The Harvest Moon - Decline To Disorder

Review

The HARVEST MOON ist der Name des Ein-Mann-Projektes von Jamie Freeman, seines Zeichens Schlagzeuger und Sänger des australischen Post-Black-Metal-Duos VAGROND.

Die vorliegende EP beinhaltet fünf Tracks und bringt es auf eine Spielzeit von knapp 18 Minuten. Es ist bereits der zweite Output der “Band” in Form einer EP. Und gemäß Promotion-Text vermischt “Decline To Disorder” Elemente von Melancholie und gefühlsgeladenen, schweren Musik-Stilen, einschließlich Depressive Black Metal und emotionalem Hardcore.

Musik eines Aussteigers 

Es heißt, der gute Jamie habe im Jahr 2018 der Gesellschaft den Rücken zugekehrt, um in der Wildnis Australiens zu leben und in der Isolation an neuer Musik zu arbeiten. Eigentlich sehr gute Voraussetzungen für einen weiteren, kreativen Output.

Wer sich im Vorfeld auf einen neuen tiefschwarzen, höchst depressiven und melancholischen Black-Metal-Monolithen à la VAGROND gefreut hat, wird wahrscheinlich enttäuscht und verdutzt die Stirn runzeln, wenn er die Songs das erste Mal hört. Denn mit seiner Hauptband hat THE HARVEST MOON wenig gemein. Aber dafür sind Nebenprojekte schließlich da, um sich abseits der Stammformation ordentlich austoben zu können. Alle anderen, denen VAGROND und THE HARVEST MOON bisher kein Begriff waren, können sich über fünf recht kurze, depressive und emotionale Hardcore-Songs freuen.

Und wie klingt das nun?

Rein instrumental wurde das solide umgesetzt, häufig fast unverzerrt und dabei sehr transparent dargeboten. Um die typischen Fehler eines Ein-Mann-Projektes zu vermeiden, fanden die Aufnahmen in einem richtigen Studio statt.

Schreien gegen den Frust

Zum einen haben wir den durchgängig in einer Tonlage vorgetragenen, etwas harschen Schreigesang, der weder an DBM oder an typische BM-Vocals erinnert. Aber dafür klingt er recht eigenständig. Die Beschreibung der Musik als emotionaler Hardcore trifft es wirklich am ehesten und den fünf Kompositionen wohnt in der Tat eine gewisse Melancholie inne. Wenn sich Freemann seinen Frust leidvoll von der Seele schreit oder er seine verhaltenen, akustischen Zwischenspiele vorträgt, kommt diese Melancholie besonders zur Geltung.

“Decline To Disorder” klingt bisweilen vereinzelt verspielt-progressiv, wie etwa im sehr kurzen Opener “No Utopia”, dann wieder teils verträumt, wie im drauffolgenden “The Fool Searches Till Death”. Oder auch mal etwas flotter im abschließenden “Divided And At War”, das zwar auch eher verhalten startet, dann aber richtig Fahrt aufnimmt. Das Fundament bildet dabei stets eine Mischung aus frustriert klingendem Post Hardcore mit sehr atmosphärischem Gitarrenspiel und klagender Schwermut, sowie das häufig transportierte Gefühl der Verzweiflung.

Vorranging bewegen sich die Songs im Midtempo-Bereich, ein Anspieltipp ist der vierte Song “These Shackles”, der alle positiven Merkmale von THE HARVEST MOON vereint und richtig rockt.

Musik für Aussteiger?

“Decline To Disorder” macht vieles richtig, klingt unverbraucht und frisch, gleichzeitig aber auch nicht wirklich neu. Manche Parts wirken einfach zu austauschbar und ein wenig steril. Abwechslungsreichere Vocals wären wünschenswert, denn der durchgehend eintönige Schreigesang kann auf Albumlänge möglicherweise langweilen. Aber in Form dieser EP ist er recht stimmig. Allerdings hätte man sich mindestens noch einen Song im “These Shackles” – Format gewünscht, so dass am Ende doch nur 6 Punkte rausspringen. Dennoch sollte hier jeder aufgeschlossene Post-Black-Metaller ruhig mal ein Ohr riskieren…

Review von Frank Wiele

26.03.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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