Big Big Train - Common Ground

Review

Kann das neue Album von BIG BIG TRAIN “Common Ground“ mit Alben wie “Grimspound“ oder “Folklore“ mithalten? Die Gruppe rund um Greg Spawton beweist beweist bisher schließlich mit jedem Werk ihr handwerkliches Geschick, wenn es darum geht, Modern und Retro Prog zu kombinieren.

“Common Ground“ verliert sich schnell

Den Beginn macht “The Strangest Times“ mit flottem Pianogeklimper und einer eingängigen Melodie, die durch den poppigen Gesang ihr Profil erhält. Dieser intoniert klagende Lyrics aus, welche die Umstände der derzeitigen Coronasituation wiedergeben. Leider reiht sich der Track damit in eine Warteschlange der Belanglosigkeit ein und kann sich dabei ganz weit hintenanstellen.

Denn auch musikalisch fehlt es an Substanz, da wirkliche Wendung ausbleiben und der einzigartige Charakter der Engländer verloren geht. “Common Ground“ besitzt so des Öfteren einen Hang zu Sing-Along-Passagen. Trotzdem halten BIG BIG TRAIN auch positive Überraschungen bereit. “All The Love We Can Give“ als auch “Black With Ink” kriegen jeweils ab der Hälfte die Kurve und trumpfen mit wilden Drums und düsterem Sound auf.

BIG BIG TRAIN verheddern sich immer wieder zwischen radiotauglichen Melodien und komplexen Prog. “Apollo“ bietet dagegen ein Arsenal an verzweigten Strukturen und strotzt nur so vor wilden Riffs, gepaart mit träumerischem Synthesizergeflacker.

Hin- und hergerissen

Schöne ruhige Momente, wie sie in “Dandelion Clock“ vorkommen, tauchen im Laufe des Albums immer wieder auf. Auch das Interlude “Headwaters“ weist eine ruhige Atmosphäre auf und leitet sanft zum nächsten Track über. Der viertelstündige Longtrack “Atlantic Cable“ dagegen lässt sich viel Zeit und baut erst nach zehn Minuten wirklich Spannung auf.

Doch progressiv ist “Atlantic Cable“ allemal und nach einigen Hördurchgängen überzeugen BIG BIG TRAIN schließlich doch noch. Trotzdem klingen einige Stellen zäh und zwischendurch sinkt die Spannungskurve auf ein Minimum ab.

BIG BIG TRAIN bleiben ein wichtiger Bestandteil der Prog Szene

Auch wenn “Common Ground“ nicht an seine Vorgänger herankommt, liefern die Engländer ein vielseitiges Werk ab. Leider schwächelt das Album an vielen Stellen und es gelingt der Band nicht, ihr volles Potential zu entfalten. Was bleibt, ist ein solides, aber durchschnittliches Progressive-Rock-Album.

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10.08.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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