Ars Magna Umbrae - Lunar Ascension

Review

Die polnische Black-Metal-Szene hält sich vor allem im Zusammenhang mit Okkultismus und Esoterik gern bedeckt. Das hat sich auch mit dem jungen musikalischen Mysterium ARS MAGNA UMBRAE (lat. Kunst der großen Schatten) nicht geändert. Das Ein-Mann-Projekt hat nach der ersten EP “Through Lunar Gateways“ 2017 schon im Oktober 2018 sein erstes Full-Length Album veröffentlicht. Zeit also, “Lunar Ascension“ einmal genauer in Augenschein zu nehmen.

ARS MAGNA UMBRAE ist nicht nur in der Musik geheimnisvoll

Dass es auf dieser Platte nicht mit irdischen Dingen zugeht, zeigt auch das psychedelisch anmutende Cover Artwork. “Beneath the Underworld“ heißt das fünf Jahre alte Gemälde vom pakistanischen Maler Babar Moghal. Die Darstellung des Sujets bietet in diesem Fall massig an Interpretationsspielraum. Anders als bei den meisten Musikalben, lässt der Künstler, der sich selbst “K.M.“ oder “Petros Xolyathyos“ nennt, sein Publikum an seiner Kreativität vollends teilhaben. Die Lyrics hat er nämlich direkt mit veröffentlicht. Inhaltlich geht es um Themen wie die Mysterien des Nachthimmels, den Tod, Dunkelheit und kosmische Tiefen.
Musikalisch hebt das Werk erst nach den ersten Titeln ab. “Lunar Ascension“ und “Chthonic Torches of Gnosis“ sind die beiden längsten Songs der Platte. Ersterer ist komplett gesanglos und überlässt damit der Lead-Gitarre das Zepter. Diese Interpretation des Mond-Aufstiegs schafft einen fast schon theatralischen Spannungsbogen und wirkt wie ein in sich schlüssiger, abgeschlossener Akt, der bis zum Ende von einer allumfassenden Düsternis umhüllt wird, die bedrohlich hallend verklingt.
Im letzteren Titel bricht strichweise ein tobendes Untier durch einen Gesang, der das Blut in den Adern gefrieren lässt. Stürmische tosende Vocals stehen hier im Kontrast zu hauchzart und leise gesprochenen. Mit der Klangschale findet der Song ein rituelles Ende, das mit knarzendem Holz im Wind zudem besonders düster verstummt. Die restlichen sieben Titel bieten das übliche Repertoire an Ambient-Black-Metal und bilden mit einigen Tremoli und ordentlich Doublebass einen soliden Grundstock.

“Lunar Ascension“ – Unerreichbare Sphären?

Stilistisch zieht sich das okkulte Konzept wie ein roter Faden durchs Album, der lediglich durch unterschiedliche Lyrics partiell schmaler oder dicker wird und damit auf den ersten Blick eine leichte Varianz erreicht. Alles Ausschlaggebende schleicht grazil im Hintergrund umher. Die volle instrumentale Tiefe erreicht wahrscheinlich bloß ein geschultes Ohr, das sich die Zeit nimmt, ein Teil dieser Reise zu sein. Für alle, die nicht so genau hinhören und mehr auf saftigen aggressiven Black Metal abfahren, bleibt “Lunar Ascension“ eher hintergründiger atmosphärischer Metal.

 

20.01.2019

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