Kludde - In de Kwelm

Review

Als „Kludde“ bezeichnet man im Flämischen – speziell im belgischen Teil Brabants – einen gestaltwandlerischen Dämon, welcher meist als schwarzer Hund auftritt, der wie ein Mensch auf den Hinterbeinen läuft und seine Opfer in nahegelegene Gewässer verschleppt. Dieser Wassergeist kann aber auch die Form anderer Tiere oder sogar Gegenstände annehmen. Oder die einer Black Metal-Band. Zumindest gibt es in unserem belgischen Nachbarland eine solche Kapelle, die auf eben diesen Namen hört: KLUDDE. Nachdem sich die Formation 2009 zunächst aufgelöst hatte, fand man sich 2014 in alter Besetzung wieder zusammen und legt nun mit „In de Kwelm“ den ersten Langspieler der zweiten Amtszeit vor.

„In de Kwelm“ glänzt mit richtig räudigem Black Metal

Aus den benachbarten Beneluxstaaten kennt man ja im Ressort Schwarzmetall hierzulande eher die lokalen Marktführer wie ENTHRONED oder CIRITH GORGOR, die ja beide in diesem Jahr bereits mit einem neuen Silberling (Erstere mit „Cold Black Suns“, Letztere mit „Sovereign“) auf sich aufmerksam gemacht haben. KLUDDE ist dagegen bisher sicher nicht jedem ein Begriff gewesen. Wie der Bandname schon andeutet beschäftigen sich die Jungs aus Aalst in Ostflandern gerne mit dem Thema Mystik, was sich dann auch in den Texten niederschlägt. Musikalisch setzt die Kombo auf richtig räudigen Black Metal mit Neigung zum Black ’n‘ Roll und Sludge. Hört sich vielversprechend an und klingt auch richtig gut. Dabei zeigen sich die Belgier auf dem Album äußert geschickt, das gesamte Spektrum der genannten Stile zu beackern.

Der Opener mit dem prägnanten Titel „Schabouwelijke praktijken I – De rabauwen“ klingt zunächst wie klassischer Second Wave Black Metal, glänzt im weiteren Verlauf aber mit richtig rockigen Passagen. Der nächste Song „Kludde IV“ pendelt dagegen irgendwo zwischen Black Thrash und Black ‘n‘ Roll, genau wie das später folgende „Poesjkapelle“. „Bloedkoesj“ sowie „Schabouwelijke praktijken II – De commerçant“ geben dagegen richtig Gas und hissen erneut mit stolzgeschwellter Brust die Second-Wave-Flagge. Im Gegensatz dazu kommt „Schramoeille“ betont schleppend und langsam daher und verbreitet gewissermaßen doomige Stimmung. Einen richtiggehenden Midtempo-Banger findet der geneigte Hörer dann in „Kasteelke van Verdoemenis“. Den Abschluss markiert das ausufernde „De laatste Reis“, das mit über zehn Minuten Spielzeit mehr als ein Viertel der gesamten Albumdistanz beansprucht.

KLUDDE liefern ein starkes Lebenszeichen

Mit „In de Kwelm“ veröffentlichen KLUDDE einen absolut respektablen ersten Arbeitsnachweis nach Auflösung und Reunion. Musikalisch und produktionstechnisch ist das alles absolut professionell. Der Sound ist sauber und gleichzeitig bewusst roh  gehalten. Die Band versteht es, eine beachtliche Breite des bekannten Spektrums düsteren Schwarzmetalls abzuarbeiten, ohne dabei in ein chaotisches Sammelsurium ohne Struktur zu verfallen. Ganz im Gegenteil: Trotz der expliziten stilistischen Versatilität strahlt die Platte (schwarze) Seele und eine ausgesprochen klare Identität aus. M’n complimenten!

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11.07.2019

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2 Kommentare zu Kludde - In de Kwelm

  1. royale sagt:

    in einem ruhigen Nachtdienst, konnte ich dieses Scheibchen mehrfach hören und kann somit problemlos eine Acht abgeben.

    8/10
    1. lateralus sagt:

      Also. das ist Einiges aber vor allem eines nicht, langweilig!
      Die Jungs hier schaffen es aus jeden Song etwas Eigenes zu machen!
      Bezüglich Stil klingt Black`Roll zwar irgendwie doof beschreibt es aber gut und sogar doomige Elememte sind drin!
      Es ist nicht alles perfekt aber ich war echt angetan, deshalb gebe ich zur objektiven 8 sogar noch einen drauf, da man in diesem Genre Abwechslung zu selten findet und hier ist auch eine gewisse Coolness in jedem Song vorhanden ist!

      9/10