Saltatio Mortis - Provocatio

Review

Galerie mit 28 Bildern: Saltatio Mortis - MPS Speyer 2019

SALTATIO MORTIS verpacken ihre Silberlinge gern optisch und haptisch anspruchsvoll und wissen, wie man Fans und Sammlern eine Freude und ein Highlight im Regal beschert – an dieser Stelle muss man sogar den Geruch der druckfrischen DVD im schönen Hardcover erwähnen! Mit „Provocatio“ haben die sympathischen Musikanten ihre dreistündige akustische Show auf dem Mittelalterlichen Phantasie Spectaculum in Hamburg 2013, die vom Veranstalter Gisbert Hiller zunächst ohne das Wissen der Band verkündet wurde, aufgezeichnet. Im beiliegenden Heft und im Making Of dokumentiert die Band sehr schön, welche Herausforderung diese spezielle und recht spontane Show für sie selbst dargestellt hat. Im Bundle selbst liegt das Konzert sowohl auf Blu-Ray als auch auf zwei DVDs bei, was natürlich gut bedacht worden ist, denn nicht unbedingt sind Blu-Rays schon in jedem Heim angekommen, so muss sich der Fan nicht entscheiden und hat je nach Gerät in einem Set beide Varianten parat. Hut ab für so viel Mitdenken!

Die DVD bietet einen fulminaten Eindruck dessen, was SALTATIO MORTIS live seit Jahren leisten. Mit einem kurzen Blick backstage sowie über das Festivalgelände mit Lagerfeuern und altertümlichen Ständen startet das Konzert, die Zuschauer sind euphorisch und wissen den besonderen Umstand des Abends mehr als gebührend zu schätzen. Für die beeindruckende Kulisse ist die recht klein wirkende Bühne ebenso erwähnenswert, schließlich müssen ganze acht Musiker plus Kameraleute ihre Bewegungsfreiheit haben. Schon beim „Merseburger Zauberspruch“ bewegt Alea Der Bescheidene das Publikum, bei den durchweg akustisch gespielten Nummern sind die Massen dabei, singen, feiern, tanzen und brauchen eigentlich keinerlei Animation durch die Band. Vom anfänglichen „Valrufen“ über „Ballade von der Spielmannskrone“ bis zum abschließenden „Spielmannsschwur“ reißen die Spielleute bei allen 36 Nummern mit, wie man es auch stromlos nicht anders von ihnen erwartet hätte. Man merkt SALTATIO MORTIS kaum an, dass es im Vorfeld keine einzige Probe gegeben hat – das perfekte choreographische Miteinander ist in jeder Minute harmonisch und eingespielt, die Spielfreude dominiert, die Energie überträgt sich fast durch den Bildschirm – besonders bei Nummern wie „Veitstanz“. SALTATIO MORTIS geben zwischen den Songs ihrem Publikum viel preis, erzählen über die Bandgeschichte, den großen Erfolg des Albums „Das Schwarze Einmaleins“, welches überhaupt zu besagtem aufgezeichnetem Konzert geführt hat, und lassen die Zuhörer so ganz nah an sich und ihre Gefühle und Dankbarkeit heran.

Selbst wenn man schon einmal in den Genuss eines Konzertes von SALTATIO MORTIS gekommen ist und eben dieses komplett mitreißende Gefühl kennt – so ein Ausnahmekonzert auf DVD zu sehen, ist unbeschreiblich. SALTATIO MORTIS haben zu Recht ihren Status in der Szene und zelebrieren jedes Konzert mit ihren Fans. Die Atmosphäre wurde meisterhaft festgehalten und in keiner Sekunde wirkt die DVD zu lang oder atemlos, immer wieder hauen SALTATIO MORTIS einen neuen Reißer heraus und bringen einen so schon fast im Wohnzimmer zum Tanzen. Absolut sehenswert ist unter anderem auch „Drunken Sailor/Morbus“, eine äußerst gelungene Interpretation des weltbekannten Shantys. Das abschließende Feuerwerk passt dermaßen gut zur Stimmung und Feierlaune, dass die Gestaltung des Abends in ihrer Perfektion einfach sprachlos macht. Auch das Making Of-Material gibt Einblicke, die sehr gut zur DVD passen. Alles in allem verdient das Werk von SALTATIO MORTIS unter den spontanen Umständen größten Respekt, und selbst wer nicht jeden Tag Dudelsäcke anhören mag, wird von den Spielleuten gepackt und weiß die Leistung dieser herausragenden Truppe mehr als nur zu würdigen. Qualitativ großartig produzierte DVD, die einen einmaligen Abend dokumentiert!

05.02.2014

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