Hadopelagyal / Thorybos - Conjuring Subterranean Vortex

Review

THORYBOS gelten seit Jahren als die Hoffnungsträger Deutschlands, die ihre Trümmerhaufen in Erinnerung an US-Größen wie BLACK WITCHERY auftürmen. Mit ihren Split-Partnern HADOPELAGYAL mischt in dieser Schublade seit kurzem eine weitere Band aus Leipzig mit, die sich dank ihres Demos „XXXVI XXXI N XXV XXVIII O“ im Underground schon zu Recht als Geheimtipp etabliert hat. Zur „Conjuring Subterranean Vortex“-Split-EP haben nun beide Bands zwei neue Songs sowie je ein beziehungsweise im Falle von THORYBOS zwei Intros beigesteuert. Das Ergebnis: Ungemütliche 40 Minuten und das Versprechen, dass sich im hiesigen Underground einiges bewegt.

Weder HADOPELAGYAL noch THORYBOS liefern B-Ware

Den Anfang machen HADOPELAGYAL, die nach einem Schauder-Intro eher gemäßigt starten. „Beshrew Thee – Through Mephitic Babeldom in Aphotic Vorago“ braucht etwas, um in die Gänge zu kommen, dreht dann aber gewaltig auf. Roh und ungestüm, aber eben bei weitem mehr als Krach. Etwas Chaos, ein guter Blick für Abwechslung und Tempo-Variationen machen aus einem plättenden Inferno am Ende ein spannendes Feuerwerk, das eben ganz in der krachenden Tradition des gewalttätigen deutlich angeschwärzten Death Metals der oben erwähnten US-Veteranen steht.

Auch „Perspice Obscurum, Ubi Ima Reges, Lucem Contemnes, Ad Amentiam Convertes“ korrigiert die Fahrtrichtung nicht. Doch statt durchgehend aufs Gaspedal zu drücken, lassen sich HADOPELAGYAL bei ihrem zweiten Song noch mehr Raum, auch langsame, fast schon doomige Parts dazwischenzuschieben. Dadurch verleihen sie dem Klangbild noch mehr Schattierungen, die für eine bedrohliche, spannungsgeladene Atmosphäre sorgen. Und während es leicht wäre, das Duo in eine Krachschublade zu stecken, zeigt der Blick ins Detail, dass eben auch hier viel mehr drinsteckt, als der erste Moment vermuten lassen möchte. Ähnlich wie vor einigen Jahren bereits TRUPPENSTURM oder eben THORYBOS, schaffen es auch HADOPELAGYAL, ihren Songs neben Energie auch feine Details zu verpassen, die das gewisse Etwas bei dieser Gangart ausmachen.

„Conjuring Subterranean Vortex“ geht als Split-EP des Jahres durch

Womit wir auch schon bei THORYBOS sind, die ohne Zweifel ein bisschen Vorsprung vor ihren Split-Kollegen haben. Allein, weil sie für ihren Beitrag zu „Conjuring Subterranean Vortex“ ihre ganzen Stärken bündeln. „Gate I Hamartigenia“ gilt zwar als Intro, geht aber gleichzeitig auch als spannendes Instrumental durch, bei dem surrende Gitarren und vehement hämmernde Drums den Boden für die Frontalattacke „Underground Cemetary“ bereiten. Das erste volle Stück der Niedersachsen zeigt eben genau das, wofür THORYBOS stehen. Die unbändige Energie der Band ist in jeder Sekunde zu hören und so knüppelt sich das Quintett schonungslos durch die gut vier Minuten. Bemerkenswert bleibt immer: Trotz minimalen Mitteln bleibt „Underground Cemetary“ äußerst eingängig.

Das ändert sich schlagartig, wenn das zweite Intro „Gate II Paraphernalia“ verklingt. THORYBOS zeigen sich hier noch variabler als in der Vergangenheit. „Temple Prostitution“ überrascht nach gewohnt wüstem Auftakt im Mittelteil mit einem glanzvollen Schwenk Richtung Doom/Death, der die Finsternis im Sound noch undurchdringlicher macht und einem, bis das Tempo wieder angezogen ist,  fast den Atem raubt. Das klare Highlight auf „Conjuring Subterranean Vortex“.

Mit diesem fulminanten Abschluss endet eine Split-EP, die als Werbebeispiel für dieses Format gelten könnte. Weder HADOPELAGYAL noch THORYBOS haben dafür B-Ware genutzt. Stilistisch ähnlich gelagert, gehen die 40 Minuten als absolutes Must-Have für Liebhaber durch. Weshalb ich auch nicht umhin komme, „Conjuring Subterranean Vortex“ als die Split-EP 2020 zu betiteln.

23.12.2020

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