Flares - Solar Empire

Review

Nach zwei EPs legen die im Jahr 2007 in Saarbrücken gegründeten FLARES mit „Solar Empire“ ihren ersten Langspieler vor. Die Platte ist ein „verkapptes“ Konzeptalbum und lehnt sich laut Band entfernt an die die Science-Fiction-Saga um Perry Rhodan an. Eine kurze Recherche ergab: Der Held unzähliger Groschenromane führt seine Leser in eine Zeit, in der die vereinsamte Erde als erloschener Klumpen durchs Universum kreist und die Menschen sich längst in andere Galaxien aufgemacht haben. Zeitreisen, das Weltall, unendliche Weiten – sicher alles Dinge, die man mit etwas Fantasie in der Musik des Fünfers wiederfinden kann.

Die Scheibe wurde von der Band komplett in Eigenregie aufgenommen und bietet eine Dreiviertelstunde vielschichtig inszenierten Post-Rock mit Synthie-Schlagseite. Allerdings: „Solar Empire“ überzeugt letztlich nicht über die volle Distanz. Zwar beherrschen die fünf Musiker unbestritten das Genre-Einmaleins im Schlaf und arbeiten entsprechend souverän mit Gitarrenlayern, Effekten und Dynamik. Zudem verwebt das Quintett das klassische Instrumentarium immer wieder gekonnt mit sphärischen Samples und Synthie-Elementen. Auf diese Weise schaffen FLARES in Songs wie „Opaque“ oder dem Opener „Rainbow in B/W“ erhabene Post-Rock-Momente mit raumgreifendem Ambiente.

Gelegentlich zeigt sich die Band allerdings weniger treffsicher: Im angesprochenen Opener, dem Siebenminüter „The Skies Are Pregnant“ sowie dem phasenweise erfrischend rabiaten „Crystal Math“ trüben beispielsweise etwas unbedarfte Tempowechsel das Stimmungsbild, dem wunderbar epischen Schlusspart von „Wanderer“ wiederum steht das hektisch-hölzerne erste Songdrittel gegenüber. Generell erfolgen viele musikalische Wendungen innerhalb der Stücke sehr abrupt – an vielen Stellen ist das spannend, an anderen wirkt es hingegen eher wie schlechtes Timing.

Mit dem verträumten, psychedelisch angehauchten Schlusstrack „Apollonia Suite“ betreiben FLARES dann zumindest noch einmal kräftig Ergebniskosmetik: Der Song ist – wenngleich insgesamt sehr zurückhaltend – eine durchweg stimmige Angelegenheit: Zart säuselnde und weiche Clean-Gitarren treffen im Verlauf der Nummer schließlich sogar auf einige Zeilen Gesang – der sich trefflich im Hintergrund hält und so als bereicherndes Element des Gesamtsounds fungiert.

Letztlich weisen FLARES mit ihrem Debüt nach, dass sie das Gespür für Atmosphäre und die nötige Musikalität mitbringen, um sich im Genre einen Namen zu machen. Ob sie der nächste, hell leuchtende Stern am Post-Rock-Himmel werden, bleibt vorerst abzuwarten – Perry Rhodans Raumschiff hat noch ein paar Startschwierigkeiten.

11.01.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

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