Alice Cooper - A Paranormal Evening With Alice Cooper At The Olympia Paris

Review

Unglaubliche 50 (!!!) Jahre umspannt inzwischen die Karriere von Altmeister ALICE COOPER und er scheint nicht müde zu werden. Beständig werden neue, gutklassige Studioalben veröffentlicht, immer wieder Touren gespielt, daneben gibt Mr. Vincent Furnier auch noch mit den HOLLYWOOD VAMPIRES Konzerte. Er altert in Würde und könnte sich jederzeit wohlverdient und mit Respekt in den Ruhestand versetzen. Zum Glück für uns alle sieht es aber noch immer nicht danach aus und der goldene Karriereabend geht weiter. Nun veröffentlicht ALICE COOPER ein neues Live-Album: „A Paranormal Evening With Alice Cooper At The Olympia Paris“ als Doppel-CD.

Der Horror-Rock-Urvater gibt auch live weiter Gas – „A Paranormal Evening With Alice Cooper At The Olympia Paris“

Am 7. Dezember 2017 spielten ALICE COOPER ihren letzten Konzertabend der „Paranormal“-Welttournee im berühmten Olympia Theater in Paris. Wie das so ist bei langgedienten Bands – man hat ein echtes Luxusproblem, einen mehr oder weniger repräsentativen Querschnitt seines umfangreichen Schaffens zu bieten. ALICE COOPER ist da bei „A Paranormal Evening With Alice Cooper At The Olympia Paris“ ein ganz guter Kompromiss gelungen, irgendwas fehlt doch eigentlich immer, aber die wichtigsten Killersongs sind vertreten. Der Sound tönt fett und klar mit den nötigen Raumanteilen durch die Lautsprecher, das klingt nahezu perfekt live. Die Atmosphäre eines Konzertes wurde gut eingefangen, das Publikum ist oft präsent und gut aber dezent im Klangbild integriert. Klasse, wenn gefühlt jeder Mensch im Raum den Refrain zu „No More Mr. Nice Guy“ mitsingt. Die Stimmung stimmt von der ersten bis zur letzten Minute, der Funke springt mühelos auf den Hörer zuhause über. Nur schade, dass wir auf die optische Variante in Form eines Videomitschnitts verzichten müssen. Die bestens aufeinander eingespielte Band, mit drei Gitarristen klingt natürlich alles satt, agiert in Perfektion und spielt lässig als auch souverän. Das klassische Material wird modern und zugleich respektvoll interpretiert, heavy und filigran zugleich. Und der Meister selbst singt immer noch kraftvoll und sicher. Die erste CD und damit das Konzert startet überraschend mit dem selten gespielten Außenseiter „Brutal Planet“, ein wirklich gutes Stück aus der düsteren, härteren Phase von ALICE COOPER, das sich gut in den ungleich traditionelleren Rest einreiht. Dann gleich ein Gassenhauer: „No More Mr. Nice Guy“, wird nie langweilig, geht immer. Weitere Highlights der ersten Scheibe: das bluesige „Department Of Youth“, das in letzter Zeit seltener gespielte „Pain“, das schwungvolle „The World Needs Guts“ vom leider viel zu unterrepräsentierten „Constrictor“-Album, oder auch „Woman Of Mass Distraction“ mit langem instrumentalem Abschluss. Ach, ich habe versehentlich „Billion Dollar Babies“ und „Poison“ unter den Tisch fallen lassen.  Die zweite CD beginnt mit einem weiteren Evergreen – „Feed My Frankenstein“, gespickt  mit zahlreichen Klangeffekten. Auch groß: „Cold Ethyl“ mit der lässigen Gitarrenarbeit und langen Instrumentals, das ruhigere „Only Women Bleed“, „Ballad Of Dwight Fry“ sowie die Standards „I’m Eighteen“ und „School’s Out“. Mit dem groovigen „Paranoiac Personality“ hat es lediglich ein Song vom aktuellen Album „Paranormal“ auf die Setlist geschafft. Die Songauswahl ist dennoch originell genug.

ALICE COOPER bleibt ein Garant für starke Konzerte

Nur wenige Künstler können auf eine solch erfüllte Karriere zurückblicken und machen auch im Alter immer noch eine gute Figur. ALICE COOPER liefert mit „A Paranormal Evening With Alice Cooper At The Olympia Paris“ ein hervorragendes Live-Album ab, ohne auch nur ein Anzeichen an Ermüdungserscheinungen. Man kann die Atmosphäre des Auftritts authentisch zuhause miterleben. Der Mann ist inzwischen 70 – unglaublich!

08.10.2018

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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