Doro - Forever Warriors, Forever United

Review

Galerie mit 19 Bildern: Doro auf dem Knock Out Festival 2017

Nicht vorhanden sind bei DORO Pesch Netz(-Strumpf) und doppelter Boden: Alle(s) für Metal! Und eben für Leder, Ketten, Nieten. „Forever Warriors, Forever United“ ist das Programm. Bei DORO geht es um den Zusammenhalt, um Wahrhaftigkeit, ums Fistraising, ums Prinzip.
Es gibt zwar leise, aber keine Zwischentöne. Das Auge zwinkert hier nicht, wird aber sehr wohl gelegentlich geflutet, denn alles kommt von Herzen. Kein Subtext. Auch deshalb ist DORO seit dreieinhalb Dekaden The German Metal Queen (TGMQ).
Auch deshalb ist DORO (TGMQ) aber seit dreieinhalb Dekaden auch Zielscheibe für viele. Zumal gerade in den potenziell bedrohlichen Balladen die innerhalb der Szene begründet und sorgsam aufgebaute Opposition zum Schlager rigoros infrage gestellt wird. So viel zum Grundsätzlichen.

DORO ist DORO

Alles Genannte charakterisiert auch „Forever Warriors, Forever United“, ein Doppelalbum mit 19 Stücken. „All For Metal“ ist zum Einstieg eine sprechend betitelte und simpel-stampfende MANOWAR-Nummer, bei der (klanglich nicht identifizierbar, aber immerhin im Video) Mille von KREATOR, TESTAMENTs Chuck Billy, SABATON und tatsächlich auch ein letztes Mal Warrel Dane (SANCTUARY und NEVERMORE) mitmachen.
„Bastardos“, „Turn It Up“, „Blood Sweat And Rock ’n‘ Roll“ und „Fight Through The Fire“ sind ebenso unspektakuläre aber, äh, schmissige Nummern zwischen klassischem Heavy Metal und hartem Rock’n’Roll. Und von Songs dieser Art hat DORO (TGMQ) 2018 noch eine ganze Reihe weiterer am Start. Auf dem ersten Album „Forever Soldiers“ in höherer Dichte als auf dem ruhigeren zweiten “Forever United”.
Letzteres prägen balladeske bzw. getragene Stücke wie „Living Life To The Fullest“, „It Cuts So Deep“ oder „1000 Years“.

Für „Forever Warriors, Forever United“ spricht …

Was heißt das jetzt unter dem Strich und uns? Für „Forever Warriors, Forever United“ spricht Folgendes: DORO (TGQM) kann singen. Wenn sie wie im letzten Drittel von „All For Metal“ mal so richtig loslegt, ist das sogar fast unvergleichlich. Zudem ist das düstere Duett „If I Can’t Have You – No One Will“ mit Johan Hegg von AMON AMARTH zwar nur die Wacken-Version einer Nick-Cave-Mörderballade, aber immerhin.
Auch erscheinen die von Verlusten der jüngeren Zeit inspirierten Momente (Lemmy!) des Albums gehaltvoll: „Lift Me Up“ und „Living Life To The Fullest“ sowie das MOTÖRHEAD-Cover „Lost In The Ozone“. Außerdem hat Helge Schneider tatsächlich ein Saxophon-Solo zu „Backstage To Heaven“ abgeliefert – alberner Helge. Und schließlich: Alles ist auf diesem Album garantiert hundertprozentig ernstgemeint.

… ebenso viel wie dagegen

Gegen „Forever Warriors, Forever United“ spricht, dass das Album über weite Strecken doch eher altbacken bzw. austauschbar und nicht charmant retro komponiert anmutet. Stiltreue geht auch anders und keins der Stücke schickt sich an, beispielsweise die Ruinen nachhaltig regieren zu können.
Des Weiteren ist es leider erneut so, dass DORO (TGMQ) bei Ausreißern fast schon bewundernswert enthusiastisch eine textliche Plattitüde an die nächste reiht. Von dem geschilderten nachgerade scorpionesken Balladen-Problem mal ganz abgesehen, wobei wenigstens die Muttersprache diesmal wenig zu melden hat und es nicht komplett den Bach in Richtung Fernsehgarten runter geht. Und schließlich: Alles ist auf diesem Album garantiert hundertprozentig ernstgemeint.

Fazit: Dass DORO (TGMQ) quasi das Maskottchen des Wacken Open Airs ist, passt auf jeden Fall – im Guten wie im Schlechten. Peace. Und Metal.

 

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10.08.2018

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17.11.18Doro - European Tour 2018/2019DoroGroße Freiheit 36, Hamburg
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16 Kommentare zu Doro - Forever Warriors, Forever United

  1. nili68 sagt:

    Boah ist das scheisse!! Natürlich bin ich nicht die Zielgruppe, aber das ist sozusagen szeneübergreifend scheisse. Das ist ja schon durch die bloße Existenz ’ne Beleidigung.
    Sowas kann man nur verteidigen, wenn man provozieren will oder einfach dumm ist.

    So und jetzt warte ich, falls jemand was dazu sagt, auf die ersten ElvenStorm-Kommentare. Verdammt…

    1. daniel sagt:

      ne…da geh ich mit !! seit warlock kann ich mit der metal tante nix anfangen..in meinen augen völlig überbewertet…handwerklich im grunde ok…aber da fehlt einfach alles was begeisterung auslöst !! ich bin mal auf die neue u.d.o. gespannt ! glaub da kann man sich als alter accept fan drauf freuen..

