Earth Rot - Black Tides of Obscurity

Review

Ach ja, ein wenig schwelgen in der Melange von Death und Black Metal – zurückgedacht an skandinavische Bands wie DISSECTION oder NAGLFAR (die übrigens auch ein neues Album 2020 in den Startlöchern haben sollen), die das in den 90ern meisterlich als unheilvolle Union zelebriert haben – wäre doch schön heutzutage wieder mal so etwas zu hören. Nun, dafür sind jetzt EARTH ROT da, die Schwedentod im blutigen Fahrwasser solcher Bands wie BLOODBATH (woher vielleicht auch der Bandname gründet?)  mit atmosphärischen Black Metal-Versatzstücken mischen. Exotenbonus dabei: EARTH ROT sind keine Skandinavier, sondern kommen von Down Under, was überhaupt nicht raushörbar ist.

„Black Tides of Obscurity“ – Lovecraft’sche Atmosphäre im Soundgewand von ENTOMBED

Die Australier existieren seit 2014 und sind somit relativ frisch. Mit „Black Tides of Obscurity“ veröffentlichen sie dieser Tage bereits ihr drittes Album – Premiere ist allerdings das Anheuern im Stall von Season of Mist. „Black Tides of Obscurity“  widmet sich hauptsächlich sehr bösem, HM-2 veredeltem Death Metal mit der Extraportion Atmosphäre, in moderne Produktion gebettet. DISMEMBER und ENTOMBED, ick hör dir tapsen. Was EARTH ROT aber als Bonus haben, ist die Fähigkeit, eben mit diesem Extraschuss Black Metal diese surreale, fast schon lovecraft’sche Atmosphäre aufzubauen (welche ebenso schön im Artwork eingefangen wird), die sie beinahe in die Gefilde von solchen Bands wie SULPHUR AEON rückt.

Die schwelgerischen Melodien am Ende vom Opener „Dread Rebirth“ oder auch zum Ende von „Unparalleled Gateways to Higher Obliteration“ verschaffen dem geneigten Hörer diese wohligen Schauer und ziehen hinab in die dunkle Welt von EARTH ROT. „Towards A Godless Shrine“ bietet zwischendurch fast schon Rhythmik und Riffs, die dezent an MELECHESH erinnert, während dazwischen einfach nur die Gitarren im Death-Metal-Modus über einen her braten, natürlich ordentlich von der Schiessbude angefeuert.

Solche Momente lockern den ansonsten grundsoliden Schwedentod immer wieder angenehm auf. Aber auch Black-Metal-Attacken wie der Anfang eines „Ancestral Vengeance“ lassen den Hörer  sich wundern, ob er nicht versehentlich eine aktuelle DARK FUNERAL-CD eingelegt hat. Auch die groovigen Death’n’Roll-Parts in der zweiten Hälfte von „The Cape of Storms“ lassen an alte ENTOMBED-Glanzstücke zu ihrer Rock’n’Roll beeinflussten Phase zu „Wolverine Blues“-Zeiten zurück denken und sind willkommene Abwechslung. Das Hauptaugenmerk liegt bei EARTH ROT aber klar auf den garstigen Bratgitarren und den immer wieder unterschwellig eingeflochtenen, frostigen Melodiebögen, welche wunderbar miteinander wechselwirken. „New Horns“ und „Mind Killer“ zünden mit dieser Mischung sicher live genauso wie auf Platte.

EARTH ROT liefern grundsoliden, angeschwärzten Schwedentod, sind aber noch nicht ganz am Zenith angelangt

„Unparalleled Gateways To Higher Oblivion“ und Quasi-Closer „Unravelling Vapour of Sanity“ haben nicht nur lange Namen, sondern probieren sich auch ein wenig in der Theatralik aktueller Black/Death-Metal-Bands (BEHEMOTH) mit unheilvollem und leicht sakralen Unterton der aufspielenden Leads, Chorälen und ruhigeren Parts. Diese leicht exotischen Elemente machen die Würze auf „Black Tides of Obscurity“ , was es über den Status „nur ein weiteres Schwedentodalbum“ heraus hebt. EARTH ROT haben definitiv eine gute Verbindung von Black Metal und Death Metal gefunden, allerdings fehlen noch ein wenig die Hits und das songwriterische Können, welches ähnlich gelagerte Bands wie etwa SVART CROWN auf ihrem neuen Album zeigen.

Closer „Out in the Cold“ (mit Unterstützung von TAAKE’s Christopher Zibell an den Löffeln – ja, richtig gelesen!) dürfte für die ein oder andere gezückte Augenbraue sorgen. Blueslicks und rauchige Stimme beinahe wie aus dem Marlboro-Werbespot, als Abschluss eines ansonsten eher kalten, fröstelnd wirkenden Todesbleialbums? Ungewöhnlich und ehrlicherweise anfangs ärgerlich überraschend, aber mit jedem weiteren Durchgang ergibt der Song irgendwie mehr Sinn. Fast wie die Lagerfeuerrunde nach einer guten Story, wenn alle wieder in der „Realität“ aus dem Kopfkino angekommen sind. Mit dem Labelsigning und dem neuen starken Material von „Black Tides of Obscurity“ im Rücken ist EARTH ROT nur eine wachsende Anhängerschaft zu wünschen.

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11.03.2020

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1 Kommentar zu Earth Rot - Black Tides of Obscurity

  1. elLargo sagt:

    Das ganze Album klingt leider nicht nach blackened Death, auch nicht nach einem gelungenen Spagat zwischen beiden Genre, sondern klingt leider so wie das Cover aussieht: wo kommt denn jetzt die Ziege her? Völlig Wirr.
    Die Rezension stimmt, klingt an manchen Stellen voll nach Stockholm Death, „Ancenstral Vengeance“ ballert zum Anfang und klingt voll nach Dark Funeral. Es stimmt stimmt leider auch dass das Songwriting noch zu wünschen übrig lässt.

    5/10