Manticora - Hyperion

Review

Es bedarf dieser Tage einer relativ unbekannten Power-Metal-Band aus Dänemark, um viele von uns daran zu erinnern, dass es neben dem „Herren der Ringe“ auch noch andere beachtenswerte, und lange Zeit zu Unrecht im Untergrund verweilende, literarische Werke gibt. Eines dieser Epen, die zu keiner Zeit die Beachtung gefunden haben, die sie meiner Ansicht nach verdienen, sind die „Hyperion“-Bücher aus der Feder von US-Autor Dan Simmons. Der ursprünglich eher im Horror-Genre beheimatete Schriftsteller zauberte seit 1989 vier Bände des galaktischen Epos aus dem Hut. Erzählt wird eine ungemein spannende und vielschichtige Geschichte von Liebe und Krieg, der Zukunft der Menschheit und ihrem Verhältnis zu ihren Geschöpfen, den Maschinen. Ich will potentiell Interessierten hier nicht zu viel Story verraten, aber diese Gelegenheit doch mal wahrnehmen, um die Reihe wärmstens zu empfehlen. Gut, nun kann ich mich ruhigen Gewissens der Interpretation des Stoffes durch besagte nordische Band widmen. Denn wer sich ein solch grandioses Werk als Vorlage abgreift, von dem darf man auch eine würdige Behandlung des Stoffes erwarten. Und hier kann man die Leistung der Band nur neidlos anerkennen. MANTICORA spielen erfreulicherweise keinen ganz unraffinierten Power-Metal, auch wenn Riffs und Gesang dies zunächst einmal nahe legen. Aber neben epische und pathoshaltigen Passagen treten hier des öfteren auch speedige, hymnische und mystische Einlagen, die das fremdartige und außerirdische Flair der Buchvorlage ganz gut transportieren. So eignet sich die Platte weniger zum Nebenbeihören, sondern mehr zum genussvollen Versinken in der Materie. Jedenfalls versinken MANTICORA ihrerseits nicht im Einheitsbrei der Veröffentlichungsflut, sondern setzen sowohl lyrisch, als auch musikalisch, durchaus Akzente. Hut ab!

14.12.2002

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3 Kommentare zu Manticora - Hyperion

  1. -FG-Faith sagt:

    Man, die Band is ja echt spitze … blablabla. Wenn sie so toll ist, was sie wirklich ist, warum zum Teufel bekommt sie dann nur 7/10??? Erst denken und dann handeln, würde ich hier raten! -FG-Faith

    8/10
  2. Anonymous sagt:

    Das Buch Hyperion ist ja schon an sich ein Meisterwerk jenseits der menschlichen Vorstellungskraft und läßt sich mit "Der Herr der Ringe" in keinster Weise vergleichen. Das Album "Hyperion" von Manticora ist die auf musikalischer Ebene genialste Umsetzung des Buches. Da ich mir erst das Album und dann das Buch gekauft habe muß ich sagen, das hätte Manticora nicht besser gelingen können. Episch, pathisch und mystisch geht es auf dem musikalischen Meisterwerk daher. Ich kann die Musik nicht als Power Metal einordnen, sondern eher als Soundtrack zu einem Film der nur in Buchform existiert. Bleibt mir nur ein Wort zum Schluß, da ich das Buch also auch sehr favorisiere, die CD macht süchtig. Anspieltip: Song 7 "Reversed" 7:36

    10/10
  3. TITANIUM sagt:

    Ich kenne die Buchvorlage nicht, aber ich habe mir die Platte im Laden mehrmals angehört und für den recht ausgelutschten Power-Metal-Bereich sind Manticora wirklich erfrischen kraftvoll, vielleicht sogar innovativ!

    9/10