Kyle Gass Band - Thundering Herd

Review

KYLE GASS BAND melden sich mit „Thundering Herd“ zurück und irgendwie lässt mich der Verdacht nicht los, dass neben Rage Kage, dem kahlen aber sexy Teil von TENACIOUS D., diesmal auch Fips Asmussen bei den Lyrics mitgeholfen hat. Über Humor kann man zwar genauso gut streiten, wie über Musik, aber der Nachfolger von „Bro Ho“ namens „Bro Code“ ist schon äußerst stümperhaft und noch dazu massiv nervend. Dabei stimmt der Opener „Cakey“ relativ groovig ein. Datt Leckerschen, von dem KYLE GASS BAND singen, tänzelt rockig leichtfüßig in den Raum und macht mit den alarmierenden Drums richtig Lust auf die Platte. Allerdings flaut die gute Stimmung, bei mehrfachem und genauem Hinhören, leider schnell ab. Schon „Regretta“ bietet den ersten Flachen: „She smells like Pilsner and Sauerkraut…“. Ja gut, gibt bessere Jokes.

Witz komm raus, du bist von KYLE GASS BAND umzingelt

Was KYLE GASS BAND im Allgemeinen und „Thundering Herd“ in diesem Fall trotzdem hörenswert macht, sind in erster Linie die musikalischen Fähigkeiten. Kyle Gass ist ein talentierter Sänger, der seinen Vorbildern THIN LIZZY und Co. in angekratztem Ausdruck und Phrasierung nicht nachsteht. Die Tatsache, dass alles irgendwie schon irgendwo tausendfach gespielt wurde, kann man deshalb lässig ignorieren. Wenn John Konesky (ich habe gehört, er wäre possessed by satan himself!) bei „Hell Or High“ die Klampfe so leidenschaftlich anschlägt, als ob er gerade um ihre Hand anhält, dann ist es fast wumpe, was genau da gesungen wird. Bei „Uncle Jazz“ wünscht man sich  wiederum sehnlichst ein Instrumentalstück, denn die Kalauer über die Spielart sind einfach zu platt und so ermüdend. Was man „Thundering Herd“ auf jeden Fall attestieren kann, ist eine enorme Vielseitigkeit. Es wird gefunkt, gehardrockt, gejazzt, geflötet und geswingt, was die Fähigkeiten hergeben. Ein weiteres Plus, und für die Wertung nicht unwesentlich, ist auch der samtige Sound, der KYLE GASS BAND auch auf CD fast Vinyl-Klangqualitäten erreichen lässt.

Der Witz winkt traurig von unterm Bett zum Niveau der Instrumentierung hinauf

Kollege Kreutzer fasste das selbstbetitelte Debüt von KYLE GASS BAND als „… genau jene Musik, die man von der KYLE GASS BAND erwarten musste.“ zusammen. Man kann sich versuchen dagegen zu wehren, aber ohne Hollywood-Jack ist der Humor eben auch nur leider nur halb so gut und das Konzept Humor meets Rock eben auch nicht wirklich tragend. Empfehlenswert sind wiederum die Livekonzerte, denn da wird auch eine Menge Songs hochwertig gecovert. Weil es so schön war, noch einer von Fips: „Welche Vögel tragen den Schwanz vorne? Die Kastelruther Spatzen.“ Kurz gelacht? Dann hör‘ halt mal rein in „Thundering Herd“ von KYLE GASS BAND. Musikalisch top, lyrisch unterirdisch.

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02.09.2016

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2 Kommentare zu Kyle Gass Band - Thundering Herd

  1. BK sagt:

    Ob Kyle Gass ein guter Sänger ist, kann man anhand der Platte schlecht beurteilen weil er nie der Frontsänger der Kyle Gass Band war. Leadsänger war und ist Mike Bray. Zwar stimme ich mit vielen Aussagen der Review überein, wirklich glaubhaft mit der Band auseinandergesetzt hat man sich hier aber offensichtlich nicht.

    7/10
  2. butterbeidefische sagt:

    @BK: Mit welchen Aussagen stimmst du denn überein? Das wäre jetzt interessanter gewesen…

    5/10