Anomalie - Tranceformation

Review

Galerie mit 14 Bildern: Anomalie - Summer Breeze Open Air 2019

ANOMALIE feiern in diesem Jahr zehn Jahre Bandbestehen und haben mit „Tranceformation“ passenderweise gleich ein neues Album am Start. Es ist der vierte Langspieler für die Österreicher, die sich schon eine Weile von ihrem ursprünglichen Post-Black-Stempel wegentwickeln. Im Titel „Tranceformation“ schwingt neben dem offensichtlichen Wortspiel also auch eine musikalische Weiterentwicklung mit.

Für das nun anstehende Album hat sich das (fast-) Einmannprojekt um Fronter Marrok (u. a. bekannt als Livemusiker von HARAKIRI FOR THE SKY und AGRYPNIE) deutlich mehr Zeit gelassen als bei den bisherigen Releases, denn den Vorgänger „Visions“ gibt es bereits seit 2017. Das könnte unter anderem an den kreativen Anlaufschwierigkeiten liegen, von denen Marrok erzählt und die sich erst aufgelöst haben, als er es ihm gelungen war, seine verkopfte Herangehensweise in eine intuitivere umzuwandeln.

„Tranceformation“ spricht unsere Instinkte an

Ein auffälliger Folk-Einschlag kündigte sich bereits durch die beiden bisher veröffentlichten Singles „Trance II: Relics“ und „Trance V: Cerulean Sun“ – respektive mit Gastvocals von Nornagest (ENTHRONED) und Sakis Tolis (ROTTING CHRIST) – an. Ein weiterer Hinweis auf die musikalische Richtung dieses ANOMALIE-Albums geben die Titel der Tracks, die jeweils mit „Trance“ eingeleitet werden und somit den spirituellen und rituellen Charakter der Stücke unterstreichen. Dieser existiert nämlich nicht nur auf dem Papier, sondern schlägt sich auch deutlich im Klang nieder.

Drums, die an Stammestrommeln erinnern, sowie rohe, vordergründige Bässe haben etwas Ursprüngliches und sprechen musikalische Urinstinkte an; mehrstimmiger Klargesang, ab und an psychedelische Gitarrenklänge – beispielsweise in „Trance II: Relics“ und „Trance VI: Eternal Burden“ – und der wie ein Mantra vorgetragene Refrain von „Trance III: Alive“ können durchaus als tranceinduzierend durchgehen. Der Grundton, der bei ANOMALIE vor allem in den treibenden und sphärischen Leads ruht, bleibt aber im Atmospheric und Folk Black Metal verankert.

ANOMALIE sind nicht ganz dort, wo sie sagen

„Trance V: Cerulean Sun“ klingt stellenweise, als sei es für Sakis Tolis geschrieben, und die Gitarrenarbeit auf dem Album dürfte Fans von BEHEMOTH, MISᚦYRMING oder REGARDE LES HOMMES TOMBER ansprechen. Um einiges zu weit hergeholt ist dagegen die Aussage im Begleittext, ANOMALIE würden sich mit „Tranceformation“ Bands wie WARDRUNA oder HEILUNG annähern.

Was sie allerdings mit jenen teilen, ist eine inhaltliche Naturverbundenheit, die sich auf „Tranceformation“ hauptsächlich in den Texten manifestiert. Vor allem die gesprochene Passage am Ende von „Trance VI: Eternal Burden“ ist als Kritik am Anthropozän zu verstehen und bringt so die gleiche Rückbesinnung zum Ausdruck, die besagte Neofolk-Bands ebenfalls vertreten. Eine tatsächliche Mischung von Neofolk und Atmospheric Black ist ANOMALIE sicher auf ihrem nächsten Album zuzutrauen. Bis dahin sind Fans mit dem aktuellen Output aber sehr gut bedient.

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01.11.2021

headbanging herbivore with a camera

Der metal.de Serviervorschlag

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11.08. - 13.08.22metal.de präsentiertParty.San Metal Open Air 2022 (Festival)1914, Alcest, Anomalie, Asphyx, Benediction, Blood Incantation, Bütcher, Cannibal Corpse, Carcass, Carnation (BE), Caroozer, Cytotoxin, Dismember, Exhumed, Gaerea, Graceless, Heidevolk, High Spirits, Impaled Nazarene, Incantation, Iron Flesh, Kadaverficker, Katatonia, Lunar Shadow, Månegarm, Mayhem, Misery Index, Motorowl, Nornír, Nyktophobia, Onslaught, Panzerfaust, Revel In Flesh, Sanguisugabogg, Saor, Scalpture, Shape Of Despair, Sinners Bleed, Space Chaser, Thron, Total Hate, Whoredom Rife und Wolves In The Throne RoomParty.San Open Air, Obermehler

1 Kommentar zu Anomalie - Tranceformation

  1. ultra.silvam sagt:

    Super Band und das neue Album ist genial, auch wenn ich da jetzt auch nicht wirklich einen musikalischen Zusammenhang mit Wardruna oder Heilung sehe. Braucht es auch nicht. Die Platte ist eigenständig und die Gastmusiker verleihen noch etwas mehr Vielfalt im Sound.

    9/10