Kamelot - The Shadow Theory

Review

Galerie mit 26 Bildern: Kamelot - Silverthorn European Tour 2012

„The Shadow Theory“ nennt sich das neue Album aus dem Hause KAMELOT, über dessen Hintergründe bereits Kollegin Angela mit Bandkopf Thomas Youngblood und Sänger Tommy Karevik gesprochen hat. Mehr „auf die Fresse“ solle es demnach geben. Gibt es auf einigen Songs auch, allerdings fällt die Härte aufgrund des zumeist im Midtempo trottenden Materials und der wenig dynamischen Rhythmik nicht wirklich ins Gewicht. Und viel mehr als die üblichen Taktarten, die keinen Pop-Fan der Welt aus der Ruhe bringen sollten, ist hier eh nicht drin, wirklich „hart“ im Sinne von heavy, geschweige denn progressiv wird es also auch hier nicht.

Über ihre Schatten springen KAMELOT nicht gerade

Was nicht heißt, dass die Band nicht doch mal offensiv aus der Reserve kommt: „Mindfall Remedy“ ist vergleichsweise aggressiv ausgefallen, auch Dank der Shouts von Gastsängerin Lauren Hart (ONCE HUMAN), und entpuppt sich als Highlight der Platte. Cheese wird natürlich trotzdem reichlich geboten und die Symphonic-Elemente hat die Band so oder so ähnlich schon vor über zehn Jahren verwendet. Originell geht also anders, aber solange es gut genug funktioniert, will man sich ja nicht beschweren. Eigentlich managen die Herren auf den besseren Songs wie „Phantom Divine (Shadow Empire)“ dank guter Gesangsmelodien von Seiten Kareviks und guten, orchestralen Arrangements, die sich nicht zu sehr in den Vordergrund spielen, den Blutzuckerspiegel tatsächlich einigermaßen kompetent. Ein bisschen erinnert dieser Song an den Titeltrack von „Ghost Opera„. Überhaupt liefert Karevik eine gute Vorstellung ab, bewegt sich dabei zwischen Dramatik und Soul, hält sich mit Cheese zurück, so gut es eben geht, will sagen: so es denn der entsprechende Song zulässt.

Bevor ich weitermache, sei gleich vorausgeschickt: Wer unter Diabetes leidet, sollte einen großen Bogen um die Platte machen. Denn das Album ist teilweise derart kitschig ausgefallen, dass es schon wehtut. Das ist zwar irgendwie schon immer ein Teil des KAMELOT-Sounds gewesen und Liebhaber der Band werden das auch schätzen, aber dennoch sei hierauf hingewiesen.

Kitsch und noch mehr Kitsch

Denn mitunter latschen KAMELOT mit so Aktionen wie dem Kinderchor zum Ende von „Burns To Embrace“ volle Kanne ins überzuckerte Fettnäpfchen und laufen zur kitschigen Höchstform auf. Als ich die Stelle zum ersten Mal gehört habe, bin ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen. Und um dem noch die Krone aufzusetzen folgt die schmalzige Ballade „In Twilight Hours“ mit Jennifer Haben quasi als Gnadenstoß auf dem Fuße. Spätestens hier erreicht der Saccharose-Wert den kritischen Bereich. Noch dazu ist es eine dieser ansonsten eher faden Balladen, die abgesehen von den üblichen, süßlichen Harmonien wenig zu bieten hat. Mit denen schrammt der Song nur knapp am Schlager vorbei, was auch für das diesmal ohne Feature daher kommende „Stories Unheard“ gilt. „Static“ ist – ebenfalls abzüglich weiblichen Gesangsparts – noch so ein Schmalzer, für den aber wenigstens die für Band-Verhältnisse schroffen Gitarren sprechen.

Naja, ganz so schlimm ist es dann doch nicht…

Es gibt also Licht und Schatten im Reiche KAMELOT. Die überdramatischen Gesten der Band, die sich auch auf ihrem neuesten Album viel zu ernst nimmt, sind zumindest für den einen oder anderen unfreiwilligen Lacher gut, solange der Cheese-Faktor den kritischen Bereich nicht überschreitet und an Körperverletzung grenzt wie bei diesen furchtbaren Balladen und den anderen cheesy Gemeinheiten, die insgesamt etwas um ein Drittel der Trackliste ausmachen. Neben zumeist in Ordnung gehenden aber auch wenig auffälligen weil recht poppigen Songs tummeln sich dennoch tatsächlich ein paar brauchbare Hits, die freudig an die Hochphase der Band denken lassen. Man nehme nur „Ravenlight“, bei dem die Gitarre erfrischend entfesselt aufspielt – da macht das Zuhören wieder deutlich mehr Spaß. Zum Weglaufen, wie kraft eines Zuckerschocks eingangs von mir befürchtet, ist das Album also letzten Endes doch nicht. In diesem Sinne: Tut nicht weh. Naja, nicht sehr.

