Ewig Frost - Blue Septime Winters

Review

Dass es sich bei EWIG FROST um eine vorzügliche Liveband handelt, die mich mit ihrer absolut authentisch wirkenden Rock ´N Roll Attitüde und einer gehörigen Portion Gift und Galle seinerzeit binnen Sekunden mitreissen konnte, will ich der Leserschaft an dieser Stelle keineswegs vorenthalten. Denn jeder, der eine Band auf der Bühne kennen gelernt hat und zum ersten Mal ein Scheibchen gepresster Musik jener in den Hände hält, weiss, was das für ein komisches Gefühl ist. Kurz: Können EWIG FROST diese unfassbare Energie, die sie auf der Bühne verströmen auch in die heimische Anlage transportieren? Die Antwort lautet, schlicht und einfach, Jein! Doch Eins nach dem Anderen…

Das Duo (verstärkt von Sessionmusikern) legt sein Hauptaugenmerk auf dreckigen, schnörkellosen Black Metal norwegischer Prägung. Dass genanntes Schwarzmetall allerdings äußerst rockig und streckenweise regelrecht punkig dargeboten wird unterstreicht die Info des Pressezettels, dass die beiden Kremser besonders auf Bands wie DARKTHRONE oder ältere CARPATHIAN FOREST stehen. Und obwohl die Band keinen Hehl daraus macht, wo ihre Wurzeln liegt muss ich EWIG FROST durchaus eine eigene Linie attestieren. Mal in bester 3-Akkord-Manier voranpreschend, mal nahezu melodiös tragend (“Die Brut”) oder groovig-rockend (“Throne Of Slaves“): Ein roter Faden lässt sich vor Allem im “angepissten” Flair der Kombo ausmachen, der sich wie ein Schleier über jeden der neun Songs legt. Die Produktion ist dabei recht roh und einfach gehalten, ohne jedoch Details vermissen zu lassen. Zwar hätte den Songs ein dickerer, basslastigerer Sound sicherlich nicht schlecht getan, die recht dünne Produktion unterstützt jedoch eher das Feeling der Platte: Bier, Kotze und Satan! Gesanglich gleich N. dabei einem regelrecht besessenen Bastard, der äußerst rau und krächzig rüberkommt. Eine Art Lemmy im Black-Metal-Modus sozusagen, haha. Alles in Allem also eine wirklich runde Sache, die uns “Blue Septime Winters” beschert.

Um auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen: Zwar schaffen es EWIG FROST nicht ganz, meine Euphorie beim vernehmen des Materials in ähnliche Höhen zu schrauben wie sie es auf der Bühne geschafft haben, “Blue Septime Winters” macht jedoch trotz Allem regelrecht Spaß und wird seinen Weg noch oft in meinen CD Spieler finden. Der wirklich “unaufwändige” Black Metal mag nicht jedermanns Sache sein, wer jedoch in Stimmung für angepissten, bierschwangeren und einfach dreckigen Black Metal hat sollte EWIG FROST eine Chance geben!

08.08.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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