Graveyard - Fever

Review

Soundcheck Oktober 2026# 9 Galerie mit 27 Bildern: Graveyard - Co-Headliner Fall Tour 2024 in Berlin

Auf dem Weg zum Rockolymp und kurz davor gekentert. Von 2006 bis 2016 drehte sich das GRAVEYARD-Rad wie eine geölte Maschine. „Hisingen Blues“ oder „Lights Out“ erhielten diverse Auszeichnungen, unter anderem Gold in Schweden. 2016 folgte die Auflösung der Band, 2017 die Neugründung und 2018 „Peace“, das zumindest in Schweden noch erfolgreich war. Album Nummer sechs aus dem Jahr 2023, welches einfach als „6“ betitelt wurde, war eine Enttäuschung und hat nicht viel mit den erfolgreichen vorherigen LPs zu tun. 2026 der nächste Versuch. Haben GRAVEYARD das Fieber, was die Band zwischen 2006 und 2016 auszeichnete, auf „Fever“ zurück?

Ist das alte Fieber bei GRAVEYARD zurück?

Personell hat es zwischen „6“ und „Fever“ keine Veränderungen gegeben. Seit der Neugründung sind die beiden Saitenarbeiter Joakim Nilsson und Jonatan Larocca Ramm die Zeugen der großen Erfolge zwischen 2011 und 2016. Nach eigenen Angaben ist „Fever“ eine Mischung aus trockenen Fuzz und Verzerrung der Marke BLACK SABBATH und weit entfernt vom eher introvertierten Vorgänger.

Der Auftakt „Back From The Grave” liefert in Teilen fast BLACK-SABBATH-Gedächtnisriffs, die im GRAVEYARD-Gewand einen leichten Bluesrock-Touch bekommen, sonst aber ordentlich Staub aufwirbeln. Sachen wie „Tongue Tied“ oder „A Better Cut“ knüpfen an den energetischen Retro-Rock der Truppe aus früheren Tagen an.

Auch bluesige Stücke gibt es auf „Fever“. Beispiele wären „A Means To An End“ oder „Time To Tell“, die den souligen Sound mit Bluesrock geschickt verweben und zu den hervorstechenden Tracks auf „Fever“ gehören. Allen voran „Time To Tell“ wirkt wie aus der Zeit gefallen und sollte Retro-Rock-Freaks abholen.

Wer tief in den Blues Rock eintauchen möchte, kann das mit dem mehr als siebenminütigen Finale „Dead Note“. Der versuchte Spagat zwischen dem Vorgänger „6“ und „Fever“ ist deutlich introvertierter als das übrige Material.

Mit „Fever“ auf dem richtigen Weg

GRAVEYARD anno 2026 melden sich mit ihrer siebten LP „Fever“ zurück und begeben sich erneut auf den Retro-Rock-Weg. Dabei setzen GRAVEYARD auf ihre bekannte Melange aus Blues Rock, Hard Rock und schweren BLACK-SABBATH-Riffs. Nicht alle Lieder können überzeugen. Gerade der überlange Abschluss „Dead Note“ will nicht zum Punkt kommen.

Dagegen stehen mit dem Bluesrocker „Time To Tell“ oder „Tongue Tied“ starkes Material, welches die Retro-Rock-Freaks auf den bekannten Festivals, wie dem Hoflärm oder dem Herzberg-Festival, abholen sollte. Insgesamt dürfte „Fever“ für erfreute Gesichter bei der Fanbase sorgen. Ein Schritt in die richtige Richtung ist Album Nummer sieben von GRAVEYARD auf jeden Fall, auch wenn nicht alles Gold ist, was auf dem Plattencover glänzt.

02.10.2026

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

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