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23 Kommentare zu Kamelot - The Shadow Theory

  1. Marco sagt:

    Das neu Album ist absolut geil. Und die Songs ballern doch ordentlich. Kamelot sind halt kein 0815 wie viele andere Bands die hier regelmäßig besser weg kommen. So wie Nightwish. Endless forms most beautiful war viel viel schwächer. Meiner Meinung nach habt ihr hier überhsupt keine Ahnung von guter Musik. Und das neue Album von Kamelot hat auf jeden Fall 10 Punkte verdient.

    10/10
    1. DieBlindeGardine sagt:

      Achje, wieder so ein Experte. Bist du das metalfreak?

      1. Was heißt „wie viele andere Bands die hier regelmäßig besser weg kommen“? Wenn du mal etwas weiter hochscrolls wirst du feststellen, dass hier bisher kein Album vom Kamelot unter 8 Punkten weggekommen ist, was bei über 10 Alben schon sehr beachtlich ist.
      2. Der Vergleich mit Nightwish hinkt, außerdem: Andere Band, anderer Stil, anderer Rezensent.
      3. 6 Punkte sind jetzt keine vernichtende Wertung und „The Shadow Theory“ hat bisher auch bei anderen Magazinen eine ähnlich abgeschnitten (RockHard 7/10, metalwani 6.5/10, Angrymetalguy 3/5). Entweder haben die auch alle keine Ahnung und erkennen einfach das Genie dieses absoluten volle Punktzahl Meisterwerks nicht, oder du hast jede Objektivität über Bord geworfen und die rosarote Fanbrille aufgesetzt. Ich tippe mal auf Letzteres.

      Zum Album: Auch wenn sich das Review ein wenig so liest, als könne der gute Michael grundsätzlich nicht viel mit Kamelot anfangen, stimme ich ihm weitestgehend zu. Denn ja, der Cheese-Faktor bei Kamelot ist mitunter hart an der Grenze und besonders bei balladesken Nummer schwappt das Fondue gerne mal über.
      Das ist jabei Kamelot ohnehin immer so ein Balanceakt, den sie auf den vorherigen Alben schlichtweg deutlich besser und auch spannender hingekriegt haben.
      Von mir 6/10 mit Tendenz zur 7, mehr aber nicht.

      6/10
      1. Bluttaufe sagt:

        Liest sich wirklich wie metalfreak. Ich kannte KAMELOT zuvor auch nur vom Namen. Eine 10 von 10 ist das definitiv nicht. Mehr Keys im Vordergrund als Gitarre – für mich schon mehr Pop als Metal. Nee, nicht mein Ding!

      2. Marco sagt:

        Nee bin nicht Metalfreak. Habe aber das Gefühl das der Rezensent. Kamelot überhaupt nicht mag. Schon klar das Kamelot nicht die härtesten sind. Aber dafür ist das Album schon ziemlich hart.Und ja ich bin ziemlich begeistert von neuen Album. Und was soll ich zu Nightwish sagen die werden seit Jahren immer schwächer und gehen mir mitlerweile ziemlich auf die Nerven. Und da regt es mich auf das Endless Forms most beautiful so gut hier weg gekommen ist.

      3. DieBlindeGardine sagt:

        Also mal abgesehen davon, dass es hier nicht um nightwish geht und dass deren album von 2015 nicht nur hier gut bewertet wurde, nochmal, was hat das mit der aktuellen kamelot zu tun?
        Es hat auch niemand gesagt, das kamelot die härtesten sein müssen, das erwartet niemand der kamelot kennt.
        Es ist außerdem schön, dass dir das album gefällt, metal.de insgesamt ahnungslosigkeit zu unterstellen, nur weil dir eine bewertung nicht passt ist allerdings ziemlich kindisch.
        Zumal die bewertung halt auch den meisten anderen bisherigen reaktionen zum album entspricht.

