Dorn - Schatten Der Vergangenheit

Review

Dorns Begründer und Frontmann Roberto Liebig beschert uns nach seinem Ausstieg bei Riger nun schon das zweite Album. Nachdem mir der Vorgänger „Brennende Kälte“ doch ziemlich gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf „Schatten der Vergangenheit“. Und offensichtlich hat man auf das altbewährte Rezept gesetzt, das schon „Brennende Kälte“ so ansehnlich machte: traumhafte Keyboardklänge, mal als Klangteppich unter den Kompositionen, mal durch wunderschöne Melodie im Vordergrund tänzelnd, schwere, sägende Gitarrenriffs und ein donnerndes Schlagzeug. Sehr beeindruckend ist auch der Gesang des Herrn Liebig, welcher immer zwischen aggressivem Gekreisch und wüstem, unheimlich tiefem Grunzen variiert. Geschwindigkeitsmässig versucht man zum Glück nicht unnötig schnell zur Sache zu gehen, sondern besetzt meist Midtempogefilde, wobei die Dublebass hie und da natürlich doch mal richtig das Tempo anheben darf. Das gesamte Material ist insgesamt sehr eingängig und außerordentlich melodisch ausgefallen, sodass viele Melodien sofort im Ohr hängen bleiben und den Songs unweigerlich Ohrwurmcharakter verleihen. Mein absolutes Lieblingslied des Albums ist definitiv „Seelenfieber“. Diese hammermässigen, tonnenschweren Riffs, eingepackt in einen glasklaren, perfekten Sound, brechen nun wirklich jedes Genick, ich zumindest kriege bei fast jedem Durchhören der CD spätestens am Tag darauf wohltuenden Muskelkater im Nacken. Erstaunlich ist zudem, dass Roberto Liebig das Album fast im Alleingang aufgenommen hat, lediglich am Schlagzeug hat Riger-Drummer Stefan Schieck ausgeholfen, alle anderen Instrumente inklusive Gesang sind Robertos Feder und Hand entsprungen. Als einzigen Kritikpunkt könnte ich anführen, dass „Schatten der Vergangenheit“ doch recht stark dem Vorgänger ähnelt. Angesichts der hohen Qualität der Songs stört mich das aber nicht wirklich, denn es gibt nicht mal einen einzigen Ausfall zu verzeichnen. Müsste ich mich für einen Anspieltipp entscheiden, würde ich das bereits erwähnte „Seelenfieber“, „Gerechtigkeit“ und vielleicht noch „Dunkelheit“ nennen. Wer also mal wieder Lust auf ein Album voller Melodie und Eingängigkeit aber auch genügend Härte hat, der sollte mal ein Ohr riskieren. Alle, die „Brennende Kälte“ schon liebten, müssen das Album eh haben, Fans von z.B. Riger oder auch Menhir können bei einem Kauf aber eigentlich auch nichts falsch machen.

26.01.2003

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