Nickelback - Live At Sturgis

Review

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Unter uns: Dass NICKELBACK mal bei metal.de landen hätte ich auch nicht so schnell angenommen. Klar ist die Truppe um Chad Kroeger kein Teil der scheinheiligen Popindustrie und damit durchaus in der Lage ehrliche Musik zu machen, aber es ist schlichtweg weder Metal, noch wirklich lobenswerter Rock, wenn man bedenkt dass sich bisher konstant mit Halbballaden durch die Jahre geknödelt wurde. Von diesem Image versucht sich die neue Live-DVD der Kanadier bewusst zu lösen: Nicht nur dass sie auf dem berühmter Biker-Festival im amerikanischen Sturgis aufgenommen wurde, auch der Tittenfaktor ist höher als man es von jeder MTV-Kuppelshow gewöhnt ist.

Um aber mit dem positiven anzufangen, sei festgehalten, dass die heftigeren und rifflastigen Stücke auf „Live In Sturgis“ eine knappe Überhand haben. Gerade der Opener „Animals“ rockt mit glasklarem THE OFFSPRING-Feeling cooler als jeder Spidermansoundtrack und stellt die Band eindeutig in ihrem besten Licht dar. Obendrein scheinen die Musiker auch technisch einiges auf dem Kasten zu haben, weswegen der Livefaktor angenehm hoch anheimelt und gerade die gesangliche Qualität bodenständig hervorsticht. Wenn man dann noch mit „Side Of A Bullet“ einen Song zum Gedenken an Dimebag Darrel im Set hat, ist an dem positiven ersten Eindruck eigentlich schon fast nichts mehr zu rütteln.
Dass dann aber einige Ernüchterungen folgen, liegt vor allem an zahlreichen Details. So will ich auch gar nicht weiter darauf eingehen, dass Sänger Kroeger öfter die versammelten sekundären weiblichen Geschlechtsteile anhimmelt als WHITESNAKES David Coverdale, oder dass die „Fuck“-Quote in Ansagen kaum noch vernünftig messbar ist. Sehr viel vermeidbarer war nämlich das Debakel gewesen, das in der Postproduktion passiert sein muss, weswegen man sich nun ständig mit nachträglich eingefügten Effekten herumärgert. Mal fangen alle Musiker an undefiniert zu leuchten, mal kommt es zu seltsamen Zeitlupensequenzen und mal wundert man sich über plötzliche Bluranfälle mit gleichzeitigem Farbverlust des Bildschirms. Bei den vielen coolen Pyros die im Laufe der Show gezündet wurden, hätte das wirklich nicht noch sein müssen.

Leider hat man es auch versäumt, das knapp 80minüte Konzert mit sinnvollen Extras aufzufüllen. Da ist das Video zu „Rockstar“ noch am spannendsten, denn weder der Bericht über die Stadt Sturgis, noch die vollkommen inhaltsleere Dokumentation hat einen wirklichen Unterhaltungseffekt. Fans der Band können aber mal nen Blick riskieren und vielleicht mit einer Anschaffung liebäugeln, da weder die Band, noch die Setlist irgendetwas hat anbrennen lassen. Otto-Normal-Metaller können „Live At Sturgis“ aber beruhigt aus ihrem Bewusstsein streichen.

28.11.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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