      4. Marco sagt:

        Ich habe nichts gegen wenn ein das Album nicht gefällt. Aber man kann ja trotzdem sachlich bleiben und nicht so’n Mist schreiben wie der Rezensent hier schreibt. Von Cheese und bunten Zucker kann ich auch schreiben. Man hat dann aber keinerlei Info über die Musik. Und auf die angeblich fehlende Härte hat er doch die ganze Zeit rum geritten. Aber von den harten Blastbeats in The Proud and the Broken hat er nichts geschrieben und für Kamelot- Verhältnisse ist das schon ziemlich Heavy. Oder das fette Gitarrenriff von Amesiac. Der Kinderchorpart in Burn to Embrace ist super. Der Rezensent hat diesen Part ins Lächerliche gezogen, meiner Meinung kann er das Album ja ruhig nicht so gut finden aber dann soll er aber dann auch vernünftig bleiben. Klar ist Kamelot viel Keyboard und Orchester aber das war bei Kamelot immer schon so.

  2. Max Martin sagt:

    Dieses Review finde ich ziemlich seltsam.

    1. Was um alles in der Welt soll dieser Satz: „Und viel mehr als die üblichen Taktarten, die keinen Pop-Fan der Welt aus der Ruhe bringen sollten, ist hier eh nicht drin, wirklich “hart” im Sinne von heavy, geschweige denn progressiv wird es also auch hier nicht“?
    Sind wir hier bei den babyblauen Seiten? Abgesehen davon, dass man darüber streiten kann, Progressivität nur vom Takt abhängig zu machen, finde ich es etwas merkwürdig, hier die „üblichen“ Taktarten explizit in die Nähe des bösen Pops zu stellen, obwohl sie im Metal ohnehin ständig im Einsatz sind.

    2. Die Platte ist kitschig und bietet Zucker sowie „Cheese“.
    Solche Leerformeln kann man ja einmal verwenden, aber warum bringt man sie ständig? Der Rezensent hat es bei Dream Theaters Schmalzoper „The Astonishing“ geschafft, den Käse nur einmal zu erwähnen. Wer Kamelot kennt, weiß auch, wie die Band sich für gewöhnlich musikalisch gibt. Wer Kamelot nicht kennt, erfährt wenig über die Musik, außer dass Herr Klaas sie kitschig findet und das in jedem zweiten Satz. (Warum hat „The Astonishing“ eigentlich von Herrn Klaas einen Punkt mehr bekommen, wenn Cheese und „seichte Balladen“ so schlimm sind?)

    3. Wenn ein Lied wie „Stories Unheard“ nur knapp am Schlager vorbeigeht, gilt dies praktisch für so viele Lieder auf („Nicht-Extrem“-)Metal-Platten, dass die Information redundant wird. Warum wird also auch hier wieder eine Leerformel bedient?

    4. Klar, Kinderchöre sind gewöhnungsbedürftig, doch erstens haben sie hier eine gewisse Nachvollziehbarkeit und zum Zweiten frage ich mich, was dieses Lächerlichmachen der ganzen Sache soll? Soll das irgendjemand hilfreich finden?

    5. Da der Stil von Kamelot ohnehin ziemlich eigenständig ist, finde ich es etwas albern, der Band mangelnde Originalität vorzuwerfen. Abgesehen davon sollte auch im Vergleich zu „Ghost Opera“ der umfassendere Einsatz von „modernen“ Synthesizern usw. auffallen. Generell ist der Vergleich zu „Ghost Opera“ nicht unbedingt allzu hilfreich, immerhin erschienen zwischendurch drei andere Studioalben. Und was Herr Klaas um alles in der Welt für die „Hochphase der Band“ hält, wäre auch gut zu wissen, wenn man diese Kategorisierung irgendwie einordnen will.

    6. Die Lieder als poppig zu bezeichnen, ist aus meiner Sicht zumindest fragwürdig. Zum Glück erfahren wir nicht, was damit gemeint ist.

    (7. Natürlich bewertet jeder Rezensent nach eigenen Vorlieben usw., wenn aber am Ende bei einer Metalreviewseite eine Platte von Beyond the Black besser abschneidet als dieses Werk, dann finde ich das zumindest irreführend.)

