Goat Explosion - Rumors Of Man

Review

GOAT EXPLOSION werfen mit „Rumors Of Man“ die Frage auf: Ist es wirklich schon zehn Jahre her, dass aus Leipzig Hypezig wurde? Nachdem Berlin zum großen Teil gentrifiziert worden war, trieb es Studenten, Kunstschaffende und andere zwielichtige Gestalten in die sächsische Messestadt. Die Mieten waren billig, arbeitslos konnte man auch dort sein und in manchen Stadtteilen hatte man sogar seine Ruhe vor marodierenden braunen Horden aus der sächsischen Provinz. So verwundert es nicht, dass in Leipzig auch eine floriende Metalszene entstanden ist, wo sich die Musiker aus den unterschiedlichsten Bands gegenseitig befruchten und zu neuen Höchstleistungen schrauben.

GOAT EXPLOSION aus der Szenehochburg Leipzig

Auch bei GOAT EXPLOSION stoßen aktuelle und ehemalige Musiker aus Bands wie DVISION SPEED (Thrash Metal bei High Roller Records), BLACK SALVATION (Psychedlic Rock bei Relapse Records), VIDARGÄNGR (Black Metal bei War Anthem Records), DOWN ON KNEES I’M WEAK (Sludge bei SM Records) und anderen zusammen und haben es in vier Jahren von einem spuckigen Demo zu einem Debüt bei Into Endless Chaos Records geschafft, von dem es 500 Kopien auf CD und 300 auf Vinyl geben wird. Nur das Covergemälde von „Rumors Of Man“ haben 1993 schon die amerikanischen Power Metaller EXXPLORER für ihr Album „A Recipe For Power“ verwendet.

Bei GOAT EXPLOSION regiert das Riff. Ausrufezeichen. Die Leipziger stehen mit beiden Gitarren fest im Grundgerüst von Stoner Rock und traditionellem Doom Metal. Die beiden Gitarristen lassen dem Hörer in der Dreiviertelstunde keine Chance, an etwas anderes als eine Wand aus Sound zu denken. Natürlich gibt es ruhigere Passagen und wütende Ausbrüche, eigentlich alles, was ein gutes und abwechslungsreiches Songwriting ausmacht. Hinter dieser Wand aus Gitarren gerät das Schlagzeug ein wenig in den Hintergrund, aber auch die Arbeit vom DIVISION SPEED-Sänger Seitz ist lobenswert zu erwähnen. Dier Produktion rückt alle Instrumente in das richtige Licht und sorgt für einen massiven Sound. Plötzlich kann ich mich sogar mit dem leicht nasalen Gesang von Basti anfreunden.

„Rumors Of Man“ – traditioneller Doom Metal

Lassen wir das Thema Hype um Leipzig und Doom Metal mal beiseite, bei GOAT EXPLOSION haben wir es mit vier Musikern aus unterschiedlichen Bands zu tun, die sich zusammengefunden haben um ehrlichen traditionellen Doom zu spielen. Mit „Rumors Of Man“ ist ihnen dabei ein überraschend starkes Debüt gelungen, das fast keine Wünsche offen lässt. Sagt nicht, ihr hättet von nichts gewusst, wenn plötzlich die Erstauflage ausverkauft ist. Gute neue Bands sollten nicht nur den Hipstern vorenthalten bleiben.

14.07.2018

Schuld ist man immer nur selbst, alles andere ist Feigheit.

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1 Kommentar zu Goat Explosion - Rumors Of Man

  1. Bluttaufe sagt:

    Ist wirklich ein richtig gutes Album geworden, welches seit einigen Tagen fast täglich läuft. Kann man sich durch die Stoner Rock Kante auch ganz gut im Sommer anhören. Wobei ich den Stoner Anteil eher relativ finde. Die schaffen es einfach den doch recht traditionellen Sound spannend zu halten. Teils ist das dann schon richtig episch. Wobei hier sicher der Sänger einen großen Teil dazu beiträgt.
    Hoffentlich bleibt es nicht bei dem einen Album.

    9/10