Neal Morse - Sola Gratia

Review

Soundcheck September 2020# 25

Mit “Sola Gratia“ knüpft NEAL MORSE thematisch an das 2007 erschienene Album “Sola Scriptura“ an. Wie auf vielen seiner vorherigen Platten bleibt ein Hauptaugenmerk der christliche Glaube. Der US-Amerikaner nahm das Album, zusammen mit seinen Bandkollegen, während der Coronazeit im April 2020 auf. Dabei vermieden die mitwirkenden Mitglieder jeglichen Kontakt und sendeten sich ihr eingespieltes Material gegenseitig zu. Inspiration fand NEAL MORSE auf seiner Reise nach Neuseeland und Australien. Daraufhin entstand wenig später “Sola Gratia“.

“Sola Gratia“ – das typische NEAL MORSE-Album

Das Intro belebt früh die religiöse Thematik rund um Paulus von Tarsus, einnm Theologen des Urchristentums. Neben akustischen Gitarrenklängen integriert NEAL MORSE nochmals eine Andeutung an “Sola Scriptura“, da jenes Album die Geschichte um Martin Luther in den Vordergrund rückte. Bezogen darauf spielt die Geschichte, logischerweise, vor Martin Luthers Verbreitung der 95 Thesen.

Darauf folgt “Overture“ als starke progressive Überleitung zu “In The Name Of The Lord“. Der Track grüßt mit einem eingängigen Hard-Rock-Riff und leitet zu einem euphorischen Chorgesang über. Zum Ende hin rundet eine flotte Synthieeinlage die stimmungsreiche Atmosphäre nochmals ab.

“Sola Intermezzo“ treibt die wilden Klangeinlagen nochmals an den Rand des Wahnsinns. Auch wenn der Song als instrumentale Zwischenfrequenz gilt, ist die Bezeichnung Interlude fehl am Platz. Das gleiche gilt für “March Of The Pharisees“. Hier baut NEAL MORSE mit kürzeren Songs Spannung auf und integriert melodische, wirre Strukturen.

Der Longtrack “Seemingly Sincere“ startet PINK FLOYD-lastig und entwickelt sich zu einem eingängig-rockigen Modern-Prog-Track. Im allgemeinen baut “Sola Gratia“ in der zweiten Hälfte mehr Atmosphäre auf. Dies geschieht primär mit langgezogenen Streichern und ruhigen Pianosoli.

Nicht alles glänzt bei NEAL MORSE

Ab und an beschert “Sola Gratia“ Stimmungskiller, die nicht ganz zum Konzept passen. Besonders der stadionähnliche Gesang in “Building A Wall“ wirkt deplatziert. “Ballyhoo (The Chosen Ones)“ klingt ebenso wie ein misslungenes Cover von QUEENs “We Are The Champions“.

Auch driftet das Album teils in langatmige Passagen ab, die wenig Spannung aufbauen. “Never Change“ oder “Overflow“ brauchen viel Zeit und bescheren jeweils ein sehr nüchternes Finale ohne wirkliche Wendungen. Die eingestreute Kirchenchorromantik überwiegt häufig und weicht oft vom eigentlichen Progressive Rock ab.

Paulus von Tarsus

Sehr klar und direkt schreibt NEAL MORSE über die Christenverfolgung, bei der auch Paulus mitwirkte. Im Namen der Tora sollten diejenigen sterben, die als Anhänger Christi durch die Länder zogen. Aus der Perspektive von Paulus durchleben Hörende die Geschichte des ehemaligen Pharisäers. Doch auch Stephanus, der als erster Märtyrer des Christentums gilt, findet in dem Konzeptalbum Erwähnung.

Zu Beginn des Albums ist dieser gewillt die Anhänger Christi zu verfolgen, da diese nicht die Gebote der Tora einhielten. Als dieser dann zum ersten Mal dem auferstandenen Jesus Christus begegnete, entschied Paulus, selbst ein Apostel Christi zu werden. Im Ganzen ein eher einfach gestricktes Konzept, das bestimmt seine Fans findet.

Stärken und auch so einige Schwächen

“Sola Gratia“ besitzt neue und frische Ideen und Ansätze. Songs wie “Sola Intermezzo“ oder “Seemingly Sincere“ lassen progressive Herzen höher schlagen. Nur leider gilt das nicht für alle Songs. Die Atmosphäre bröckelt mit unpassenden Stimmungseinbrüchen und einige Tracks wirken gar nichtig. Was die Geschichte rund um Paulus von Tarsus angeht, muss jeder selbst sein religiöses Interesse bestimmen. Wer Gotteshuldigungen und Theologie schätzt, kann tatsächliche Freude an der Lyrik haben.

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13.09.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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