    Fazit: Wir haben hier ein aus meiner Sicht mieses Review (unabhängig von der persönlichen Einschätzung der Platte). Einerseits wird der Eindruck eigener musiktheoretischer Kompetenz vermittelt, indem von den „üblichen Taktarten“, den wenig dynamischen Rhythmen und einer „Stimme zwischen Dramatik und Soul“ berichtet wird. Andererseits wird die Musik an sich wenig beschrieben, es gibt in erster Linie emotionale Tiraden über Kitsch, Zucker und Käse, die Vergleiche mit Vorwerken sind rar und wenig hilfreich, da die Vergleichsgruppe nicht definiert wird. Ich weiß nicht, ob Herr Klaas schlechte Laune verbreiten wollte oder seinen Beitrag lustig findet, geholfen hat er wahrscheinlich wenigen. Da empfehle ich, sich im Netz noch ein paar andere Reviews anzuschauen (durchaus auch solche, die DieBlindeGardine angesprochen hat).

    8/10
    1. DieBlindeGardine sagt:

      Na etwas hart gehst du da schon mit ihm ins Gericht finde ich. Ja, es ist offensichtlich, dass der Rezensent Kamelot eigentlich nicht so dolle findet. Aber von Rezensenten eine „musiktheoretische Kompetenz“ (im akademischen Sinne vermute ich) zu erwarten geht wohl ein wenig weit. Die haben Redakteure im RockHard oder Metal Hammer auch nicht, und die kriegen sogar Geld dafür.
      Ich finde wenn man schonmal was von Kamelot gehört hat kann man sich nach dem Review etwa vorstellen, wie die neue Scheibe klingt, auch wenn beim Review vielleicht etwas persönliche Abneigung mitschwingt. Wenn bei einem Metalalbum von „Cheese“ und Kitsch etc. die Rede ist liegt außerdem meistens nahe, dass damit ein Übermaß an Pathos, ein Übereinsatz von Keyboards und halt poppig aufdringliche Melodien gemeint sind. Meiner persönlichen Erfahrung nach jedenfalls.
      Was den Hinweis auf das Review von Beyond The Black angeht versteh ich auch nicht, genau wie bei Nightwish, andere Band, anderer Rezensent. Das unterschiedliche Rezensenten unterschiedliche Bands vermutlich unterschiedlich Bewerten ist schon klar oder?

    2. SaGi sagt:

      1.
      Bezüglich der „üblichen Taktarten“ geb ich dir Recht.
      Hat mit Härte tatsächlich nichts zu tun, mit Progressivität allerdings schon.
      Um das zu erkennen braucht man auch keine „musiktheoretische Kompetenz“.
      2.
      Weil „seichte Balladen“ nicht zwingend gleichbedeutend mit Kitsch sind und Dream Theater, so sehr ich ihre Musik auch verabscheue, für Kamelot doch noch mindestens 2 Schuhgrößen zu groß sind.
      3.
      Das gilt für einige, evtl auch für viele Lieder, aber für den Großteil nunmal nicht.
      4.
      Ja, ist für mich hilfreich. Zeigt es doch, dass der Rezensent die Sache noch mit Humor nimmt.
      5.
      Naja, Eigenständigkeit ist bei der Band relativ. Da fallen mir schon noch ähnliche Kaliber ein.
      Nichtsdestotrotz machen sie seit Jahren das Selbe. ACDC und Motörhead sind/waren auch nicht originell.
      Er spricht auch nicht von dem kompletten Album „Ghost Opera“, sondern vom Titelstück.
      6.
      „Der Begriff Pop-Rock bezeichnet heute eine ins kitschige, billig Sentimentale abgleitende Richtung innerhalb der Rockmusik“
      Tibor Kneif, Musikwissenschaftler
      7.
      siehe Kommentar der blinden Gardine
      Fazit:
      Wer Ernst findet, darf ihn behalten.

