Darkthrone oder Mayhem zu wandeln. Das ganze Gebräu fällt verflucht schnell aus, denn die Drums legen ein Tempo vor, das die Gitarren kaum einholen können. Dies kommt mir in den sehr schnellen Parts manchmal wie ein Katz- und Mausspiel vor und wirkt auf die Dauer ermüdend. Hier wären weniger Blastbeats doch mehr gewesen. Nach ein paar Durchgängen fallen mir in dem scheppernden Soundbrei aber auch ein paar echt dufte Songstrukturen auf, die bei dem ersten Probehören völlig untergehen. Da wäre nämlich z.B. „Riders Of The Apocalypse“, welches, trotz heftiger Blastbeats, noch ziemlich abwechslungsreich geworden ist und auch mit schleppenden Parts aufwarten kann. Da reiht sich auch „Satanic Propaganda“ ein, denn hier können erfreulicherweise auch mal sachte Songstrukturen ausfindig gemacht werden. Mein Favorit ist „Legion“, denn dieser kommt locker herüber und besticht durch seine eingängige Instrumentierung. Man muss mit dieser Platte erstmal warm werden und trotz anfänglichen Widerstands mit der CD im Player ausharren, aber dann wird man mit einer klasse Mixtur aus norwegischer Kälte und dem Spirit des frühen Black Metal belohnt. Für die breite Black-Metal-Masse ist dies sicherlich nichts, wer jedoch die alten Zeiten vermisst, wird hier voll und ganz zufrieden sein.

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23.04.2003

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4 Kommentare zu 1349 - Liberation

  1. grimm sagt:

    ich kenne das teil zwar noch nicht, aber man muss hier einfach mal ein lob für die korrekte handhabung black metal würdiger produktion aussprechen: ONE MILLION NAILS IN THE FUCKING FACE OF THE RIDICULOUS WEAK MELODIC BLACK METAL SHIT!!!

    10/10
  2. Anonymous sagt:

    wow, wasn hammer! absolut kalte und rohe produktion, drums sehr scheppernd, gitarren bienenschwarm. alles extrem verzerrt (auch gesang). vergleichbar mit odhinn – the north brigade, allerdings musikalisch viel eingängiger und geradliniger. erinnert mich stellenweise von den strukturen und der komplexität her auch an cadaver inc. ("discipline"). allerdings muß man schon genau hinhören, um alle details mitzubekommen. ich finde das ganze ziemlich abwechslungsreich: knifflige riffs, vieleviele breaks, tempowechsel, von schleppend über holpernd zu rasend. geil. allein das drumming von herrn frost ist die cd wert. als bonus gibts noch einen geilen mayhem-coversong ("buried by time and dust"). ich kann die cd jedem anhänger des rohen norwegischen technischen black metals empfehlen. absolut genial!

    10/10
  3. sascha sagt:

    Beyond The Apocalypse is besser! bessere (wenn auch immer noch schlechte) Produktion und bessere Songideen!
    Aber diese CD ist auch ziemlich gut!

    7/10
  4. sick god sagt:

    Man ziehe die Kritiken im Review ab und schon erhält man meine Begründung für die 9 Punkte. Einen Punkt weg, weil die Produktion wirklich ziemlich scheppert (aber um ehrlich zu sein habe ich auch schon andere Alben gehört, bei denen ich mir so ein Produktion noch gewünscht hätte).

    9/10