Alice Cooper - Theatre Of Death: Live At Hammersmith 2009

Review

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Zu allererst ein paar statistische Daten: ALICE COOPER, gebürtig Vincent Furnier, seit 1969 in aller Herren Länder unterwegs, ein Welthit mit „Poison“, zahlreiche richtig bzw. mehr oder minder erfolgreiche Alben und seit 2001 eine visuelle Flut an DVD-Veröffentlichungen, die selbst die Silberling-Könige von IRON MAIDEN vor Scham erröten lassen. Nach „Live At Montreux“, „Brutally Live“, „Trashes The World“ usw. veröffentlicht der umtriebige Rocker nun also einen weiteren mitgeschnittenen Auftritt unter dem Namen „Theatre Of Death“. Dabei handelt es sich um einen Gig, der im ehrwürdigen Londoner Hammersmith aufgenommen wurde.

Im wirklich proppevollen Hammersmith-Areal kann und darf ALICE COOPER wieder einmal zeigen, warum er den Begriff des Schock-Rocks geprägt hat. Natürlich sind Einlagen mit Guillotinen, Zwangsjacken und Strümpfen über dem Kopf heutzutage nicht mehr so schauerlich wie noch vor zwanzig, dreißig Jahren, den gewissen Unterhaltungsfakor darf man dem mittlerweile 62-jährigen Vollblutrocker und seiner relativ jungen Mannschaft aber keinesfalls absprechen. In guten eineinhalb Stunden spielt sich COOPER auf seiner „Along Came A Spider“-Tour durch ein vielschichtiges Programm, das Hits wie „School’s Out“, „I’m Eighteen“, „Poison“ und „Under My Wheels“ enthält. Gepaart ist das Ganze natürlich mit einer riesigen Portion an visuellem Allerlei. Während 90 Minuten ‚darf‘ ALICE nämlich ganze viermal einen qualvollen Tod erleiden und zersetzt sich im Laufe des Konzerts fast selbst in alle Einzelteile. Zerrissene Kleidung inklusive. Was vielen Alben eines ALICE COOPER fehlt, nämlich die musikalisch unterhaltende Konstanz, fällt bei einem Auftritt, bei dem er ausschließlich seine gelungensten Songs zum Besten gibt, nicht auf. Das ist ein großer Pluspunkt einer COOPER-Show!

Stimmlich und bewegungstechnisch zeigt sich ALICE COOPER erneut wie eh und je. Dass er „Poison“ live ein wenig anders intoniert, ist bereits von einigen anderen DVDs bekannt. Und das seine Stimme auch gute 40 Jahre nach Bandgründung nicht mehr besser werden wird, genau dieser raue Ton aber meistens hervorragend zur Grundstimmung passt, ist auch kein Fehler. 23 Titel, samt „School’s Out“-Intro und -Outro werden auf „Theatre Of Death“ geboten. Was bei diesem Output aber sofort auffällt, ist die perfekte technische Leistung, die dieses Mal abgeliefert wird. Flüssige, nicht zu hektisch geschnittene und farbtechnisch starke Bilder sowie ein kristallklarer Ton lassen eher mäßige Equipments bei zB „Trashes The World“ vergessen. Trotz der tödlichen Anarcho-Show ist „Theatre Of Death“ zwar total unterhaltend und hat alles, was sich ein ALICE COOPER-Fan so wünscht, etwas mehr Abwechslung hätte der DVD aber gut getan.

Komplett ohne Bonusmaterial und nur einem Song vom aktuellen Album „Along Came A Spider“ („Vengeance Is Mine“) auskommend, ist die Hammersmith-Show typisch für den alternden Amerikaner ausgefallen: Schauspielerisch aktiv, auf der Bühne sehr agil, stimmlich mittelmäßig, aber passend, die Setlist gut, aber zu austauschbar. Dazu kommt aber noch als starkes Pro die hervorragende technische Umsetzung. Im Endeffekt bleibt es jedem selbst überlassen, ob er/sie hier zugreift oder nicht. „Theatre Of Death“ ist standardisierte COOPER-Qualität, gut, ob man es will oder nicht.

19.10.2010

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