      1. Max Martin sagt:

        Zu DieBlindeGardine:

        Keine Angst, ich erwarte keine musiktheoretische Kompetenz! Ich finde im Gegenteil, Herr Klaas setzt sich durch die von mir genannten Formulierungen auf ein besonders hohes Ross, wirft dann aber nur Schlagwörter wie „Kitsch“, „Cheese“ usw. um sich. Das ist aus meiner Sicht ein merkwürdiger Kontrast und für mich ist weder das eine noch das andere hilfreich.
        Warum von Cheese gesprochen wird, kann ich mir schon vorstellen, aber ich glaube, dass man keine zehn Wiederholungen im Text braucht, um das zu verstehen.
        Das mit Beyond the Black hab ich in Klammern gesetzt und werfe es nicht dem Redakteur direkt vor. Ich wollte nur was zum Verhältnis schreiben, um das Review weniger abschreckend auf Leute wirken zu lassen, die noch nie von Kamelot gehört haben.

        Zu SaGi

        Zu 1. Natürlich hat der Takt etwas mit Progressivität zu tun, aber so wie es der Reviewer geschrieben hat, entsteht der Eindruck, Progressivität hänge nur vom Takt ab.

        Zu 2. Seichte Balladen und Kitsch sind nicht unbedingt das Gleiche, da gebe ich dir recht. Es kommt halt auf das eigene Kunstverständnis an. Da der Reviewer jedoch bei Kamelot so über die Balladen abgeht, ging ich davon aus, dass für ihn diese Übereinstimmung besteht.
        Ob Dream Theater zwei Schuhgrößen zu groß für Kamelot sind, hängt natürlich auch davon ab, woran man das festmacht. Ich wollte ja auch keinen allgemeinen Vergleich ziehen, sondern bin explizit auf das Review zu „The Astonishing“ vom selben Autor eingegangen. Das ist eben kein typisches DT-Album, sondern eine „Rockoper“, die gerade in der ersten Hälfte aus meiner Sicht – um im Bild zu bleiben – unerträglich cheesy, zuckrig und kitschig ist. Der Autor erwähnt den Cheese aber eben im Review einmal, statt hundertmal und vergibt am Ende einen Punkt mehr, was aus meiner Sicht nicht so recht ins Verhältnis passt.

        Zu 3. Geschmacksfrage. Bleibt für mich redundant und eine Leerformel.

        Zu 4. In Ordnung, es ist hilfreich, zu erfahren, dass der Autor ein Kasper ist. Aber ich bezog das „hilfreich“ eben auf den Informationsgehalt bezüglich des Albums.

        Zu 5. Welche ähnlichen Bands schweben dir denn vor?
        Natürlich klingen Kamelot nicht völlig anders als der Rest der Welt. Ich finde sie jedoch ziemlich eigenständig.
        Kamelots neues Album ist mit Sicherheit nicht so anders als die vorigen, dass man sich einen auf die Wandlungsfähigkeit der Band runterholen muss, aber „seit Jahren das Selbe“ halte ich für stark übertrieben. Gerade im direkten Vergleich hat sich aus meiner Sicht zwischen den einzelnen „Nachbaralben“ immer etwas getan. (Vergleiche etwa „Poetry for the Poisend“ mit „Silverthorn“ oder letzteres mit „Haven“). Die Formelhaftigkeit, die es teilweise gibt, etwa mit der Ballade immer an fünfter oder sechster Stelle, gestehe ich aber ein.
        Vielleicht ist der Schritt von „Haven“ zu „The Shadow Theory“ auch wirklich klein. Leider kommt dieser Vergleich im Review aber nicht.

        Zu 6. Erstens ist der Autor des Reviews nicht Tibor Kneif, zweitens kann er nicht voraussetzen, dass alle Tibor Kneif kennen und drittens redet er von „poppig“ und nicht von „Pop Rock“ als Genre. Ich verstehe, wenn man das Album für sich als poppig bezeichnet, aber wenn nicht erklärt wird, was damit gemeint ist, bringt es mir wenig. Ich zum Beispiel verstehe das Wort im Metalkontext immer als einen Ausdruck, um die Musik in die Nähe von Pop zu bringen. Für mich ist „The Shadow Theory“ zu sperrig und vielschichtig, als dass ich es als poppig bezeichnen würde. Wenn der Autor nicht erklärt, was er mit poppig meint, kann ich aber schlecht sein Verständnis mit meinem abgleichen.

        7. Wie gesagt, kein Vorwurf an den Autor, deswegen in Klammern.

    3. Alex sagt:

      Besser hätte ich es nicht formulieren können! Kenne bislang nur die Singles und kann mir zur Platte daher keine Bewertung erlauben. Mag sein, dass die 6/10 ist. Aber das Geschwafel im Review geht überhaupt nicht, Cheese und Zucker bitte in der Küche lassen und sich einer vernünftigen Sprache bedienen. Danke.

