Isafjørd - Hjartastjaki

Review

Soundcheck November 2022# 7

Treffen sich zwei Isländer und beschließen, zusammen Musik zu machen… Was wie der Anfang eines Kalauers klingt, dabei aber vielmehr den Normalzustand auf dieser Insel im Nordatlantik beschreibt, wird mit ISAFJØRD und ihrem Debütalbum „Hjartastjaki“ zu etwas ganz Besonderem. ISAFJØRD ist die neue Band von Aðalbjörn „Aðði“ Tryggvason (SÓLSTAFIR) und Ragnar Zolberg (SIGN/ex-PAIN OF SALVATION), die sich mit ihrem Debütalbum in fast schon poppige, zumindest aber postrockige Gefilde wagen.

ISAFJØRD mögen’s melancholisch

Melancholisch wirkt das Ganze, zerbrechlich, aber auch in gewisser Weise intim – und bei aller Düsternis schwingt immer auch ein Hoffnungsschimmer mit. Das liegt nicht zuletzt am Gesang der beiden, aber auch daran, dass die Musik auf „Hjartastjaki“ nicht wie bei SÓLSTAFIR die ganz weite isländische Landschaft in all ihrer Monumentalität und Kargheit vertont, sondern eher auf das Leben der Inselbewohner fokussiert. Ganz wie auf dem Albumcover mit dem historischen Schnappschuss aus Ísafjörður, der kleinen Stadt am westlichen Ende Islands, wo die Väter der beiden Protagonisten Aðði und Ragnar ursprünglich herkommen (und deren Namen sie für ihre Band entlehnt haben).

„Hjartastjaki“ ist also im weitesten Sinne Post-Rock und verwendet neben bisweilen zurückhaltend eingesetzten Gitarren, Bass, Drums, Klavier, Orgel und hintergründigen Keyboards eine ganze Effektarmada, um den Sound angemessen zu verhallen und den Gitarrenleads diese Weite zu geben, die gleichermaßen Monumentalität, Euphorie und Sehnsucht ausdrücken. Poppig wird das Ganze vor allem durch seine Eingängigkeit, dadurch, dass einige der Songs schnell auf den Punkt kommen. Das hört Ihr beispielsweise beim Opener „Falin Skemmd“, wo die Gitarre direkt zu Beginn eine dieser reverbgeschwängerten Melodien spielt, die durch das Stück führen.

Reverbgeschwängerte Melodien

Das Album lebt aber auch davon, dass sich die eingesetzten Elemente so wunderbar ergänzen: Das ist nicht nur bei der Klaviermelodie am Anfang von „Min Svarta Hlið“ der Fall, die von einem wohlig-warmen Bass und dräuenden Gitarreneffekten unterfüttert wird. Auch der Gesang der beiden Protagonisten bildet einen leichten Kontrast: Auf der einen Seite hat Ragnar eine geschmeidige, jugendliche Stimme, während Aððis Kehle schon deutlich mehr Winter gespürt hat.

„Hjartastjaki“ setzt aber nicht nur auf feine Melancholie und wohlige Harmonie, sondern ist auch ein Album der Kontraste: Immer dann, wenn man als Hörer das Gefühl hat, dass die Songs ein wenig zu lieblich daherkommen, setzt doch noch ein monumentales oder dramatisches Finale ein: Das ist beim hymnischen „Heiðin“ genauso wie beim zunächst ganz intimen „Kuldaró“, das sich langsam aufbäumt und ziemlich metallisch ausläuft.

„Hjartastjaki“ berührt

Aber egal ob poppig eingängig oder sich langsam aufbauend: Die acht Stücke auf „Hjartastjaki“ haben wunderschöne Momente, sind immer wieder emotional berührend oder punkten ganz einfach mit ihren Melodien. Wenn Ihr keine Scheu vor Soundlandschaften und einer gehörigen Portion Melancholie habt, solltet Ihr „Hjartastjaki“ einfach mal antesten; besser ist es allerdings, das Album über einen kurzen Moment hinaus auf Euch wirken zu lassen. Dann stellt sich garantiert auch Gänsehaut ein.

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07.12.2022

- Dreaming in Red -

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