Falconer - From A Dying Ember

Review

Soundcheck Juni 2020# 9

Wie groß mag die Bürde sein, wenn man als Band sein Magnum Opus schon mit dem Debütalbum veröffentlicht hat? Das wäre sicher eine spannende Frage. Ansonsten hat sich im Hause FALCONER auch mit „From A Dying Ember“ nicht viel verändert seit dem Debüt. Auf dem achten Album, der Schweden regieren wieder einmal die Gitarre von Stefan Weinerhall und der Gesang von Mathias Blad. Das ist zweifelsfrei eine Stärke von FALCONER. Auf der anderen Seite ist aber auch genau das da Problem der Band. Die Mischung aus Folk und Metal könnte sich im Laufe der Zeit abnutzen.

Alte Zutaten, aber nicht schlecht

Könnte sie, tut sie aber nicht. Denn beispielsweise im Vergleich zum „Amrod“-Album wirken FALCONER im Jahr 2020 wieder deutlich fokussierter und entschlossener. Das machen Songs wie „Desert Dreams“, „Testify“ oder „Redeem And Repent“ sehr eindrucksvoll deutlich. Hinzu kommt, dass FALCONER sich wieder auf die großen Melodien konzentrieren, sodass ein jeder der elf Songs direkt ins Ohr geht und sich dort hartnäckig hält. Und dennoch haben die Schweden neue Facetten zu ihrem Sound addiert, wie zum Beispiel in „Thrust The Dagger Deep“, das untermalt von mächtigen Hammond-Orgel-Sounds einen superben Seventies-Vibe verprüht und Erinnerungen an alte URIAH HEEP Großtaten wach werden lässt. Oder auch das abschließende „Rapture“, das etwas untypisch für FALCONER ist. Hier finden sich Querverweise in an MITHOTYN, die alte Band von Mastermind Stefan Weinerhall, in Form von Blastbeats. Passt aber super zu der melodischen Gitarrenarbeit.

Ein Kandidat für die Höchstnote?

Ist „From A Dying Ember“ dann ein Album, das die Höchstnote verdient hat? Leider nicht ganz, denn ein, zwei Songs können qualitativ nicht mit den restlichen Nummern mithalten. Als Beispiel hierfür dient der Opener „Kings And Queens“, das trotz guter Ansätze irgendwie nicht so recht aus der Hüfte kommen will. Auch „Bland Sump Och Dy“ kann mit den anderen Songs nicht ansatzweise mithalten (auch wenn ich hier eine Interpretation einer folkloristisch-traditionellen Nummer vermute), auch „Fool’s Crusade“ dümpelt etwas vor sich hin. Der Rest des Albums weiß aber durchaus zu überzeugen.

Ein starkes Album der Schweden

Alles im allem haben FALCONER mit „From A Dying Ember“ es leider erneut nicht geschafft an die Qualität des ersten Albums anzuknüpfen. Und dennoch ist der Band aus Mjölby ein starkes Album gelungen, das vornehmlich durch die Besinnung auf alte Stärken punkten kann.

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24.06.2020

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12 Kommentare zu Falconer - From A Dying Ember

  1. nili68 sagt:

    Ich frage mich gerade, wie geil das mit ’nem Sänger klingen könnte und nicht mit so ’nem gelangweilten Typen, der das Telefonbuch vorliest..

    1. Stormy sagt:

      Genau solche patzigen, dümmlich, fast schon trollig formulierten Kommentare sind ein Grund dafür das Metal-Fans das Image der primitiven Dumpfbacken anhaftet.

      Muss dir ja nicht gefallen, aber das kannst doch selbst du besser formulieren und musst dich nicht wie ein Vollproll, der schon zum Frühstück ne halbe Kiste Bier braucht, geben.

      1. nili68 sagt:

        Ich fand das eigentlich ziemlich eloquent.

      2. Watutinki sagt:

        Das Metaller auf Kritik immer so empfindlich reagieren, erinnert mich eher an eine primitive Dumpfbacken Mentalität.

      3. Stormy sagt:

        @Watu
        Nimm deine Benzos, befass dich mit getriggerten Drums, Nuclear Blast und der großen Fanverarsche, aber halt ansonsten die Finger still. Dein Kumpel kommt ganz gut ohne deinen Beistand klar, wie seine Antwort gut gezeigt hat. Er hat schon verstanden was ich meinte. Ist auch nicht schwer, mit klarem Verstand.

      4. nili68 sagt:

        Ich fühle mich instrumentalisiert.. lol

      5. Watutinki sagt:

        Sich von nem NB Groupie so was sagen zu lassen tut schon weh!

  2. doktor von pain sagt:

    Endlich pöbelt hier mal wieder einer rum. Es ging viel zu lange gesittet zu.

    1. BlindeGardine sagt:

      Hoffentlich liest Horst Seehofer nicht mit, wer weiß auf was für Gedanken der wieder kommt. Abgesehen davon muss ich nili hier aber zustimmen, der Gesang klingt echt arg gelangweilt und zieht das ganze doch schon beträchtlich runter.

  3. puppenjunge sagt:

    Wer den Gesang schlecht findet hat glaube ich den Sinn dieser Art von Musik nicht inne.

    1. Steppenwolf sagt:

      Power Metal hat einen Sinn?

      1. Bummsgeordy sagt:

        Mathias Blad ist Theaterschauspieler und Musicaldarsteller. Das hört man seinem Gesang auch absolut an und der hat mal gar nichts Power Metal mäßiges. Man muss die Musik (oder den Gesang) nicht toll finden, aber man muss Falconer attestieren, dass sie absolut einzigartig klingen. Und das liegt an der Kombi Musik und Gesang.
        Ich weiß aber was nili68 meint mit „gelangweilten Sänger, der das Telefonbuch vorliest.“ Die beiden vorab Songs klingen auch wirklich so. Der Rest des Albums ist allerdings besser.
        Falconer sind auch nicht immer meine Baustelle, da muss ich echt bock drauf haben. Aber das was sie gemacht haben, haben sie bis zu diesem letzten Album konsequent – authentisch und gut- durchgezogen.

        8/10