      1. Marco sagt:

        Sehe ich ganz genauso

  3. metalfreak sagt:

    Ohne Roy Khan sind Kamelot bei weiten nicht mehr so interessant, man hat halt auch eine Formel des Erfolgs gefunden der man halt immer folgt, auch wenn bei den ersten Songs die Gitarre haerter produziert scheint.

    1. Onkel Andi sagt:

      Karevik klingt doch auf Silverthorn und Haven 1:1 wie Khan…
      Den Grund warum die Band bei unveränderter Songwriter-Mannschaft und einem Sänger der sich nur in Nuancen von seinem Vorgänger unterscheidet auf einmal „bei weitem nicht mehr so interessant“ ist, will ich hören.

  4. Onkel Andi sagt:

    Ich finde es ein wenig befremdlich, wenn man jemanden auf eine Platte von Kamelot los lässt, der mit deren Musik offenbar nicht wirklich viel am Hut hat. Das kann für ein Gruppenreview mal ganz interessant sein, um einen außenstehenden Blick auf ein doch recht spezielles Genre zu haben, aber als alleiniges Review finde ich es gelinde gesagt „ungünstig“.

    Betrachtet man nämlich die aktuelle Kamelot-Scheibe mit den Augen eines langjährigen Fans sowohl dieser Musikrichtung, als auch der Band im Speziellen, ist das aktuelle Werk absolut gleichwertig mit einem Großteil der restlichen Platten. Nimmt man mal echte Highlights wie „Black Halo“ oder auch die „Fourth Legacy“ aus dem Rennen, bewegt sich die Band stets auf gleichbleibendem musikalischen Niveau. Wem z.B. die „Silverthorn“ oder die „Poetry…“ gefallen hat, der wird auch mit der „Shadow Theory“ warm werden… Alles gut hier!

    Interessanterweise fand ich gerade die kritisierten „Kitsch-Momente“ wie eben den Kinderchor, oder auch die Einsätze von Fr. Haben erfrischend und eine willkommene Abwechslung. Klar! Kitschig! Und Klar, echter, wilder, ungezügelter, rauher Heavy Metal wird von Kamelot nicht geliefert. Wurde er noch nie. Wird er nie. Klar ist das im Prinzip Pop-Musik mit Gitarren und Keyboards. Aber es ist halt im Rahmen der Möglichkeiten und des Genres verdammt gut gemacht! Da gibt es keinen Grund dazu im Review polemisch zu werden, oder von unfreiwilliger Komik zu reden…

    Gut finde ich aber, dass im Review die Leistung von Tommy Kerevik besonders herausgestellt wurde. Der macht seine Sache nämlich wirklich grandios, gefällt mir teilweise sogar besser als Khan in seinen besten Momenten und schafft es auf dieser Scheibe zum ersten Mal aus eben jenem Schatten zu treten und nicht wie auf den beiden Vorgängern 1:1 wie eine Kopie von ihm zu klingen.

    Was bleibt am Ende? Ein gewohnt gutes Kamelot Album. Nicht ihr Bestes, aber auch nicht ihr Schwächstes.
    7,5 / 10 Punkten.

    7/10
    1. DieBlindeGardine sagt:

      Als rezensent kann man sich tatsächlich nicht immer aussuchen, welche alben man bespricht. Außerdem: wenn reviews nur von ausgesprochenen fans der jeweiligen band geschrieben werden, kommen da auch nicht unbedingt objektive bewertungen raus. Das liest sich dann nämlich umgekehrt oft wie ein promotext.
      Von jemandem wie Marco mit seiner 10-punkte-wertung zB kann ich mir ein halbwegs objektives review nur schwer vorstellen.
      6 punkte sind daher von jemandem, der die band offenbar nicht mag, eigentlich ganz ok und deutlich mehr hat die scheibe auch von aufgeschlosseneren rezensenten nicht bekommen.
      Kurz: vielleicht ist das review etwas harsch, vielleicht ist die scheibe aber auch einfach nicht soooooo gut.

