Saltatio Mortis - Erwachen

Review

Galerie mit 28 Bildern: Saltatio Mortis - MPS Speyer 2019

Höret her! Höret her! Ich bringe euch Kunde aus ferner Zeit, von wackeren Spielmannszügen, die mit ihren Weisen die braven Bürger zu beglücken suchen und von Neuigkeiten aus aller Welt berichten. Doch ich warne euch vor den gar fürchterlichen Saltatio Mortis, deren neue Lieder selbst die Alten und Tauben sich in Wehgeschrei abwenden lassen und selbst den kühnsten Tapferen vor Qual um Gnade flehen lassen! Doch die Kapelle, deren Gefährten so illustre Namen wie „Dominor der Filigrane“, „Ungemach der Missgestimmte“ oder „Lasterbalk der Lästerliche“ tragen, kennt kein Erbarmen.

Wahrlich, ich sage euch, hütet euch vor diesen Rabauken, denn sie führen nichts Gutes im Schilde (und schon gar nicht bei sich). Gar unbekümmert ob ihrer grausam quietschenden und piepsenden Instrumente, liegen uns diese furchtlosen Recken mit belehrend erhobenem Zeigefinger von falschen Freunden und ähnlich Verwerflichem jammernd in den Ohren. Mit dünnem Stimmchen und ebensolcher Produktion trachten sie danach, uns mit ihren mehr gesprochenen als gesungenen Inhalten den Beelzebub auszutreiben, der ja bekanntlich ein Eichhörnchen ist. Und das nicht einmal akzentfrei! Mit ihren Gesängen und den elektronisch-technoid anmutenden Begleitgeräuschen nach dem Vorbilde Blümchens, die ob ihrer beschwingten Anmutung oftmals einem mallorquinischen Bierzelt entsprungen zu sein scheinen, penetrieren „Alea der Bescheidene“ und sein ruchloses Gefolge mit ihrem Casio Kinderkeyboard, ihren Schalmeien und den oftmals am richtigen Tone vorbeischrammenden Dudelsäcken die unschuldigen Gehöre ihrer Zuhörer.

Doch diesen Frevels nicht genug, vergeht sich das lästerliche Pack auch noch an KISS’ hmnyenähnlichem Choral „God Gave Rock n Roll To You“ und schändet dieses ehrwürdige Stück traditionellen Liedguts aufs Schlimmste, indem es ihm mit einer peinlichen Interpretation versucht, Tribut zu zollen. Für diese Untat gehören sie, mitsamt all ihrer Instrumente (damit auch diese keinen Schaden mehr anrichten können) auf dem Scheiterhaufen verbrannt! Scheint es auch schon zu spät, die Mittelalterseuche noch loszuwerden, so höret dennoch auf mich, und schmäht zumindest dieses grässliche Werk, das sich „Erwachen“ nennt! Die Pest haben wir am Ende schließlich auch überwunden.

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Saltatio Mortis - Saltatio Mortis Erwachen CD Standardbei EMP9,99 €
25.02.2004

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9 Kommentare zu Saltatio Mortis - Erwachen

  1. alarmist sagt:

    Die haben noch nie was getaugt…

  2. crippled fluffy catcat sagt:

    dieser thomas ist mir sympathisch…

    2/10
  3. Anonymous sagt:

    Ja, ich hab’s kapiert, es ist cool, Saltatio Mortis und ähnlich gelagerte "Gute Laune" Musik schlecht zu finden, sich darüber lustig zu machen etc. Aber hierbei handelt es sich wohl genau um die Art Musik, die vom Hass gestresste True-Kasperl, intellektuell angetriebene Minimalistik-Marionetten, grunz-heisere Extrem Deather und in Schwermut schwelgende Gothic-Kerzenleuchter heimlich und leise aus dem Regal holen, um sie wieder und wieder abzuspielen, es sich selbst nicht eingestehend, dass auch solcher beileibe nicht perfekter "easy listening" Freude bereiten kann. Kurz gesagt: Keine Kunst, aber lustig, fröhlich, frei, schön anzuhören. Kein Bock auf Probelesen meines Postings, das Review nervt mich schon zur Genüge *g*.

