Dread Sovereign - Alchemical Warfare

Review

Soundcheck Januar 2021# 7

SLAYER! Ja, der gute Alan „Nemtheanga“ Averill beweist einfach immer wieder Geschmack. Sei es mit seiner grandiosen Stammband PRIMORDIAL, mit dem Nebenkriegsschauplatz TWILIGHT OF THE GODS, mit welchen er zunächst BATHORY, aber auch JUDAS PRIEST und MANOWAR huldigte. Und nun der Titel des inzwischen dritten Albums „Alchemical Warfare“ seiner Doom / Black Metal-Spielwiese DREAD SOVEREIGN, welcher auf den Song „Chemical Warfare“ der Thrash Ikonen SLAYER verweist. Und wem huldigen Alan und seine Mannschaft sonst noch auf „Alchemical Warfare“?

Eine Huldigung der Geschichte des Metals

Auch das neue Album von DREAD SOVEREIGN lässt immer wieder eindeutig durchblicken, welche Bands zu den großen Einflüssen zählen. Da ist natürlich immer wieder der Geist von BLACK SABBATH allgegenwärtig, und insbesondere auch REVEREND BIZARRE – oder frönte die viel zu früh verblichene Doom-Band eben auch denselben Einflüssen? Jedenfalls kommen einem immer diese beiden Bands in den Sinn, wenn DREAD SOVEREIGN ausgiebig ihre Leidenschaft für kraftvollen, dreckigen Doom Metal zelebrieren, während in den psychedelischen Passagen immer wieder HAWKIND durchscheinen. Natürlich durchbrechen sie immer wieder die Grenzen des Dooms, und das machen sie deutlich häufiger als zu ihren Anfangstagen. Wenn es wilder wird, bei den schnellen galoppierenden Rhythmen, sind es immer wieder VENOM und MOTÖRHEAD, die das Wirken der Truppe offensichtlich inspirierten. Und das erhöhte Tempo zieht sich immer wieder bei „Alchemical Warfare“ durch.

Der Soundtrack zum Untergang der Welt mit DREAD SOVEREIGN

All diese Zitate, alles baut auf dem Erbe der metallischen Vergangenheit auf und ist kultig Old School, wird aber zu etwas Eigenem zusammengewoben. Von getragen schweren, epischen und intensivem Doom-Brocken wie „The Great Beast We Serve“ oder „His Master’s Voice“, in welchen mit wenig Noten ein Maximum an Atmosphäre gezaubert wird, über lupenreinen klassischen Heavy Metal in Form von „Devil’s Bane“ mit coolen Riffs und Melodien, „She Wolves Of The Savage Season“ mit seinem starken melodischen Refrain bis hin zum rotzig-wilden aber leidenschaftlich zelebrierten Radau in Form von „You Don’t Move Me (I Don’t Give A Fuck)“, ein dramatisch vorgetragenes Cover eines 1983er Demosongs (!) von BATHORY, reichen die Klangwelten auf „Alchemical Warfare“. Alles immer schön roh, herrlich verschroben und archais, unglaublich düster und auch dezent krachig gehalten, dabei aber immer intensiv und mit Charme. Durch das etwas erhöhte Tempo sowie den nunmehr etwas melodischeren und abwechslungsreicheren Gesang von Alan gewinnen DREAD SOVEREIGN aber auch nochmals an Klasse und Vielseitigkeit, ohne an Durchschlagskraft und Spirit einzubüßen.

DREAD SOVEREIGN liefern mit „Alchemical Warfare“ so etwas wie den apokalyptischen Soundtrack einer Welt am Rande des Untergangs.

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06.01.2021

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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4 Kommentare zu Dread Sovereign - Alchemical Warfare

  1. blackthrash sagt:

    „Der Soundtrack zum Untergang der Welt mit DREAD SOVEREIGN“

    genau was ich gebraucht habe, leider gibt es aktuell nur zwei Songs auf der Bandcampseite,…die aber für mich ausgereicht haben 🙂

  2. Lord Budweiser sagt:

    Untergang der Welt stell ich mir anders vor…
    Ich bin ein großer Primordial Fan aber das hat mich nicht wirklich gepackt. Das Album werd ich mir bei Veröffentlichung aber trotzdem mal genauer anschauen. Kann sich ja auch nur auf den einen Song beziehen

  3. Finq09 sagt:

    Ich liebe Primordial, nicht zuletzt wegen Alans großartigem Gesang. Das erste Dread Sovereign Album finde ich ebenfalls sau stark und ich hätte mich gefreut, wenn sie bei dem sehr doomigen und schleppenden Stil geblieben wären. Das zweite hat mir leider nicht so zugesagt.
    Freue mich trotzdem auf Alchemical Warfare. Die erste Single war jetzt nicht unbedingt mein Fall, aber ich bilde mir dann ein Urteil über das komplette Album.
    Für „All Hells Martyrs“ gibt es von mir jedenfalls eine uneingeschränkte Empfehlung für jeden, der mit klassischem Doom Metal auch nur im Entferntesten etwas anfangen kann. Es zieht sich über die 67min Laufzeit ein wenig, aber es ist auch kein Song auf der Platte über.

  4. BlindeGardine sagt:

    Weiß nicht, was ich bisher gehört hab ist mir ein wenig zu trocken. Ich liebe Alans Gesang auch, finde aber, dass der eher in das episch getragene Umfeld von Primordial passt. Aber ich werde mir das ganze Album definitiv mal anhören.