Nightbringer - Ego Dominus Tuus

Review

Drei Jahre nach ihrem letzten Full-Length-Album „Hierophany Of The Open Grave“ melden sich die amerikanisch-orthodoxen Black Metaller NIGHTBRINGER mit Langwerk Numero vier zurück: „Ego Dominus Tuus“. Und das ist ein Monster von einem Album: nicht grundlegend anders, aber konsequenter, durchdachter und nicht zuletzt eingängiger als bisher.

Wer 71 Minuten Musik auf eine CD presst, der muss natürlich dafür sorgen, dass das Ganze über so eine – relativ – lange Zeitspanne hörbar bleibt. Das war bei NIGHTBRINGER in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Zwar waren auch die drei Vorgänger von „Ego Dominus Tuus“ (allen voran „Apocalypse Sun“) hervorragende Alben, aber oft wirkten sie, als hätte sich die Band in der Komplexität ihres Materials verzettelt. Auf ihrem neuen Werk arbeiten NIGHTBRINGER aktiv daran, das zu ändern, indem sie über das Album verteilt diverse eingängige Ohrenschmeichler einbauen, die den Hörer einfangen, aber auch die Strukturen nachvollziehbarer machen. Das Kunststück daran: NIGHTBRINGER gelingt das, ohne dass die Musik ihre von Fans geschätzte Komplexität verliert.

Konkret heißt das: NIGHTBRINGER haben ihren Stil auf „Ego Dominus Tuus“ in keiner Weise geändert, sind kein Stück Mainstream geworden, haben keines ihrer Trademarks vergessen. Was sie getan haben: Sie haben eine Leadgitarre verwurstet, die auch EMPERORs „Anthems To The Welkin At Dusk“ gut gestanden hätte („Et Nox Illuminatio Mea In Deliciis Meis“), haben hintergründig abgemischte und dennoch flott ins Ohr gehende Melodien eingebaut („The Witchfires Of Tubal-Quayin“, „Lantern Of Eden’s Night) oder haben mit Doom-Elementen gespielt („Things Which Are Naught“, „The Otherness Of Being“). Ein bisschen mehr Abwechslung als früher also. Nur ein bisschen. Mit viel Wirkung.

Damit ist es schwer, „Ego Dominus Tuus“ nicht zu empfehlen. Kritikpunkte gibt es so gut wie gar nicht. Nur dass NIGHTBRINGER gegen Ende ein wenig die Luft ausgeht, darf wohl genannt werden: Die ambienten Zwischenspiele „Call Of The Exile“ und „Salvation Is The Son Of Leviathan“ haben konzeptionell sicherlich ihre Berechtigung, sind aber Atempausen, wo keine Atempausen benötigt wären. Damit nehmen NIGHTBRINGER dem Album ein Stück seiner Wucht. Ein weiterer Punkt wäre, dass „Where Fire Never Dreamt Of Man“ nicht an andere Kompositionen auf dem Album heranzukommen vermag. Immer noch kein schlechter Song – aber eben nicht auf dem Niveau der restlichen Stücke.

Meckern auf hohem Niveau also. „Ego Dominus Tuus“ ist eine Empfehlung an jeden Black-Metal-Fan; ob man eher der melodischen, naturverbundenen und romantischen oder der verschrobenen, orthodox-satanischen Ausrichtung des Genres zugeneigt ist, tut in diesem Falle tatsächlich gar nichts zur Sache: Zumindest reingehört sollte man haben.

29.09.2014

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