    2. doktor von pain sagt:

      Wer hier provozieren will, wissen wir ja schon länger. Aber egal, ich glaube, ich kenne nicht einen einzigen Doro-Song. Hat mich auch nie interessiert.

      1. nili68 sagt:

        Ja, bei meinem erlesenen Geschmack, muss ich mir diesen Vorwurf vor Neid öfters gefallen lassen… ansonsten gilt doch im Net eh alles als Provokation, was nicht der eigenen oder Mehrheitsmeinung entspricht. Blub!

      2. BlindeGardine sagt:

        nili was du in der regel raushaust hat aber wenig mit meinungsäußerung und viel mit aufmerksamkeit zu tun, sonst könntest du ach so hochgebildeter mensch deine meinung auch äußern ohne dabei pauschal ganze menschengruppen zu beleidigen. Aber ich seh schon, den afd-sprech haste gut drin. Nvm.

        Zu doro:
        Mir ist, jetzt mal rein auf ihrer musik basierend, auch schleierhaft, wie doro zu so einer kultfigur in weiten teilen der metalszene werden konnte. Die warlock alben waren gut, keine frage, aber danach kam doch eigentlich wirklich nur schmalz hart an der grenze zum schlager. Fragt man jemanden nach nem doro song kommen auch meistens „all we are“ und „i rule the ruins“, beides warlocck nummern.

        Ich nehme an ein wenig hängt der kult auch damit zusammen, dass doro eine der ersten richtig erfolgreichen frauen im metal war und seitdem eben diesen ruf als metalqueen hat. Die bezeichnung als maskottchen in der rezension find ich schon ganz passend, wie die queen von england ist sie zwar nicht wirklich relevant, aber eben beliebt.

        So generisch bis grausam die mucke aber ist, für drei dinge hat die dame schon einen gewissen respekt verdient.
        1. Ihre stimme ist klasse, auch wenn man sie zu selten auf guten songs hört.
        2. In interviews kommt sie immer sehr sympatisch und bodenständig rüber, nach über 30 jahren im musikbusiness schon ne leistung.
        3. So scheiße die mucke teilweise halt ist, die frau ist authentisch und zieht seit über 30 jahren mit offensichtlicher leidenschaft jedem nörgler zum trotz ihr ding durch.

      3. doktor von pain sagt:

        Ich will dir nicht zu nahe treten, Nili (jetzt mal ehrlich und irioniefrei), aber das hat bei dir manchmal schon was von Minderwertigkeitskomplexen, die du mit deinen typischen Posts zu kompensieren versuchst…

      4. doktor von pain sagt:

        P.S.: Ich betone noch mal: Es HAT etwas davon, es war also keine Unterstellung.

  2. Bluttaufe sagt:

    Doro Solo hat mich auch nie interessiert. Die alten WARLOCK Scheiben waren da schon eher meins. Nun ist das schön zig Jahre her.
    Egal welches Album man bei DORO (Solo) durch den Youtube Fleischwolf jagt, es kommt fast immer eine Ballade als ersten Treffer. Leute, ich will keine Balladen hören, sondern Metal.

  3. Flint sagt:

    Ganz einfach für mich: Mucke 3/10 — Cover 10/10

    Doro ist einfach eine zeitlose Schönheit! 😉

    1. doktor von pain sagt:

      Das stimmt allerdings. Es ist wirklich erstaunlich, dass sie sich in den letzten 70 Jahren optisch kein Stück verändert hat.

    2. nili68 sagt:

      Ernsthaft? Ich finde es gibt kaum etwas Schlimmeres als die sog. Rockerbräute. Ansonsten halt ’ne gealterte Barbie. Naja, wer’s mag…

      1. doktor von pain sagt:

        Zumindest mein Beitrag war ironisch gemeint. Ich bezog den darauf, dass Doro auf den Cover-Artworks seit zig Jahren immer gleich jung gemalt und auf Promo-Fotos gerne mal mit Photoshop nachgeholfen wird.

      2. nili68 sagt:

        Dieser ganze Fake spiegelt sich halt auch in der Musik wieder und über sowas kann ich mich dann auch kurz mal aufregen, auch dass es tatsächlich Leute gibt, die da voll drauf abgehen. Ok, it’s none of my business, aber trotzdem und wenn ich den ganzen Wacken-Scheiss im Video schon sehe.
        Wahrscheinlich muss man aber Platten, die auf Nuclear Bla$t erscheinen, einfach anders bewerten und ich verfehle den Punkt.
        Ich bin da vllt. manchmal etwas zu cholerisch, aber dass andere Metaller da immer so tolerant sind, wenn jemand darüber herzieht.. Das ist doch offensichtlich bullshit.

      3. Flint sagt:

        Ich für meinen Teil meine das nicht ironisch, schließlich bin ich auch „mitgealtert“, daher gefällt sie mir immer noch so wie früher.
        Die Cover sind halt gewollt beschönigend und klischeehaft, aber da hau‘ ich ein Ei drüber, genauso in puncto Musik.
        🙂

      4. nili68 sagt:

        Ich würde auch keine Schönheitswettbewerbe gewinnen, aber um mich ging’s ja auch nicht, haha. 😀

        Früher fand ich Warlock und vieles andere auch voll super, aber ich bin da eben „anders“ gealtert. 😉

      5. doktor von pain sagt:

        Ha, von Warlock kenne ich sogar einen Song: „All We Are“. Das war’s dann aber auch.