Scapegoat - Goddog Of Prey

Review

Voilá, jetzt hat es ja doch noch geklappt: Scapegoat haben endlich ihr Schäflein ins Trockene getrieben, das kleine norddeutsche Label Rising Sun Records hat sich ihrer erbarmt… es möge allen anderen, die ihnen die Pforte verwehrten, ergehen wie seinerzeit Decca Records, welche sich wegen der Abweisung der Beatles noch heute die Wirbel verrenken dürften, um sich hin und wieder gehörig das Gesäß anzufressen. Ich will das süddeutsche Trio hier zwar nicht wirklich mit den Liverpooler Urvätern gleichsetzen, dennoch waren, sind und bleiben Scapegoat auf ihre Weise ein Haufen genialer Prügelbrüder, die noch immer als kontrolldezimierender Faktor auf das Kfz-Gaspedal wirken. Schon die Demo-CD-Keule „Until You Turn To Dust“ schlug mich ja knochenhart aus den Schlapfen, und da sich das nun vorliegende Debüt neben fünf neuen Songs zur (zweiten) Hälfte aus diesem Demo formiert und diese Songs auch nach über einem Jahr regelmäßiger Rotation nichts an wuchtig-emotionaler Intensität und eigenwillig rauhem Schneid verloren haben, legt nun auch diese „Extended Version“ des vorausgeganenen Demos meine vermeintlich ersprießliche musikalische Vorausahnungsfähigkeit nach allen Regeln der Kunst aufs Kreuz. Hier sind drei Vollblutmusiker am Werke, denen dennoch zu keiner Zeit der Blick für’s Wesentliche des gewählten Genres „Rockmusik“ verlustig geht: Die absolute Emotion, das tiefe Gefühl, das allen voran Sänger und Saitenreisser Tosse in allen denkbaren menschlichen Facetten auszulegen weiss. Die seit „Until You Turn To Dust“ hinzugekommenen Songs wirken durchweg noch einen Zahn vielschichtiger, die Rhythmus- und Tempowechsel eine weitere Nuance spektakulärer, dennoch immer derart um Stimmigkeit beflissen, dass man den Mannen weder musikalische Selbstgefälligkeit noch kompositorische Willkür vorwerfen mag. Wenn auch die ersten fünf Titel der CD nicht mehr dergestalt rotzig, affektiv und schnell, sondern eher etwas gezielter und auch gezügelter die Hörfluren durchtoben, erreichen auch diese Titel eine Spielgewalt und vor allem eine technische Allmacht, die sie schnurstracks das Trommelfell zum Jungfernhäutchen degradieren lässt und es skrupellos durchstößt, um sich einiger wichtiger Hirnfunktionen zu bemächtigen… Nicht nur der Titelsong überrascht mit einem Doublebass-Amok, sämtlich und ausnahmslos alle restlichen Songs durch irrwitzig-grandioses Riff-Zusammenspiel aller teilhabenden Instrumente. Allein die Melodien der neuen Titel können nicht mit denen der zweiten Hälfte der CD mithalten, was den Zugang zu den Stücken hier und da etwas erschwert. Alles in allem ist diese progressive Rock’n’Megadeth-Melange alles andere als reine Musikermusik, hier haben wir es mit exzellent produzierter, kompositorisch phantastischer und zugleich wunderschön expressiver Vertonung von purer Emotionalität zu tun! Ein absolutes Highlight!

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27.06.2002

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