Nidingr - The High Heat Licks Against Heaven

Review

Fünf Jahre sind seit der Veröffentlichung des letzten NIDINGR-Albums „Greatest Of Deceivers“ vergangen, drei allerdings erst, seitdem Bandkopf Teloch mit „Esoteric Warfare“ seinen Vollzeit- und Songwriting-Einstand bei den Legenden MAYHEM gab. „The High Heat Licks Against Heaven“ ist nun das neue, vierte Full-Length-Album seines Irgendwie-Hauptprojekts, und das darf zwischen den ganzen Tour-Verpflichtungen mit MAYHEM durchaus als sportliche Leistung anerkannt werden. Was den Output angeht, wohlgemerkt – denn obwohl NIDINGRs neues Album ein paar Höhepunkte erkennen lässt und handwerklich natürlich auf allerhöchstem Niveau eingezimmert ist, lässt es die Genialität, die Teloch nun mehr als nur einmal bewiesen hat, an allen Ecken und Enden vermissen.

„The High Heat Licks Against Heaven“: Norwegerstandard

Denn letztlich ist „The High Heat Licks Against Heaven“ ein, nach heutigen Maßstäben, durchschnittliches Black-Metal-Album aus Norwegen. Da gibt es die irgendwo maschinellen Riffs, das eher rhythmisch denn melodisch ausgelegte Songwriting, den relativ sauber produzierten Sound; also quasi alle Trademarks, die spätestens seit GORGOROTHs „Ad Maiorem Sathanas Gloriam“ zum guten norwegischen Ton zu gehören scheinen. Parallelen zu den aktuelleren Werken solcher Bands wie TAAKE, RAGNAROK oder den bereits genannten GORGOROTH sind also nicht von der Hand zu weisen. NIDINGR polieren diese Herangehensweise an Black Metal allerdings durch ein paar experimentelle Töne auf, wenn sie mit „Gleipnir“ einen psychedelisch-progressiven Track auf das Album packen, oder wenn sie in „Ash Yggdrasil“ Noise-, in „Heimdalargaldr“ Post-Elemente ins Spiel bringen.

NIDINGR sind keine MAYHEM

Damit zeigen sich NIDINGR immerhin etwas abwechslungsreicher als die mittlerweile meist gänzlich irrelevanten, langweiligen Bands weiter oben. Allerdings will das Ganze nicht so richtig zwischen die sonst höchstens ansatzweise progressiven Stücke passen. Damit wirkt „The High Heat Licks Against Heaven“ aufgeblasen. Es ist ein Album, das mehr sein will, als es eigentlich ist – nämlich ein Album, wie es für die norwegische Black-Metal-Szene mittlerweile als Standard durchgeht, eben erweitert um ein bisschen halbherzigen, prätentiösen Prog-Einheitsbrei. Schlecht ist das handwerklich sicherlich nicht, schließlich spielen neben dem Bandkopf noch drei andere Musiker aus der norwegischen Session-Elite bei NIDINGR mit, und ja Höhepunkte hat die Platte – aber es scheint bewiesen, dass Mr. Teloch immerhin noch die anderen MAYHEM-Köpfe braucht, um so krankes und finsteres Werk wie „Esoteric Warfare“ zu schreiben.

Bild Nidingr Band Foto 2017

Ganz ohne Corpsepaints, Leder und Nieten: NIDINGR anno 2017

Hier gibts die Premiere des Tracks „Heimdalagaldr“, präsentiert von metal.de.

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05.04.2017

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