Cryptex - Once Upon A Time

Review

Galerie mit 20 Bildern: Cryptex - "Anthems Of Glory"-Tour 2017

CRYPTEX streicheln die Seele

Aus dem Pressetext zu “Once Upon A Time” von CRYPTEX:

„Musik klingt bekanntlich immer dann am eindringlichsten, wenn sie Neugier weckt und nicht nur vorgefertigte Antworten liefert. Wenn sie die Seele streichelt, anstatt ausschließlich den Intellekt zu kitzeln. Wenn sie den Mut zur schonungslosen Offenbarung besitzt und couragiert in die Tiefe geht, anstatt ängstlich an der Oberfläche zu bleiben. Auf “Once Upon A Time“ vereinen CRYPTEX all diese Fähigkeiten.“

Oha, hier wird geklotzt, nicht gekleckert! Der geübte Musikjournalist erkennt hier sofort Werbe-Sprech und schonungslose Übertreibung, was ihm maximal ein müdes Lächeln entlockt. Als dann die Musik jedoch zu spielen beginnt, muss allerdings auch besagter Schreiberling zugeben, dass der Pressetext eine ziemlich treffende Beschreibung dessen abliefert, was die Hörerschaft auf “Once Upon A Time“ erwartet.

Die Musik in all ihrer Vielfalt

CRYPTEX zelebrieren auf ihrem dritten Album die Musik in all ihrer Vielfalt, ohne sich dabei in absurden Spielereien zu verlieren. Assoziationen an MUSE, GHOST oder sogar QUEEN werden wach, wenn die Band hymnische Progressive-Rock-Epen darbietet, sich dabei in allerlei Genres Elemente ausborgt und gekonnt in die Songstrukturen einflicht. Die Single “Bloodmoon“ verdeutlicht diesen Abwechslungsreichtum durch das packende Klavierthema, den an Gospel erinnernden Refrain und das zwischen knallhart und flehend wechselnde Riffing. Langweilig wird es auch in Songs wie “Reptiles“ nie. Während man zu Beginn ein klassische Hardrock-Nummer erwartet, entwickelt sich der Sound in Richtung Dark Metal, wohingegen das Ende über ein Soft-Rock-Intermezzo den Spannungsbogen mit zunächst wimmernder, dann kantiger Gitarrenarbeit wieder schließt.

Ein stilprägendes Element im Sound von CRYPTEX ist die Stimme Simon Moskons, der sich nicht in seiner kleinen gesanglichen Wohlfühlblase ausruht, sondern Variation zeigt. Hier passiert wirklich etwas in der Darbietung, sowohl in den Höhen als auch in den Tiefen – diese Art der Abwechslung passt daher hervorragend zum Bandsound. Besonders das düster-freakige “Haunted“ und das emotionale “I See It In Your Eyes“ repräsentieren diese Vielseitigkeit.

Das ist Kunst!

“Once Upon A Time“ lebt von Stimmungs- und Tempowechseln, von Gänsehautsmomenten und Dramatik. Symphonische Nummern wie “Two Horned Crown“ überzeugen ebenso sehr wie das stellenweise brachiale “Body Language“ und der cineastische Outro-Doppelschlag “A Mo(u)rning“ und “Leaving“. CRYPTEX haben sich für dieses Album fünf Jahre Zeit gelassen und demonstrieren eindrucksvoll, wie man diese Zeit nutzen kann, um an der Qualität der Musik zu arbeiten. “Once Upon A Time“ ist intensiv, mitreißend und musikalisch anspruchsvoll – CRYPTEX haben hier ein wahres Gesamtkunstwerk geschaffen.

