Gnaw Their Tongues - Genocidal Majesty

Review

KURZ NOTIERT

Mauries „Mories“ De Jong wandelt mit seinem Soloprojekt GNAW THEIR TONGUES  schon seit der Gründung 2005 auf musikalisch eher neuen Pfaden in einem verstörendem und beängstigendem Dickicht aus Black Metal, Noise, Industrial und Ambient. Bei der Flut an Veröffentlichungen klappt einem dann schon mal die Kinnlade herunter und bei Gefallen der Geldbeutel aus der Hose. Beim Anhören der kranken Musik schwangt man zwischen Sich-in-die-Ecke-verkriechen wollen, Kopfschmerzen, Apostasie und spontanen Selbstverletzungsfantasien. War auf den alten Werken schon so, ist auf „Genocidal Majesty“ ähnlich. Hämmernde Drums aus der Konserve, heisere Schreie, Ambient und Noise-Collagen, die einen Stück für Stück an den Wahnsinn und Rande des menschlichen Verstandes führen. Was auf manchen der alten Veröffentlichungen dem Rezensenten durchaus im Sinne der extremen Idee von Kunst eine gewisse Anerkennung und Faszination entlockte, ist auf dem neuesten Dreher anstrengend, langweilig und  – zumal eh schon durch Grippe-Kopfschmerz-geschädigt – beim Rezensenten eine wahre Tour-De-Force. Abwechslung = Null, der Verstörungsfaktor hält sich trotz lang und nervig aufheulender Elektronik und basslastig wummerndem Fundament recht in Grenzen, sodass beim Hinhören die Musik sich eher als nervendes Etwas in den Hintergrund verzieht, wie ein lautes Brummen einer Maschine, anstatt dass man Gehörtem da noch folgt. Als Soundtrack für das nächste suizidale Massenevent und gestörte Persönlichkeiten sicherlich durchaus geeignet, für Hörer, die noch ihre Sinne beisammen und auch bei gestörten, chaotischen und misanthropischen Bands noch einen gewissen Ästhetizismus-Anspruch haben, wahrlich vernachlässigbar. Genozidal? Ja, wahrscheinlich. Majestätisch? Mitnichten.

05.03.2018

Scientists are still trying to figure out why circular pizzas are stored in square boxes and eaten in triangular shape.