1349 - Massive Cauldron Of Chaos

Review

Galerie mit 17 Bildern: 1349 auf dem Summer Breeze Open Air 2017

Inzwischen sieht man 1349-Veröffentlichungen, wenn man die Band an sich ganz gerne hört, ja doch ein wenig bibbernd entgegen. Und das nicht nur, weil die Riffs so eisig und die Drums so frostig (höhö) sind. Nein, die Norweger tun es ihren Landsleuten MAYHEM auf eine Weise gleich: Sie veröffentlichen konsequent, wonach ihnen ist. Das hat sich am deutlichsten beim 2009er-Diskografie-Exot „Revelations Of The Black Flame“ niedergeschlagen. Wie viel Freunde der früheren Werke sich da die Haare gerauft haben, statt sie zu schütteln! Mit dem schon ein Jahr später erschienenen Nachfolger „Demonoir“ wurde der Kurs wieder gen Black Metal gerichtet, das Experimentelle hat man aber beibehalten, indem der Hörer unzählige Male durch atmosphärische Tunnel gelangweilt wurde. Für Album Nummer sechs haben sich 1349 deutlich mehr Zeit gelassen. Dass man das auf ganz positive Weise hört, verdeutlicht schon die Wertung.

Wo lässt sich „Massive Cauldron Of Chaos“ also einordnen? Ohne Frage sehr viel näher an „Hellfire“ und allen Veröffentlichungen davor als an den beiden direkten Vorgängern. Trotzdem blitzen sowohl „Demonoir“- als auch „Revelations“-Erinnerungsfetzen auf, letztgenannte beispielsweise in Form eines rockigen Start-Riffs in „Mengele’s“ – nur mit dem Unterschied, dass der instrumentale Black Metal immer die Oberhand hat. Da ist die heftige „Hellfire“-Stimmung in „Exorcism“ schon bezeichnender. Aber auch charakteristisch, denn hier beweisen 1349, dass sie längst einen eigenen Klang kreiert haben, der sie von anderen Bands abhebt. Soundtechnisch präsentiert sich „Massive Cauldron Of Chaos“ trotz aller Kälte deutlich erdiger und wärmer, gerade im Vergleich mit dem sehr mechanischen Sound von „Hellfire“. Setzt man den Vergleich jedoch bei „Beyond The Apocalypse“ und vor allem beim 2003er-Debüt „Liberation“ an, stellt man fest, dass aus der einst schnarrenden Rohheit inzwischen eher ein Schnurren geworden ist. Gemessen an manch klinischem Rotz, der heutzutage so auf Platte gebannt wird, klingt „Massive Cauldron Of Chaos“ jedoch wunderbar organisch.

Diesmal halten sich 1349 gar nicht erst lange an atmosphärischen Quälereien auf. Ein kurzes Intro darf es aber sein: Das klingt, als würde sich ein mächtiges Tor öffnen, durch das dann auch gleich der erste Bienenschwarm samt typischem Riffing fliegt. Der zentrierte „Cauldron“-Gitarrenpart weckt richtig viel Laune auf mehr, dazu rattert die Doublebass. Black Metal, und zwar ungefiltert! „Exorcism“ überrascht durch Solo-Spielerei, die erneut von einem Doublebass-Teppich getragen wird. Nach einer gesprochenen Passage regiert ein mächtiger Groove und ein kurzes Bass-Solo sorgt für eine weitere Facette. „Postmortem“ beginnt thrashig, hält diesen Kurs auch im weiteren Verlauf, erinnert in der Mitte ganz stark an NOCTURNAL und baut sogar einen Flageolettton ein – die direkteste Black-Thrash-Nummer auf „Massive Cauldron Of Chaos“. Dann kommt eines der Album-Highlights. Zum bereits erwähnten schwarzrockigen Auftakt von „Mengele’s“ gesellt sich Schlagzeugknüppelei, das Stakkato-Riffing ist ebenso wie die traditionelle Black-Metal-Melodielinie ein Hochgenuss. Weil die Gitarre auch hier Bock auf einen Solo-Ausreißer hat, kann der Track problemlos als Pate fürs gesamte Album stehen: 1349 agieren anno 2014 ungemein vielfältig, verlieren aber zu keiner Sekunde den Schwarzmetall-Fokus. Dazu passt auch das unverschämt kurze „Golem“, das wie eine Black-Metal-Grind-Nummer daherkommt, also überwiegend schnell, aber mit groovigem, ja beinahe stimmungsvollem Moment, der auch von ISVIND stammen könnte. „Chained“ und „Godslayer“ (mit sehr eindringlichen Vocals von Ravn) stehen den anderen Songs in nichts nach, beweisen, dass die Truppe aber sowas von in der Lage ist, extrem gute Riffs zu schreiben, und beschließen ein fantastisches Album, das viele so ganz sicher nicht (mehr) von 1349 erwartet haben.

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26.09.2014

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