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04.05.2020

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20 Kommentare zu Cryptex - Once Upon A Time

  1. Steppenwolf sagt:

    Ist Art Rock ne Modebezeichnung für kitschige Rock Musik geworden und ist nicht alles irgendwo kunst? Les ich immer öfter… lässt sich so bestimmt auch besser verkaufen wie wenn man sagt langweilige Pop/Rock Musik mit Klavier.
    Hat hier immerhin für ne 10! gereicht 😂. Sorry aber bitte was ist daran so geil das man hier so ausflippen muss? Versteh ich nicht, hab beide songs nach nicht mal zwei minuten wieder ausgemacht. Aber wenn ich heute abend Einschlafprobleme habe werd ichs sicher gut gebrauchen können. Ich verkneif mir meine ungehobelte Bewertung, aber ne 10 wärs GANZ sicher nicht geworden xD

    1. nili68 sagt:

      Gefällt mir wesentlich besser, als Pink Floyd für Arm.. ääh Green Carnation, die ja hier letztens auch als Art Rock bezeichnet wurden. Mir gefällt das Hippie-Feeling.
      Polemik mal beiseite: Das wahnwitzige Konzept mit dem Geschmack hast du noch nicht ganz verstanden, oder? lol

      1. Steppenwolf sagt:

        Alles ist Geschmackssache, dennoch kann ich meine Meinung dazu sagen und die Bewertung dieser Elton John verschnitts Musik in Frage stellen oder sehe ich das falsch.
        Die Green Carnation als Art Rock zu bezeichnen ist genauso murks, aber warum der Vergleich? Sind doch ziemlich unterschiedlich die zwei sachen…

      2. nili68 sagt:

        Ich hab‘ mich ja schon weiter unten halbwegs entschuldigt. Soll ich auf die Knie fallen oder was? lol
        Ja, ich weiß, bei Sachen die man gut oder scheisse findet, kann man sich das ein oder andere übertriebene Lob oder auch Frechheit nicht verkneifen und objektiv bleiben. Weiß ich alles. Hab‘ vermutlich zu wenig geschlafen, haha..

    2. nili68 sagt:

      Sorry, bei Green Carnation war ich auch polemisch. Der Unterschied: Das hier gefällt mir und GC nicht. Das muss als Erklärung reichen.. lol

  2. Steppenwolf sagt:

    Außerdem könnt ihr mich gerne erhellen, wenn ich den tieferen Sinn der Musik nicht erkannt habe oder erkennen wollte. Die 10 ist halt so das höchste was man geben kann und das verstehe ich hier beim besten Wille nicht.

    1. nili68 sagt:

      Musst du das unbedingt verstehen? Brauchen die deinen Segen? Gefällt dir nicht und gut. Da kann und muss man nichts erklären..

      1. Steppenwolf sagt:

        Glaub du hast den sinn dieser kommentarfunktion nicht verstanden xD belassen wirs dabei bevors wieder ausartet

      2. nili68 sagt:

        Nee, das interessiert mich wirklich. Du findest das einen lahmen Elton John Verschnitt, was völlig legitim ist. Was soll eine, wie auch immer geartete Erklärung, wie jemand anders die Musik empfindet, daran ändern?
        Wenn du das als ausarten bezeichnest, dann hast du wohl noch nicht lange Internet. Metal.de ist selbst in ihren „schlimmsten“ Momenten eine der gesittetsten Seiten in Netz.. lol

      3. Steppenwolf sagt:

        Ich sehe das Internet in vielerlei hinsicht auch nicht als Bereicherung an.
        Darum gehts überhaupt nicht… braucht im Grunde niemanden zu interessieren was ich schreiben. Und ja ich bin oft genug ein arschloch und hau gern erst mal drauf. Aber ich lasse mich auch gern eines besseren belehren, wenn mir jemand total Leidenschaftlich erzählt was er in dieser Musik sieht was ich nicht erkennen kann. Darum gehts doch… mir muss keiner rechtfertigung ablegen, so ein quatsch. Aber wir sind doch hier um uns auszutauschen und dann ist das für mich auch okay oder ich kann es zumindest tolerieren.