      1. Onkel Andi sagt:

        Stimmt natürlich, dass ein „die-hard-Fan“ seiner Herzensband wohl nur in absoluten Extrem-Situationen ein schlechtes Review gibt. Und ich beklage mich auch nicht wirklich über die Note. Ich finde nur die Polemik, bzw. den „ins Lächerliche ziehenden“ Unterton des Reviews unpassend. Das wäre wohl bei jemandem, der die Musik um Rahmen der Gegebenheiten betrachtet und prinzipiell nen Zugang dazu hat vermutlich besser gelaufen.

        Aber im Großen und Ganzen verstehen wir uns schon, und haben im Prinzip ja beide recht, denke ich…
        Und wie von dir gesagt, in Relation betrachtet ist dann die Note ja wieder ganz okay 😉

      2. DieBlindeGardine sagt:

        Ja du hast schon recht, die Polemik muss nicht zwingend sein, ich empfinde sie persönlich jetzt aber auch nicht als ganz so schlimm wie manche das hier darstellen. Teilweise finde ich es sogar ganz unterhaltsam, manchmal gehört ein wenig Sarkasmus halt auch dazu.
        Ich verweise da jetzt als Beispiel einfach mal auf einige Reviews im RockHard, wo professionelle Musikjournalisten mitunter deutlich härtere und überspitztere Verrisse raushauen, als das hier der Fall ist. Man nehme allein die regelmäßige Rubrik „Arschbombe des Monats“. Und der Rezensent macht ja auch hier von Anfang an kein Geheimnis daraus, dass er die Band nicht unbedingt verehrt, in der Relation muss man das finde ich auch sehen.

      3. DieBlindeGardine sagt:

        kleine Ergänzung:
        Ich finde Leser erwarten viel zu oft, dass man ein Review vorgesetzt bekommt, das sich in möglichst vielen Punkten mit der eigenen Meinung deckt. Ist das nicht der Fall, fängt man an dem Rezensenten oder gleich der ganzen Redaktion Ahnungslosigkeit vorzuwerfen. Nun ist Musikgeschmack aber eine höchst subjektive Angelegenheit und ein Konsens ist da nicht immer leicht.
        Dann wird schließlich groß rumdiskutiert, aber nicht über das Album selbst, sondern über die Rezension. Warum z.B. Marco dem Album 10 Punkte geben würde weiß ich nicht, außer weil er das letzte Nightwish-Album schlecht fand. Und auch Max Martin hat zwar sehr ausführlich geschildert, was ihm am Review nicht passt, aber kaum warum er das Album gut findet.
        Leute, Plattenkritiken sind im Endeffekt auch nur Meinungen!

      4. Max Martin sagt:

        @ DieBlindeGardine
        Ich gebe dir absolut recht, dass Reviews immer subjektive Meinungen ausdrücken. Wenn jemand feststellt, irgendwas objektiv als gute Musik kategorisieren zu können, finde ich das seltsam.
        Mein Problem mit dem Review ist ja auch nicht die Subjektivität des Ganzen, sondern die Art, wie diese ausgedrückt und wie die Musik beschriben wird.
        Das ist ohnehin ein wichtiger Punkt: Würde ich Kamelot nicht kennen und nur dieses Review lesen, hätte ich falsche Vorstellungen von der Musik.

        Warum ich die Platte gut finde, habe ich tatsächlich nicht genannt. Meine Wertung wollte ich trotzdem abgeben. 😀

      5. Marco sagt:

        Ich habe mich vielleicht ein bisschen unglücklich ausgedrückt. Ich finde das Album von Nightwish gut. Find es lediglich den anderen Nightwish-Alben gegenüber schwach. Find The Shadow Theory wegen Kamelot gut und nicht weil ich das Aktulle Nightwish-Album nicht gut finde. Wenn ich darf kann ich ja mal meine Amazon-Review zum neuen Kamelot-Album hier reinsetzen.

