The Hellacopters - Air Raid Serenades

Review

THE HELLACOPTERS haben mit „Air Raid Serenades“ eine Compilation herausgebracht, auf der ausschließlich bekannte Songs zu finden sind. Eine „Best Of“ sozusagen. Ob das nun Not tut oder nicht, muss jeder selbst bewerten, einen guten Querschnitt durch die Schaffensphasen dieser Band ist vorliegender Silberling jedoch allemal.

Los geht es mit „(Gotta Get Some Action) Now!“ vom Debütalbum „Supershitty To The Max!“, einem nach vorne preschenden Stück, das vorzüglich aufzeigt, wo früher die Stärken der HELLACOPTERS lagen, nämlich im punkigen Rock. Gefolgt von „Ferrytale“, einem Single-Track, der eher dazu einlädt sich eine Fluppe anzuzünden, wird der rohe Stil weiter verfolgt. „Born Broke“ bedient dann wieder das Debüt und rotzt sich gut durchs Gebälk.

Es geht weiter zum zweiten (und für mich nach wie vor besten) Album „Payin‘ The Dues“. Ich kann zwar nicht behaupten, dass „Soulseller“ einer der herausragenden Songs der Scheibe ist, aber die Jungs haben ihn vermutlich deswegen gewählt, weil er besser zum neueren Stoff passt. Danach heißt es anschnallen. Eines der geilsten Stücke, das die HELLACOPTERS je geschrieben haben, kommt zum Zug. „You Are Nothin'“ rockt das Haus und wer dazu nicht automatisch seine Birne weichkurbelt, ist entweder taub oder geht lieber wieder das Musikantenstadl hören. Weiter geht es mit einem anderen Knaller desselben Albums. „Like no Other Man“ rödelt durch die Boxen und zeigt auf, dass die HELLACOPTERS verdammt dicke Eier hatten. Der Refrain lässt einen um mindestens 40 Jahre in der Zeit zurück reisen. Wäre die Musik nicht so fett rockig, könnte man denken, man befinde sich in der Zeit der Schmalzlocken und Taschentücher, die aus den Arschtaschen der Blue Jeans hängen.

Das folgende „Long Gone Losers“ stammt von der EP „Disappointment Blues“ und ist so etwas wie ein Brückenschlag zwischen alt und neu. Der raue und lärmige Sound ist immer noch im Ansatz vorhanden, aber die ersten Veränderungen in der Musik sind deutlich erkennbar. „Move Right Out Of Here“, „The Devil Stole The Beat From The Lord“ und „Venus In Force“ vom „Grande Rock“-Album sind das letzte rüde Aufbäumen und die frühe Wildheit der HELLACOPTERS ist lediglich noch im guten Wille präsent.

Die beiden Single-Tracks „Down Right Blue“ und „Crimson Ballroom“ stellen danach die Überleitung zum erdigen Rock und eine Art Abschied vom ungestümen Sound der frühen Tage dar. Mit „Hopeless Case Of A Kid In Denial“ vom Album „High Visibility“ gingen die HELLACOPTERS dann einen deutlichen Schritt weiter. Sie wurden zahmer und der Sound (besonders der Gitarren) zunehmend weicher und klarer. Der Gesang war nicht mehr so punkig und die Refrains wurden eingängiger.

Das Chart-taugliche „Toys And Flavor“ vom selben Album war seinerzeit so etwas wie ein richtiger Hit und die Höllenschrauber wurden einer breiteren Masse zugänglich. „No Song Unheard“ ist dann ein ziemlich zerklimpertes Lied mit Weichspülcharakter, meiner Meinung nach nicht weiter erwähnenswert.

Es folgt „By The Grace Of God“ vom gleichnamigen Album. Eingängige Melodylines und Mitsing-Refrains ermöglichen einen leichteren und schnelleren Zugang zur Musik. „Carry Me Home“ und „It’s Good But It Just Ain’t Right“ führen diese Linie fort und nie zuvor klangen die HELLACOPTERS freundlicher und klarer. Auch die EP „Strikes Like Lightning“ wird berücksichtigt und das eher unspektakuläre Stück „Turn The Wrong Key“ kommt zum Einsatz.

Zuletzt meinten die Schweden mit dem Albumtitel „Rock & Roll Is Dead“ ein (provokantes?) Statement zu setzen. Von eben diesem Album stehen dann „Everything’s On TV“, „I’m In The Band“ und „Bring It On Home“ auf dieser Compilation und lediglich der letztgenannte Track bringt noch einmal etwas Schwung in die Bude, wobei der sehr zahme, nur dezent verzerrte Gitarrenklang nicht wirklich Wildheit aufkommen lässt.

Alles in allem ist „Air Raid Serenades“ eine gut gelungene Compilation, die den Werdegang, bzw. die Entwicklung der Band in chronologischer Reihenfolge wirklich gut aufzeigt. Ob man nun eher was mit den frühen Tagen der HELLACOPTERS anfangen kann oder lieber mit den jüngeren Veröffentlichungen warm wird ist hierbei nebensächlich, da diese Scheibe ohnehin nur für Neueinsteiger interessant sein dürfte. Alle alten Fans oder auch späteren Einsteiger kennen den hier gebotenen Stoff ohnehin schon. Für HELLACOPTERS-Frischlinge ist „Air Raid Serenades“ allerdings ein guter Anfang.

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13.07.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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