      4. nili68 sagt:

        Ich hab‘ ja auch übertrieben am Anfang, hab‘ ich ja schon eingeräumt. 😉
        Wenn ich leidenschaftlich erkläre, was mir woran gefällt, ist es aber trotzdem meine Leidenschaft. Das kann man nicht mit Worten übermitteln. Versuch‘ mir mal leidenschaftlich zu erklären, wie toll Fußball ist. Ja, das macht viele Kommentare im Internet eigentlich überflüssig, aber für etwas Unterhaltung hat es in diesem Falle ja bisher schon gesorgt.. 😀

      5. Steppenwolf sagt:

        Ich bin der Meinung man sollte sich nicht nur mit den Dingen beschäftigen die einem selbst gefallen und begeistern. Meine Absicht ist nicht böse, ich will es nur verstehen, wie man sowas so hoch bewerten kann. Es geht nicht darum mich zu überzeugen das gut zu finden, das kann man in dem Moment garnicht und wäre für die Diskussion wenig hilfreich. Es geht darum seine eigene Begeisterung mir näher zubringen, zu erklären, damit ich verständnis für etwas aufbauen kann, das ich ja offensichtlich nicht verstanden habe. Es gibt genug leute die mich blöd angucken wenn ich erzähl was ich für musik höre (nicht weils besonders extrem ist, aber das hatten wir ja schon xD) und das will ich vermeiden bzw will ich mich nicht auf eine Stufe mit denen stellen. Gerade ich als ebenfalls Musikbegeisterter Mensch sollte dahingehend schon eine gewisse Oberflächlichkeit ablegen und das ist mir wichtig und nicht dahergesagt.

      6. nili68 sagt:

        Vorweg, dem Posting unter mir kann ich mich anschließen. Ob’s nun 10 Pkt. wären, sei dahingestellt, aber ich mag das Westernfeeling. Womöglich liege ich damit auch daneben, aber das gibt bei mir schonmal immer ’nen Extrapunkt, haha.
        Ich verstehe deinen Wunsch, bin mir halt nur nicht sicher, ob das geht. Ich glaub‘, dass objektive Qualität (oder auch nicht) völlig egal ist und es am Ende tatsächlich nur auf „gefällt, gefällt nicht“ hinausläuft..

  3. doktor von pain sagt:

    Ob volle zehn Punkte gerechtfertigt sind, sei mal dahingestellt, ich kann’s eh nicht beurteilen, da ich bis jetzt nur die beiden verlinkten Songs kenne. Die gefallen mir aber ziemlich gut – ich mag halt auch „poppiges“ Zeug wie Ghost und Konsorten.

  4. Sane sagt:

    Sind das nicht die Kasperköpfe die Savatage’s gutter ballet vergewaltigt haben?
    Alleine dafür gibt es von mir schon mal 3 punkte Abzug. .😂
    Mit Verlaub aber der Rezensent verteilt meiner Meinung nach grundsätzlich zu hohe Wertungen an mittelmäßige Langweilerbands. .
    So ihr dürft jetzt auf mich einschlagen.

    1. Nether sagt:

      Na herzlichen Dank! Bis zu deinem Kommentar kannte ich die Vergewaltigung noch nicht. Aber, was hör ich auch rein?

  5. nili68 sagt:

    Ich wollte erstmal das Original hören (man kann ja nicht alles kennen) und hab‘ mir das Cover dann geschenkt. Ist eh ’n Kacksong, who cares. 80’s halt (zu 90%)..

    1. royale sagt:

      ach die 80er waren und sind doch immer noch supi, nur nicht in jedem genre! musste mir aber auch mal den song anhören und das orginal war schon nix für mich, aber mit savatage konnte ich noch nie was anfangen und nun isses zu spät 😀

  6. Sane sagt:

    Haha sorry Nether! Werde mich in Zukunft zurückhalten. . 😉
    Ja Savatage ist nicht für jeden was.ich hab die auch hauptsächlich wegen Jon Oliva’s überragender Stimme gehört. .
    Habe ihn mal 2008/9 auf nem Festival gesehen. .
    Zu fett zum stehen (der saß wirklich den kompletten gig über ) aber meine fresse hat der ein gesangsfeuerwerk abgebrannt. Jeder Ton saß (so wie er) und die Intensität war unglaublich. Spätestens da habe ich gelernt dass man für eine gute Show nicht viel rumhampeln muss.

  7. doktor von pain sagt:

    Nach dem kompletten Durchhören des Albums muss ich sagen: Nein, 10 Punkte sind dafür nun echt nicht drin. Ein paar der Songs sind echt gut, aber vor allem nach hinten raus ist „Once Upon a Time“ viel zu kitschig und lahm.

    6/10