Dragonforce - Maximum Overload

Review

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Die Hochgeschwindigkeits-Power-Metaller DRAGONFORCE hatte ich schon vor Jahren nach dem „Genuss“ einiger weniger Songs in die Schublade „nerviger und verzichtbarer Nintendo-Metal“ abgelegt – aber bereits nach dem ersten Hördurchlauf der neuen Platte „Maximum Overload“ muss ich mir eingestehen, das ich mit diesem Urteil wohl etwas vorschnell war. Päpstliche Unfehlbarkeit kann man mir hier also definitiv nicht attestieren, aber die Fähigkeit Fehler zu erkennen und sich einzugestehen ist ja auch was Wert, oder?

Der Nachfolger des 2012er Werks „The Power Within“ ist die zweite Platte der Briten um das Gitarristen-Duo Herman Li und Sam Totman auf der der neue Sänger Marc Hudson mit von der Partie ist (und der für mich wesentlich besser rüberkommt als sein Vorgänger ZP Theart).

Auf dem von Jens Bogren produzierten „Maximum Overload“ ist der Albumtitel Programm: man bekommt wirklich eine Überdosis an allem, was gut gemachten Power/Speed Metal auszeichnet: eingängige Melodien die sogar FREEDOM CALL stoly machen würden, technisch anspruchsvolle Gitarrenarbeit, eine tighte Rhythmussektion um Bassist Frédéric Leclerq und Neu-Drummer Gee Anzalone.

DRAGONFORCE vergessen dabei aber nie die Songdienlichkeit und umschiffen so filigran die Klippen der von mir zuvor fälschlicherweise vermuteten Nervigkeit, was sich auch in den durchaus kritischen und weitestgehend klischeefreien Texten äußert.

Bereits das „Maximum Overload“ eröffnende Duo „The Game“ (einer von drei Songs mit Gast-Vocals von TRIVIUM’s Matt Heafy) und „Tomorrow’s King“ bannt den Hörer mit einem wahren Feuerwerk an Ideen und gehört zu den Höhepunkten der Scheibe. Mit dem epischen „Three Hammers“ schieben DRAGONFORCE dann ein etwas anders gelagertes Stück ein, welches sich eher in traditionellen Heavy-Metal-Bahnen bewegt und die Übersättigungsgefahr im Keim erstickt.

Auch das angethrashte „Defenders“ und das seinem Titel alle Ehre machende „Symphony Of The Night“ sorgen für Abwechslung im DRAGONFORCE-Hochgeschwindigkeits-Express und verhindern das Langeweile aufkommt – zwar ist auf „Maximum Overload“ nicht alles Gold was glänzt („City Of Gold“ zum Beispiel fällt im Albumkontext ziemlich ab), aber die Schwachpunkte sind zum Glück rar gesät:

Während das an und für sich gute „Extraction Zone“ durch einen für meinen Geschmack viel zu langen Videospiel-Instrumentalpart gestört wird (was höchstwahrscheinlich der Faktor ist, der mich an der Band bei meinen Hörproben früher so störte), ist das am Schluss stehende JOHNNY CASH-Cover „Ring Of Fire“ zwar im DRAGONFORCE-Modus stimmig aber alles andere als unverzichtbar.

Fazit: „Maximum Overload“ ist eine richtig gute Platte und hält was der Titel verspricht. Wer die Band eh schon mochte, wird vollauf zufrieden sein – und wer wie ich DRAGONFORCE bislang geflissentlich ignoriert hat, lässt sich ja vielleicht eines Besseren belehren.

Anspieltips: „The Game“, „Tomorrow’s King“, „Three Hammers“, „Defenders“

09.08.2014

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