Non Opus Dei - Sem Al Diavol Va Porti Al Mal

Review

Am Schwierigsten ist immer mit den Veröffentlichungen umzugehen, denen man so richtig nichts anhaben kann, die aber auch nichts Begeisterndes an sich haben. Die drei Polen NON OPUS DEI haben mit ihrem 2003 aufgenommenen zweiten Album so eine Veröffentlichung geschaffen. Das Teil hat viel Spirit des alten Black Metal, vor allem der osteuropäischen Schule (Polen und Tschechien) und ist damit sperrig wie eine Katze, die man in eine Transportbox stecken will. „Sem al diavoli va porti al mal“ sträubt sich mit Händen und Füßen dagegen, dass man sie gerne haben könnte, sie kratzt, beißt und faucht mit ihren seltsamen schleppenden Riffs, die in den wiedererkennbaren Momenten in etwa den Flair von alten CELTIC FROST oder neueren PRIMORDIAL haben. Alle anderen Gitarrenparts lassen mich ob ihrer Struktur, Beschaffenheit und vor allem Aussagelosigkeit ein bisschen skeptisch und schief gucken, wenn ich ehrlich sein soll. Interessant, wenn auch noch ein bisschen unkonventioneller, sind zum einen die Schlagzeug- bzw. Percussionlastigkeit der Platte und die experimentellen Parts mit Bouzouki, Bodhran und Violine. Gerade letztere haben was echt Satanisches an sich, allerdings natürlich eher im Totentanz-Sinne als in dem wilder Raserei wie bei DARK FUNERAL zum Beispiel. Der Gesang ist typisch polnisch, wenn ich das mal so sagen darf, was vermutlich ein Resultat aus dem Zusammenklang dieser harten Sprache und dem rotzigen Organ Klimorhs ist. Falsch gemacht haben NON OPUS DEI insgesamt also nichts, sondern alles so, wie sie sich auch fühlen. Das Resultat ist ein exotisch wirkendes, ziemlich zerfahrenes, aber gekonnt gespieltes und durchaus atmosphärisches Album, das mit Sicherheit völlig untergehen wird in einer Musikszene, die mit allem Sperrigen gar nichts mehr anfangen kann. Ich muss, mehr als ein wenig beschämt, zugeben: ich scheine irgendwo auch dazu zu gehören.
PS: Die Platte ist übrigens nur etwa 40 Minuten lang, der letzte Track von über 12 Minuten ist ein nervtötendes Rückkopplungsgefiepe, für das man die Burschen in der Hölle schmoren lassen sollte.

12.06.2005

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