Mar De Grises - Draining The Waterheart

Review

Chile ist immer wieder für Überraschung und herausragende Bands gut. So auch im Fall der hochgelobten MAR DE GRISES, die 2004 mit „The Tatterdemalion Express“ ein fulminantes Debüt hingelegt haben.
Nach vier langen Jahren gibt es nun sozusagen endlich Nachwuchs, und sämtliche Vorfreude und Vorschußlorbeeren erweisen sich als absolut gerechtfertigt.

Auf dem über eine Stunde währenden Opus unternimmt die Band wie schon auf dem Vorgängeralbum Streifzüge durch Träume, Poesie und vor Emotionen blühenden Klangwelten. Der Soundtrack zu diesem Kopfkinofilm könnte vielfältiger und packender gar nicht sein: Schwermütiger Doom Metal mit rauhen Death Metal Elementen, Anleihen an Post-Rock und progressiven Strukturen, mit dem Charme von Avant-Garde.

Das Album wird bestimmt durch eine faszinierende Atmosphäre, die den Hörer von der ersten Minute an fesselt und vereinnahmt. MAR DE GRISES sprühen auf „Draining The Waterheart“ wieder vor tausenden Ideen, verweben und arrangieren diese aber so elegant, dass sie den Hörer einladen, umarmen, bevor er auf große Entdeckungsreise gehen kann. Intensives Reinhören wird hier nicht erzwungen, man muss keine Details an der Oberfläche suchen, um die Gesamtstruktur zu erkennen — aber nachdem der Einstieg in das neue Werk scheinbar so leicht von der Hand geht, merkt man, wie sich eine glimmernde Schatztruhe voller Kostbarkeiten öffnet.

Es gibt viel zu entdecken; melodische, elegische Passagen, eigensinnige Arrangements und Harmonien. Jeder Song trägt eine individuelle Note, ein Erkennungszeichen von MAR DE GRISES, und zeigt damit eindrucksvoll, dass sich die Chilenen ohne Scheu unter bekannte Bands wie NOVEMBERS DOOM oder OPETH reihen können.
Intensive Musik für lange Entdeckungsreisen und viele Stunden im Lichtspielhaus des eigenen Bewusstseins.

Wie schon der Vorgänger erscheint „Draining The Waterheart“ beim renommierten, finnischen Label Firebox, welches auch eine Luxus Edition im A5-Digipak bereithält, in der sich eine Mini-CD mit einem 16-minütigen Bonussong befindet. Meine Empfehlung!

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16.05.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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1 Kommentar zu Mar De Grises - Draining The Waterheart

  1. akula sagt:

    Wie der Schreiberling auf 10 Punkte kommt, fragt sich sicherlich nicht nur meine Seele. Ist doch das neueste Werk beim ersten Hördurchgang eine herbe Enttäuschung, wenn man den Vorgänger kennt. Und auch nach mehreren Durchgängen offenbart sich mir nicht der Fortschritt. Kamen bei The Tatterdemalion Express noch so viele innige und tiefgründige Momente vor, so stellte sich das beim neuen Werk bei keinem einzigen Song bisher ein.

    The Tatterdemalion Express hatte etwas verdammt zartes und emotionales, besonders die Instrumentalisierung förderte diesen Aspekt. Auch das ist nun weg und normal bekannte Klänge dominieren Draining the Waterheart. Die Drumpassagen sind teilweise sogar einfach nur nervig und wirken schlecht abgemischt.

    Insgesamt hat das neue Werk wenig Neues zu bieten und am Alten kann man auch nicht wirklich anknüpfen, was allerdings bei diesem Meilenstein auch sehr schwer ist. Mar de Grises haben sich ausserdem diesmal zu sehr an die Stilrichtung der Bands wie Rapture aus Finnland gewagt, was sicherlich der falsche Weg war.

    Ich gebe dem Album trotzdem noch Zeit und werde weiter durchhören, vielleicht kommen ja doch noch 1-2 Punkte dazu. Ich denke aber höchstens einer wird es werden. Schade.

    7/10