Graveyard - Peace

Review

Galerie mit 21 Bildern: Graveyard – Summer Breeze Open Air 2018

Sie befanden sich schon auf der Überholspur und fanden dennoch im September 2016 ein überraschend rasches Ende. GRAVEYARD, eine der bedeutendsten Bands des Retro-Rocks lösten sich plötzlich auf. Zum Glück kommt es aber bekanntlich manchmal anders als man denkt – bereits Anfang 2017 erfolgte die Reunion der Schweden, bei welcher aber Gründungsmitglied Axel Sjöberg (Schlagzeug) fehlte. Dieser wurde durch Oskar Bergenheim ersetzt.

Aufbruchstimmung bei GRAVEYARD – „Peace“

GRAVEYARD scheinen wieder mit sich selbst im Reinen zu sein. „Peace“, der Titel scheint Programm, ist so etwas wie die Musik gewordene Friedenspfeife. Das wird gleich mit dem Songtitel des straight rockenden, angriffslustig drückenden Openers „It Ain’t Over Yet“, Ansage und Versprechen zugleich, klar, der diese positive Aufbruchstimmung vermittelt, die sich durch das gesamte Album zieht. Man merkt zu jeder Zeit diese neu entfachte Leidenschaft, die in den mit viel Seele dargebotenen Songs steckt. Kleiner Wehrmutstropfen: das leicht jazzige Feeling von Axel Sjöberg fehlt mir etwas bei Oskar Bergenheim, dennoch haben GRAVEYARD auch mit ihm ihren dominanten Groove, welcher insbesondere in den härteren Songs wunderbar warm wummert, nicht verloren. Zwei Songs auf „Peace“, das balladeske, latent melancholische „See The Day“ und die lässig coole Sechziger-Nummer „Bird Of Paradise“, werden von Bassist Truls Mörck gesungen. Bei „Bird Of Paradise“ erinnert die Stimme an Jimi Hendrix. Sonst dominiert das rauchige, in Whiskey getauchte Organ von Joakim Nilsson, der auch ehrlich gesagt variabler und ausdruckstärker singen kann. Dazu das dynamische Zusammenspiel von trockenen Gitarrenriffs, bluesigen Soli, pumpenden Bässen und einem natürlich klingenden Schlagzeug. Mit authentischer Leichtfüßigkeit spielen GRAVEYARD so unbeschwerte Songs wie den fuzzigen Boogie-Rocker „Cold Love“, das schwungvolle „Please Don’t“, die entspannte Blues-Ballade „Del Manic“, in welcher die tiefe Stimme an Johnny Cash erinnert, und das psychedelische „The Fox“.  Eines der Highlights auf „Peace“ ist auch das abschließende, epische „Low (I Wouldn’t Mind)“ mit seinen sich duellierenden Gitarren und gospelähnlichem Gesang zwischendrin. Gekrönt wird das Album von der staubtrockenen, dynamischen Produktion, der Sound klingt zeitlos und kraftvoll zugleich. Im Ganzen gesehen bleibt das überragende „Innocence & Decadence“ unerreicht, dennoch ist „Peace“ ein starkes Comeback-Album.

Give „Peace“ a chance!

Man benötigt schon ein paar Durchläufe, aber dann zündet „Peace“ mächtig. Zum Glück haben GRAVEYARD ihren Frieden gefunden und klingen wieder wunderbar unbeschwert.

25.05.2018

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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