Cirith Gorgor - Sovereign

Review

Galerie mit 13 Bildern: Cirith Gorgor - Nuke Club Berlin 25.02.2017

Drei Jahre sind vergangen seit die selbsternannte Speerspitze des holländischen Black Metal mit „Visions of Exalted Lucifer“ ihren bislang letzten Langspieler vorgelegt hat. Nun ziehen CIRITH GORGOR wieder in die Schlacht und erweitern laut Ankündigung ihres Labels Hammerheart Records ihr Waffenarsenal. „Sovereign“ heißt das neue Werk, das sowohl die Identität der Band bewahren und gleichzeitig neue Elemente in den Sound einflechten soll.

„Sovereign“ klingt vertraut und zugleich ungewohnt

Für die Einleitung hat die Band sich bei Henry Purcell bedient und mit „Funeral March for Modern Man“ Queen Mary’s Grabmarsch (bekannt aus dem Film „Clockwork Orange„) bedeutungsschwanger dem modernen Menschen umgewidmet. Es begegnen dem Hörer im Verlauf des Albums noch weitere atmosphärische Zwischenspiele. Ein Beispiel ist das in Deutsch gemurmelte Voice-Over (ulkigerweise mit Akzent) als Einleitung zu „Deathcult“ oder das Outro des letzten Tracks „Blood and Iron“. Der klingt leise auf das deutsche Soldatenlied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ aus. Somit ist dann auch der Weltkrieg als thematischer Rahmen hinreichend bedient.

Musikalisch bietet sich dem Hörer ein Opus, das CIRITH-GORGOR-typischen Second-Wave-Sound bietet, aber auch neue Merkmale einwebt. Abwechslung wird zunächst durch das Alternieren von Vollgaspassagen und melancholischen Riffs mit niedriger Anschlagszahl angeboten. Als probates Stilmittel hat die Band außerdem das Unterlegen besagter langsamer Gitarrenparts (und sogar Soli) mit Highspeed-Drumtracks für sich entdeckt.

Darüber hinaus bemüht sich Frontmann Satanael um stimmliche Varianz. Dem krächzenden Schreien fügt er Spoken-Word-Passagen hinzu und verfällt teilwiese sogar in eine Art lamentierendes Rufen. Besonders ausgeprägt ist das im Opener „Hellbound“, wo er eine Art Zwiegespräch aus Anrufungen und Screams führt, bei dem er sich selbst zu antworten scheint.
Zudem sind die Vocals mehrheitlich mit Hall unterlegt. Das Experiment funktioniert teilweise, um eine Art bedrückender Atmosphäre zu erzeugen. Manchmal scheint es aber auch ein wenig befremdlich. Der ein oder andere mag sich fragen, ob es das wirklich braucht.

Dazu kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Unbestreitbar sind dagegen die musikalische Qualität und die feine Produktion, beides auf sehr hohem Niveau. Zudem stehen den eher innovativeren Elementen auch traditionelle Parts zur Seite. Das mäßigt den Gesamteindruck und die spielen ihre gewohnten Stärken aus.

CIRITH GORGOR liefern ein komplexes Werk ab

Mit „Sovereign“ legen CIRITH GORGOR also in der Tat einen gleichzeitig identitätswahrenden und doch impulsoffenen Arbeitsnachweis vor. Im Vergleich zur Historie geht etwas Geschwindigkeit ab, die Intensität stimmt aber in jedem Fall. Das Songwriting ist dabei sicherlich komplexer als auf den vergangenen Platten. Gerade die gesanglichen Experimente sind derweil bestimmt nicht jedermanns Sache. Am Ende kommt aber ein betont düsteres und durchaus abwechslungsreiches Album heraus, das musikalisch überzeugt und Hörvergnügen vermittelt.

Review von Thomas Braun

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05.04.2019

NO FUN NO CORE NO MOSH NO TRENDS

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