Tyrant - Hereafter

Review

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TYRANT sind eine Band, die man nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Das könnte bisweilen daran liegen, dass die Jungs um Gitarrist Rocky Rockwell und Basser Glen May ihre Alben nicht im üblichen zweijährigen Rhythmus herausbringen. Seit der letzten Scheibe „King Of Kings“ sind immerhin stolze 24 Jahre ins Land gezogen. Das merkt man „Hereafter“ aber überhaupt nicht an. Quasi. Denn Innovation darf man von dem Quartett nicht erwarten.

Dafür spielen TYRANT (nicht zu verwechseln mit den ehemaligen deutschen Speed Metallern) ihre Mischung aus US-, Epic- und Doom-Metal zu traditionell. Der größte Unterschied zu den vorangegangenen Alben ist aber, dass sich mit Robert Lowe (u.a. ex-CANDLEMASS) ein neuer Sänger an Bord von TYRANT befindet, der stimmlich in ganz anderen Sphären unterwegs ist, als sein Vorgänger Glen May. Vielleicht ist das ein Grund, warum „Hereafter“ düsterer klingt als die drei Alben davor (auf mehr haben es TYRANT noch nicht gebracht seit Bandgründung 1978). Generell steht diese Entwicklung TYRANT aber gut zu Gesicht. Nach einem unheilvollen Intro starten die Amerikaner episch mit „Dancing On Graves“ in das Album. Mit „The Darkness Comes“ steht dann das erste Highlight an. Durch geschickten Einsatz von Keyboards bekommt die Nummer ein ganz eigenes Flair, was ebenfalls in den düsteren Albumkontext passt. Der Rest des Albums folgt den ersten beiden Songs. Mal mit mehr Doom Metal, mal mit mehr Epic Metal, aber immer interessant. Eine ganz fiese Nummer ist auch der Titeltrack, der sich langsam wie Lava über den Hörer hinwegwalzt. Die knackigen Gitarren von Rocky Rockwell geben ihren Part dazu, um dem Ganzen eine morbide Atmosphäre zu geben. Achteinhalb Minuten Leidenszeit bekommt man hier auf die Ohren und dank der Stimme von Lowe ist der Titeltrack ebenfalls ein definitives Highlight von „Hereafter“.

Zum Ende des Albums schwächeln TYRANT ein wenig. Hier wäre es dem Gesamteindruck sicherlich zuträglicher gewesen, wenn man auf ein, zwei Stücke verzichtet hätte (beispielsweise „Bucolic“). Dann würde „Hereafter“ um einiges stimmiger klingen. So bleibt ein kleiner Schatten auf der ansonsten makellosen Performance der Kalifornier haften.

Unter dem Strich kann „Hereafter“ aber überzeugen. Vielleicht kommen nicht alle Fans auf die eingeschlagene Richtung von TYRANT klar, mir aber gefällt das Album gut und ich kann es – zumindest – den Fans von Robert Lowe ans Herz legen, denn seine Performance ist echt stark.

09.05.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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