    7/10
  4. dorgard sagt:

    Ich kann die Meinung meines Vorkommentatoren nachvollziehen, aber im Falle dieser Band muss man da differenzieren. Die haben vermutlich die schnelle Kohle gerochen, als sie sich entschlossen ihre länger praktizierte Mittelaltermusik zu einem Stilmix zu verknüpfen. Schliesslich sind auch Tanzwut, Schandmaul und In Extremo damit bestens gefahren. Das Problem von Saltatio Mortis ist vielmehr die Unfähigkeit dies so gekonnt umzusetzen wie ihre Vorbilder. Wenn Innovationslosigkeit auf Unprofessionalität trifft kommt sowas dabei raus. Deswegen gebe ich im Sinne des Reviews 3 Punkte. Und das auch nur, weil es vereinzelt noch schlechtere Bands in diesem Genre gibt.

    3/10
  5. anonymus sagt:

    Mittelalter-Mumpitz rammelt mit Dorfdisco-Billigtechno und gebiert dieses Arschlochkind…

  6. Anonymous sagt:

    SaMo sollten lieber bei akustischer Musik bleiben. Wer was gutes von ihnen hören will, dem kann ich "Tavernakel" oder "Heptessenz" empfehlen

    5/10
  7. chris sagt:

    Lieber Thomas, ich glaube du solltest lernen die Musik zu bewerten und deren komplexibilität erkennen. Das Zusammenspiel von, ich schreibe es jetzt einmal vereinfacht, Dudelsack, Flöte, Leierkasten, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Elektronischen Geräuschen (Trommeln, bzw. erzeugt durch Schlag auf Trommeln)ist einer äußerst komplexe Angelegeneheit, die Live bei den 8 Spielleuten hervorragend funktioniert. Ich könnte mich davon auf dem Friedensfest dieses Jahr in Iserlohn selbst davon überzeugen. Es ist beeindruckend mit welcher Präzision diese Band mit 3 Dudelsäcken gleichzeitig spielt und die Musiker dazu auch noch tanzen. Wenn man nur das Musikalische der CD Erwachen sieht, dann merkt selbst ein Laie, dass die elektronischen Geräusche nicht aus einem Kinder Keyboard kommen, auf Live Konzerten von Saltatio Mortis wirst du ein Keyboard vergebens suchen. Wie kommst du also zu deiner subjektiven Bewertung? Verspielen sich die Künstler auf dieser CD? Ist der Gesang schief? Das kann man objektiv bewerten! Nichts desto trotz ist dein Text super geschrieben und ließt sich flüssig und klar. Die Lyrik in deinem Review ist einfach geil! Zu den Kommentaren habe ich noch eine Frage… Wer von euch hat das Album komplett gehört und das mehr als einmal?

    10/10
  8. Anonymous sagt:

    … und eine weitere Rockband springt auf den Mittelalter-Zug! 🙄 Na ja, es gibt schlimmeres in diesem Genre (vor allem Morgenstern oder das fürchterliche "Engelskrieger" von StS! :kotz: ) , trotzdem ist das ganze belangloses gedudel,dass kein weiteres Kommentar dazu notwendig ist! Dann doch lieber "Weck die Toten! von InExtremo, dass ist wirklich guter, kerniger Mittelalter-Rock! 😉

    5/10
  9. Anonymous sagt:

    Also zu allererst muss cih sagen,dass das Review sehr unterhaltsam geschireben ist. Doch die Kritik ist überzogen. Alles in allem ist das kein schlechtes Album,Lieder wie \"Falsche Freunde\",\"Hör die Trommeln\" oder \"Erwachen\" gehen gut ins Ohr und wissen zu überzeugen. Der Rest des Albums ist jedoch für meinen Geschmack zu lasch,was aber nicht objektiv ist und deshalb nichts zur Sache tut.

    7/10