Lantlôs - Wildhund

Review

Galerie mit 20 Bildern: Lantlôs - Alcest, Lantlôs Tour 2015

Sieben Jahre ist es her, dass LANTLOS (nicht mehr LANTLÔS) ihr noch aktuelles Studioalbum „Melting Sun“ veröffentlicht haben. Mit „Wildhund“ folgt nun Nummer fünf. Neben ihrer Schreibweise haben LANTLOS auch ihren Stil verändert und führen damit eine Entwicklung fort, die weg vom Post-Black und hin zu etwas, das böse Zungen ‚massentauglich‘ nennen könnten, führt. „Wildhund“ lässt sich am besten im Alternative oder Indie Rock einordnen, ist aber vollgepackt mit progressiven Klängen. Auch ein gewisser Post-Grunge-Vibe schwingt mit und man fühlt sich vor allem aufgrund von Gitarre und Bass an einige Genrebands der frühen 2000er erinnert.

LANTLOS haben ein Erfolgsrezept

Nach einem kleinen Fade-in der Gitarren geht der Opener „Lake Fantasy“ in die Vollen. Sofort fällt die sehr positiv und zuversichtlich wirkende Melodik auf, die stellenweise verträumt klingt und von den sehr angenehmen, cleanen Vocals von LANTLOS-Fronter und Mastermind Markus Siegenhort noch weiter unterstrichen wird. Im insgesamt sehr basslastigen Sound lassen sich immer wieder interessante Gitarrendetails entdecken, während die oft vordergründig angesiedelten Drums absichtlich nicht immer ganz mit den anderen Instrumenten harmonieren. Dies gilt nicht nur für den Opener, sondern ergibt ein Muster, das sich durch so gut wie alle Stücke auf „Wildhund“ zieht.

„Wildhund“ bietet große Momente, aber vergleichsweise spät

LANTLOS brechen aber auch hin und wieder aus diesem Muster aus. So setzen sich einige Songs deutlich vom Rest des Albums ab und stellen gleichzeitig die Highlights unter den Tracks dar. Zu nennen ist hier „Amber“, das nach einem schleppenden Einstieg insgesamt härter geartet ist und als einziges Stück raue Vocals bietet. Auch „Planetarium“, bei dem LANTLOS tief in die Post- oder Shoegazekiste greifen, hat interessante Momente und wirkt mit seinen Synths sehr abgespacet. Hier setzt sich der cineastische Einschlag fort, den der rezensierende Kollege schon „Melting Sun“ attestiert hat. Die zweite Albumhälfte gestaltet sich so deutlich abwechslungsreicher als die erste, die vor allem in Sachen Melodien noch ein wenig gleichförmiger war. Nicht zuletzt aufgrund dieses eher späten Aha-Effekts kassieren LANTLOS an dieser Stelle kleine Abzüge, die „Wildhund“ für Fans der Band aber nicht weniger hörenswert machen sollten.

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26.07.2021

headbanging herbivore with a camera

Der metal.de Serviervorschlag

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2 Kommentare zu Lantlôs - Wildhund

  1. Schraluk sagt:

    Nö. Bis auf 1-2 Ausnahmen (‚Lake Fantasy‘ als Opener finde ich stark) ist die Platte ziemlich öde und langweilig. Fand Markus Siegenhorts Projekt Lantlos bisher eigentlich toll, ‚Melting Sun‘ lief ziemlich oft bei mir, aber ‚Wildhund‘ ist schon fast ne Frechheit. Teilweise richtig mieser Indie-Rock, mit Emo- und College Rock Verweisen. Kann Bands wie alten Get Up Kids oder Jimmy Eat World viel abgewinnen, aber das hier bleibt um Meilen zurück. Zu allem Übel wird der ganze Kram noch mit belanglosen Shoegaze-Gimmicks unterlegt, mit Regentropfen-Keyboards und pseudo düsteren Elementen. Texte sind auch mies und diese auf arty farty gemachten Dopplungen der Tonspuren ziehen einem streckenweise die Schuhe aus. Auch diese angebliche Prog-Attitüde kann ich nicht hören, fortschrittlich klingt hier kaum etwas. Eher im Gegenteil. Nee, meins ist das nicht. Schade.

    4/10
  2. he4rtle55 sagt:

    Nochmal deutlich stärker als die letzte Scheibe. Ich mochte die letzte scheibe auch sehr, aber ab und an fehlte mir etwas die atmosphäre der älteren alben. Das neue Album traut sich nun jetzt etwas ganz neues und es ist sehr gelungen.

    9/10