      6. Marco sagt:

        Rezension von mir bei Amazon

        Gänsehaut Pur

        Ich habe das neue Album erst ein paar mal gehört und ich glaube es wird sich erst nach mehrmaligen hören bei mir voll entfalten können. Aber The Shadow Theory ist jetzt schon ein geiles Teil.Das Album ist unglaublich vielschichtig.The Mission ist ein kleines bombastisches Intro. Und dann ballert Kamelot mit Phantom Divine( Shadow Empire ) erstmal richtig los. Unglaublich episch ist dieser Song.Geile Gitarrenriffs mit epischen Orchester unterlegt. Die Drums treiben den Song richtig nach vorne.Tommys Stimme ist der Hammer er ist einer der besten Sänger im Symphonic Metal bereich. Der Refrain ist ein regelrechter Orwurm. Lauren Hart ballert dann mit ihrer geilen Stimme alles nieder. Wenn sie erst anfängt unglaublich episch zu singen und dann ihre Growls raus haut,kriege ich eine übelste Gänsehaut. Die frau ist der Hammer und steht einer Alissa White-gluz im nichts nach. Phantom Divine ist der Perfekte Operner.Ravenlight ist ein typischer Kamelot-Song. Eingängig und rockig kommt dieser schnell auf den Punkt. Auch ein Geiler Song. Amnesiac geht dann richtig ab. Der Song ist ein richtiges Gitarrenmonster mit einigen elektronischen Elementen.Und Tommy haut in diesen Song mal alles raus was er kann. Einfach nur geil. Ich liebe diesen Sänger. Burn to Embrace fängt ruhig an .Tommy fängt dann an zu singen. Dann geht der Song dann richtig ab. Mit einer Dudelsack-ähnlichen Melodie ist der Song schön episch. Tommy macht auch den Refrain hier wieder zu ein epischen Ohrwurm.Der Kinderchor in den Song versprüht auch wieder Gänsehaut-Feeling.In Twilight Hour ist eine epische Gänsehaut-Balade. Tommy ist ein Meister und verursacht bei mir ein Atemberaubendes Gefühl. Jennifer Habens Gastauftritt gelingt hier auch super. Die Frau hat eine wunderschöne Stimme und zeigt hier auch mal alles was sie drauf hat.Erinnert an Under grey Skies vom letzten Album. Kevler Skin ballert schön nach vorne und Tommy macht auch daraus etwas. Static. Was jetzt kommt ist einfach die Göttin der Baladen. Static ist der Hammer und Tommy zeigt das er auch richtig hoch singen kann. Und Static ist ne Balade wo man richtiges Weltraumfeeling bekommt. Schöne Moderne Balade. Mindfall Remedy legt noch mal richtig was am Härte drauf ist aber gleichzeitig schön eingängig. Lauren hart growlt auch in diesen Song zu Tommys geiler Stimme. Stories Unheard hat ein sehr interessanten Songaufbau . Erst ruhig dann will es aber abgehen dann ist er aber wieder kurz ruhig dann stampft die Strophe und dann wieder kurz ruhig und dann knallt der Refrain wieder rein mit Tommys unglaublicher Stimme ich weiss das schreibe ich hier oft aber der Typ hat es einfach drauf. Vespertine ist auch geil. Treibende Melodie die sich sofort einbrennt. Alles treibt in den Song nach vorne. Gitarre,Bass,Schlagzeug,Keyboard,Orchester,Tommy,Ohrwurm CHECK. Vespertine ist einfach herrlich und erinnert am Karma- und Epica-Zeiten. Dann kommt The Proud and the Broken und knallt noch mal alles nieder. Die Strophen sind rockig der Refrain geht nach vorne. Dann kommen noch mal Growls von der lieben Lauren Hart. Dann ein ausgedehntes Gitarrensolo. Dann ein ruhiger teil wo Tommy noch mal seine Opernmäsigege Stimme auspakt. Dann kommt noch mal ein Gitarren- und ein Keyboardsolo. Das mit schön schnellen Drums nach vorne getrieben wird dann noch mal ein kurzer ruhiger teil wo Tommy singt.Dann noch mal ein Gitarrensolo. Ehe die Band mit Lauren Hart alles nieder metzelt So harte Blastbeats hätte ich von Kamelot garnicht erwartet. Dann setzt der epische Refrain noch mal ein. Mit Ministrium gibt es dann noch mal zum Abschluss ein epische Orchesterstück. Was ein schön aus den Album bringt. Mit The Shadow Theory ist Kamelot ist ein wahres Meisterwerk gelungen. Da sehen Nightwish richtig alt gegen aus.

  5. metalfreak sagt:

    Ich höre sehr wohl einen Unterschied in der Stimme von Khan und Karevik, dort wo einem Khan mit so einem unterlegten Gruselfaktor immer wieder ueberrascht hat ist Karevik viel glattgebuegelter. Karevik ist auch ein guter Saenger aber seit Poetry for the Poisoned ist das Songwriting in der Krise.