Psychopunch - Moonlight City

Review

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Während sämtliche Jahrmarkts- und TV-Abzocke-Wahrsager fürs kommende Jahr ihre so obligatorischen wie unzutreffenden Prognosen abgeben, kann ich mit fester Überzeugung behaupten, dass 2008 mit einem echten Rock’n’Roll-Knaller in die Vollen steigt. Ist im Grunde aber klar, wenn man weiß, dass ab Anfang Januar die neue PSYCHOPUNCH-Rille zur Abholung bereitsteht, denn seit nunmehr zehn Jahren liefern die Schweden quasi eine Hitekollektion nach der anderen ab. Und nicht anders verhält es sich auf dem bereits siebten Studioalbum „Moonlight City“, mit dem das Quartett einmal mehr allen anderen Punk’n’Rollern kräftig vor die Schienbeinschoner reihert.

Mit dem letzten Spaßbrocken „Kamikaze Love Reducer“ setzte man die eigenen Messlatte relativ hoch und veröffentlichte eines der besten Rock’n’Roll-Alben der letzten Jahre, von daher war die Spannung groß, ob „Moonlight City“ genauso einfällt wie jener 2006er Kracher. Nun, die neue Scheibe ist stilistisch gesehen natürlich der gleiche geile Mix aus BACKYARD BABIES, SOCIAL DISTORTION und TOTE HOSEN wie eh und je, die Ohrwurmdichte liegt bei handgezählten 90% und JM’s Stimme klingt einmal mehr wie ein euphorischer Bahnhofspenner nach dem Gratis-Puffbesuch. „Moonlight City“ hat nur einen Schönheitsfehler und der nennt sich „Moonlight City“, also der Titeltrack. Irgendwie ist der Song spröde, lasch und der Refrain klingt völlig schräg oder nach einer pickeligen Schülerband, die gerade ihren ersten eingängigen Chorus entdeckt hat. Doch ansonsten – amusement par excellence! Da machst du einfach mal die CD rein, drückst auf „Play“ und lässt dich vom megageilen Uptempo-Brüller „It Remains To Be Seen“ überrollen. Stimmung machende Gitarren, eine formidable Bridge und ein alles um sich herum in Glückseligkeit tauchender Refrain, fertig ist der Superhit, dem gleich das genauso schmissige, den Hörer wie eine Strömung mitreißende „Hush Now Baby“ nachfolgt. Was für außergewöhnliche Hymnenschreiber diese Gesellen sind, unterstreichen sie mit Material wie dem brachialen „On My Own“, „Another Statement“ oder dem abschließenden, erneut mit wundervollen Gitarrenmelodien vollgestopften „Lay Me Down“. Auch im gedrosselteren, halbballadesken Sektor gibt’s erneut Großes zu hören, siehe „Here Comes The Rain“ oder „It Hurts Me More Than I Can Say“. Man merkt PSYCHOPUNCH einfach an, wie sie mit den Jahren gereift sind, ihr Songwriting ist trotz aller Genrelimitiertheit variabel, sie schaffen es mit einfachen Mitteln das Bestmögliche herauszuholen und mittels perfekt dosierter Details und ihrem Gespür für großartige Melodien und Refrains halten sie den Hörer über Wochen in Abhängigkeit.

Hätte man den Titeltrack lieber einer drittklassigen Punkband vererbt, anstatt ihn hier zu bringen, würde „Moonlight City“ auf gleicher Stufe wie „Kamikaze Love Reducer“ stehen. Somit verbleiben dennoch ein großartiges Album sowie der dringliche Hinweis, dass die limitierte Erstauflage mit einer Bonus-CD mit unveröffentlichten bzw. raren Songs in die Regale einsortiert wird. Das neue Jahr macht jetzt schon Spaß!

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30.12.2007

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3 Kommentare zu Psychopunch - Moonlight City

  1. Anonymous sagt:

    Ich finde "Moonlight City" besser als "Kamikaze Love Reducer". Jener Vorgänger war meiner Mainung nach nicht der Oberhammer, obwohl er oft so dargestellt wurde. Hier greifen die Melodien wesentlich besser, die Songs sind einfach geiler. Sehr gutes Album!

    9/10
  2. Anonymous sagt:

    Entschuldigung, "Meinung" natürlich.

    9/10
  3. frankenbub sagt:

    Ich weiß nicht. An und für sich ist das Album nicht schlecht. Doch wie immer bei Psychopunch klingen die Songs für mich alle sehr ähnlich. Mir fehlt einfach die Abwechslung.

    6/10