Fen - Carrion Skies

Review

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Gerade noch mal den Kalender durchforstet: Doch, mein erster Kontakt mit FEN ist tatsächlich erst ein Jahr her. Damals als Opener der 2013er-AGALLOCH-Tournee war der schwere Stand gewissermaßen vorprogrammiert. Und tatsächlich, so richtig gefunkt hat es zwischen uns nicht. Wobei ich seinerzeit nicht ganz auszumachen vermochte, ob es die Kompositionen an sich, der dünne Live-Sound zwecks instrumental beschränkter Trio-Besetzung oder eben AGALLOCHs anschließende Best-Of-Show der Superlative war, welche die Briten etwas farblos wirken ließ. Meine Kollegen aus der Redaktion hingegen empfanden das bei vorherigen Outputs offenbar anders. In diesem Sinne: Neue Scheibe, neues Glück!

„Carrion Skies“ bietet klassisch-melodischen Black Metal, durchsetzt von denjenigen Elementen, die in der Szene heute gerne als Post-Rock-Touch verschrien werden. Zwischendurch etwas doomiges Geriffe und natürlich einige Verschnaufpausen in Form von Clean-/Akustikgitarren-Passagen. Ansonsten wird hier Geballer-technisch nicht lange gefackelt. (Checkt das Albumcover, Wortwitz erster Güteklasse.) Etwas Variation bietet dafür gelegentlich der rhythmische Sektor, Drummer Paul „Derwydd“ Westwood sorgt mit teils durchaus interessanten Snare/Bass-Drum-Variationen dafür, dass die Platte nicht durchgehend im Blastbeat-Morast des zeitgemäßen Atmospheric Black Metals zu versinken droht. (Im Beipackzettel spricht man von „Progressive Black Metal“, aber lehnen wir uns nicht zu weit aus dem Fenster…) Apropos Atmosphäre: Diese zu erschaffen, scheint zwar durchaus die Ambition der Musiker zu sein, doch mit der Gitarre als einzigem Klangfarbe erzeugenden Instrument tut man sich dann doch eher schwer. In der zweiten Hälfte setzt man dann aber vermehrt auf hallige Backings im fließenden Übergang zu ganzen Clean-Gesang-Passagen, die selten mal etwas wirklich Großes zu entfesseln wissen („Sentinels“ – stärkster Song der Scheibe!), aber es dann meistens doch nicht über das Attribut „ganz nett“ hinwegschaffen.

Als „grundsolide“ bezeichnete Kollege Meul den Vorgänger „Dustwalker“ damals. Und, ja, in die Reihen der grundsoliden Produktionen reihen sich FEN auch mit „Carrion Skies“ wieder tapfer ein – nur tun sie das zum vierten Mal in Folge. Was sagt uns das? Nun, vermutlich, dass hier Musiker am Werk sind, die ihr Handwerk zwar bestens verstehen, aber es gleichzeitig immer noch nicht geschafft haben (Subjektivitäts-Sensor schlägt Alarm!), in bedeutendem Maße aus der Flut an melodischem Post-Atmospheric-wasauchimmer-Black-Metal herauszustechen.

„Carrion Skies“ bietet gerade im melodischen Sektor über weite Strecken nicht viel, was man nicht in ähnlicher Form von AGALLOCH, frühen EMPEROR und meinetwegen noch ENSLAVED oder NAGLFAR gehört hätte. Trotzdem (deswegen?) sicherlich ein Anspieltipp für Fans von WINTERFYLLETH, ALTAR OF PLAGUES und WOODS OF DESOLATION.

(Und wehe, hier kommentiert mir jemand, 6/10 sei ein Verriss. Sonst gibt’s Haue!)

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17.11.2014

Ja, weißt du … das ist vielleicht … deine Meinung, Mann.

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