Hämatom - Maskenball

Review

Galerie mit 23 Bildern: Hämatom - Summer Breeze Open Air 2019

15 Jahre HÄMATOM

Seit mittlerweile 15 Jahren geistern HÄMATOM bereits durch die Musiklandschaft. Dies gilt es gebührend zu feiern und so gibt es zum Jubiläum statt einer schnöden Best-Of-Platte ein neues Album mit alten Songs im neuen Gewand, frischen Cover-Versionen, jeder Menge Gäste und natürlich auch brandneuen Stücken. So richtig will diese vielversprechende Mischung allerdings nicht zünden.

“Wir sind keine Band“ eröffnet den die Scheibe. Es handelt sich dabei um eine Deutschrock-Klischee-Hymne vom Feinsten, inklusive “Es war ein langer harter Weg“-Textzeile, leicht mitzugrölender Hook und kitschig-rotzigem Gemeinschaftsgefühl. Nicht innovativ, hochgradig berechenbar aber immerhin eine nette Nummer für die Konzerte. Auch bei den restlichen neuen Eigenkompositionen bekleckern sich HÄMATOM nicht unbedingt mit Ruhm. Zu “Scheiße aber glücklich“ könnte man fast 1:1 dieselben Aussagen wie zu “Wir sind keine Band“ treffen, “Anti Alles“ schwankt zwischen gelegentlich spannenden Textzeilen und plumper Pseudo-Gesellschaftskritik und für “Unsterblichkeit“ müsste die Band pro Textzeile 5 Mark ins Phrasenschwein werfen. Letztgenannter Track, dessen Botschaft durchaus packend ist, hätte mit einer poetischeren Wortwahl deutlich aufgewertet werden können, doch leider bleibt diese Chance ungenutzt. Der einzige Song, der tatsächlich unter die Haut geht, ist “Engel lügen doch“. Hier stimmt einfach alles: Text, Message und vor allem der Gesang, bei dem Nord seiner Stimme das kehlige Keifen entzieht und somit zeigt, zu welchen gesanglichen Leistungen er fähig ist.

Falsche Wahl der Gastsänger

Im Laufe des ersten Hördurchgangs wird jedoch schnell klar, welch fatalen Fehler HÄMATOM mit den diversen Gastsängern gemacht haben. Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN), Alexander Wesselsky (EISBRECHER) und Michael Rhein (IN EXTREMO) überzeugen auf ganzer Linie mit ihrer Darbietung – und stellen so Nord ungewollt in den Schatten. Durch den direkten Vergleich der jeweiligen Stimmen bleiben stets ein fader Beigeschmack und die Frage, warum Nord auf “Maskenball“ bei lediglich einem Lied (das angesprochene “Engel lügen doch“) sein volles stimmliches Potential entfaltet. Besonders bei der Akustik-Version von “Alte Liebe rostet nicht“ im Duett mit Michael Rhein stört seine kratzige Art ungemein.

QUEEN und K.I.Z. auf einem Album?!

Cover-Versionen sind darüber hinaus ohnehin eine Kunst, bei der man schnell vielen Menschen auf die Füße treten kann. Wenn man beispielsweise schon QUEEN covert, dann sollte das mit musikalischem Feingefühl angegangen werden. Auch wenn HÄMATOMs Version von “I Want It All“ für sich betrachtet eine solide Rock-Nummer mit brettharten Gitarren ist, so wirkt sie doch im Vergleich zum Original eher stümperhaft. Deutlich besser schneidet hingegen das K.I.Z.-Cover “Boom Boom Boom“ ab. Das Original glänzt durch eine brisante Mischung aus schwarzem Humor und gepfefferter Sozialkritik, präsentiert in einem provokanten und intelligenten Text. HÄMATOM fügen der Nummer auf ihre Art eine gewisse Bissigkeit hinzu und gestalten das Ganze noch ein wenig dynamischer. Die restlichen Cover (u.a. WESTERNHAGEN und TWENTY ØNE PILØTS) dudeln leider eher lieblos dahin und hinterlassen keinen bleibenden Eindruck.

Insgesamt liefern HÄMATOM mit “Maskenball“ ein über weite Strecken langweiliges und berechenbares Rock-Album ab. Einem 15-jährigem Jubiläum wird das trotz kurzzeitiger Höhepunkte nicht gerecht, wobei eingefleischte Fans dennoch ihre Freude haben dürften. Es ist eben Standardkost.

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11.09.2019

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1 Kommentar zu Hämatom - Maskenball

  1. nili68 sagt:

    Bei der Ballade da ist echt Fremdschämen angesagt und der Rest ist auch nicht besser. Jesus Christ.. Wusste ich aber auch vorher schon, also diesen Kommentar genauso wieder vergessen und ignorieren wie das Album..