Goat Semen - En Vivo En Lima Hell

Review

Dass eine Band wie GOAT SEMEN (hauptberuflich Ziegenmelker an fragwürdigen Stellen) wohl 90 Prozent der gesamten Metal.de Leserschaft eher in die Flucht schlagen würde anstatt sie in Verzückung zu bringen kann man denke ich dem folgenden Review voraussetzen. Der peruanische Vierer hat sich einer Musikrichtung verschrien, die von mir gerne schlicht als „Drecksaumeddl“ betitelt wird, vor sämtlichen menschlichen Ausflüssen nur so strotzt und sicherlich alles andere als Massenkompatibel ist. Wer mit Bands wie SARCOFAGO, MANTICORE oder eventuell auch BEHERIT etwas anfangen kann sei an dieser Stelle eingeladen weiter zu lesen, denn eine gewisse Affinität zu einer gehörigen Portion „Kult“, Rotzfaktor und wirrem Minimalismus muss man einem Livealbum wie „En Vivo En Lima Hell“ vermutlich einfach voraussetzen.

Richtig wir reden über ein Livealbum, oder sollte ich besser „Livemitschnitt“ sagen? Jedenfalls prügelt sich die Band auf ihrer neuesten Veröffentlichung durch ein Set von zehn Songs, welche in einer (für das von „Hochglanz-Livealben“ verwöhnte Ohr) dermaßen schlechten Qualität präsentiert werden, dass einem Hören und Sehen vergeht: Das Schlagzeug poltert- meist blastend, manchmal rockig- vor sich hin, als ob es mit 3 Mikrofonen abgenommen wurde und von der Gitarre vernimmt man auch eher das Geschrammel der rechten Hand anstatt die Griffbrettorgien der linken. Der „Gesang“ kommt dabei vor Galle triefend krächzig rüber und die gelegentlichen Ausflüge ins Powermetal-Lager (die wohl eher mit einem Augenzwinkern zu sehen sind) unterstreichen den wunderbaren trashigen Charme des Sounds. Wer sich nun immer noch nicht vorstellen kann, in welchen musikalischen Gefilden der Ziegensamen wildert sollte sich vielleicht einmal MAYHEMs „Deathcrush“ zu Gemüte führen um sich ein ungefähres Bild vom Gebotenen machen zu können: Relativ tiefes Powerchordgeschrammel, welches sich eher selten mit mehr als 4 Akkorden beschäftigt paart sich mit typischem südamerikanischem highspeeddrumming um einen richtig angepissten Bastard zur Welt zu bringen. Neben den erwähnten zehn Liveaufnahmen finden sich auf „En Vivo En Lima Hell“ auch noch zwei völlig neue, unveröffentlichte Studiotracks, die (logischerweise) wesentlich glatt polierter daherkommen als der Konzertmitschnitt, ohne jedoch einen gewissen „rauen Charme“ vermissen zu lassen.

Wie eingangs erwähnt werden wohl nur die Wenigsten gefallen an GOAT SEMEN finden, denn es handelt sich hierbei eben um eine relativ kurzweilige, minimalistische und vor Allem sehr raue Musikrichtung, mit der wir es hier zu tun haben. Wer jedoch mit oben erwähnte Bands etwas anfangen kann oder Lust auf 50minuten geballte Kotze hat sollte bzw. muss sich dieses Livealbum zumindest einmal angehört haben.

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07.05.2007

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