



AUGUST BURNS RED gehören zu den Veteranen der zweiten Welle des Metalcore und haben sich vom Underground-Act zur Genreinstitution gemausert. Vor allem mit dem Album „Messengers” aus dem Jahr 2007 schufen die Amerikaner einen echten Klassiker und sind seither nicht mehr aus der Szene wegzudenken. Hört man sich durch die abwechslungsreiche Diskografie der Band, fällt sofort auf, wie inspiriert, abwechslungsreich und experimentell sie zu Werke geht. Von Stagnation kann keine Rede sein.
Eine monolithische Botschaft: das Vermächtnis von über zwanzig Jahren AUGUST BURNS RED
Mit „Season Of Surrender“ legen August Burns Red nach und vereinen ihr gesamtes Schaffen der letzten zwei Jahrzehnte in einer authentischen Mischung aus technisch anspruchsvollem Metalcore, extrem melodischen Passagen und aggressiven, mitreißenden Parts. Auf diesem Album zeigen sie, wie sie ihren Stil gefestigt und perfektioniert haben. Vor allem im Kontext, wenn man bedenkt, dass die Truppe ab „Leveller“ progressiver geworden ist und eine stilistische Findungsphase durchlaufen hat, in der durchaus experimentelle Platten wie „Rescue & Restore“ mit für das Genre untypischen Instrumenten wie Banjo oder Mandoline entstanden sind, die aber noch immer extrem technisch und komplex sind.
Vergleicht man das Album mit dem gesamten Schaffen der Band, wird deutlich, dass hier alles zusammengeführt wird, was den Stil ausmacht. Abgesehen von den experimentellen Ausflügen präsentiert sich „Season Of Surrender“ als äußerst kompakt, abwechslungsreich und technisch anspruchsvoll. Die spätestens auf „Guardians” wiederentdeckte Härte wird darauf auch im Jahr 2026 gelungen eingefangen und auf Albumlänge authentisch vermittelt.
Der Verzicht auf kitschige Refrains und andere typische Elemente des Metalcore rückt die Härte der Songs extrem nach vorn. Dabei schafft die Band eine dichte Synthese aus verspielten Gitarrenriffs und fettem Drumming und lässt auch den einen oder anderen unerwarteten kleinen Kunstgriff einfließen. Das beschert trotz der klaren stilistischen Ausrichtung den nötigen Überraschungsfaktor und erhöht den Unterhaltungswert. Man höre sich nur einmal einen Track wie den Opener „Legions” oder „Behemoth” an. Diese zeigen deutlich, wie stark die nuancenreiche musikalische Umsetzung das Gesamtbild prägt. Sie umfasst alles von kleinen Kniffen bis hin zu ganzen, unerwarteten Parts und lässt sich mit der typischen progressiven Härte der letzten Jahre verschmelzen.
Zwei Jahrzehnte in einem Album: die Essenz einer Metalcore-Institution
„Season Of Surrender“ ist eine überragende Scheibe, die eine extrem versierte und inspirierte Band präsentiert. In der Spätphase ihrer Karriere bringt sie ein rundum gelungenes Album an den Start, das alles einfängt, was die Band bisher geschaffen hat. AUGUST BURNS RED zelebrieren den Widerstand und liefern die Quintessenz ihres Schaffens und einer Szene, die inzwischen im Mainstream verschwimmt. Auch wenn sie vielleicht nicht an die Maxime des Chaotic Hardcore/Postcore heranreichen, beweisen sie mit „Season Of Surrender“, dass das Genre noch lange nicht ausgewhimpt ist und dass es neben charttauglichem Käse noch immer eine andere Seite der Medaille gibt.
AUGUST BURNS RED bündeln die Stärken sämtlicher Schaffensphasen zu einem bemerkenswert geschlossenen Gesamtwerk. Die technische Präzision, die melodische Reife und die wiedergewonnene Härte verschmelzen zu einem Album, das gleichermaßen Rückschau und Standortbestimmung einer der beständigsten Metalcore-Bands ihrer Generation ist.

August Burns Red - Season Of Surrender
Oliver Schreyer
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