Undertow - Milgram

Review

Galerie mit 12 Bildern: Undertow auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Langsam und melancholisch, behutsam aber doch mit hohem Druck nimmt das Intro der neuen UNDERTOW seinen Weg ins Ohr. Extreme, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen, prägen das gesamte neue Album des schwäbischen Doomcore-Trios und vereinen sich doch zu einem passenden und vor allem verdammt intensiven Ganzen. Bereits der folgende Opener „Stomping Out Ignorance“ schlägt ganz andere Saiten an und groovt mit seinem Thrash-Einschlag und dem eingängigen Chorus fast schon unverschämt geil aus den Boxen. Ganz ähnlich geartet sind auch „Two Fingers“ und „Hateriot“, das keinen Hehl daraus macht, dass man schon mal etwas von PANTERA gehört hat. Die ersten Tracks des bereits vierten Albums des Trios zeigen zweifelsfrei, dass UNDERTOW genau wissen, wie man Härte, Groove und Eingängigkeit zu kombinieren hat, damit arschtighte Killer dabei herauskommen. Aber auch die schnelleren Songs teilen nicht nur aus, sondern zeigen durch auflockernde, ruhige Breaks, dass mehr in ihnen steckt als die wütende Axt im Walde.
Neben solchen Abrissbirnen, die sich auf dem Album zuhauf finden, verleihen ihm besonders die nachdenklichen, doomigen Tracks besondere Tiefe. Diese Unterschiede sind es, denen „Milgram“ seinen Reiz schuldet, und die dafür sorgen, dass die Scheibe selbst nach dem x-ten Durchlauf noch zu fesseln und zu überraschen weiß. UNDERTOW vereinen aggressive Groovebolzen mit melancholischen Doomstern; Hardcore- und (Thrash-)Metaleinflüsse verschmelzen mit einem unüberhörbaren Hang zum Doom zu einem ganz eigenen Sound. Dabei sind die Songs trotz der Hochspannung, die in ihnen steckt, stets melodisch, da auch Sänger Joschi seine Texte nicht nur herausbrüllt, sondern ihnen tatsächlich Melodie mit auf den Weg gibt. So sind besonders die langsamen, zähen Songs wie „Homemade Funeral“ oder „Always Have Always Will“ von so unbändiger Kraft, dass sie ganze Wände einzureißen vermögen. Durch den Kontrast mit flotten Zerstörern der Marke „D-Mood“ können beide Extreme ihre ganze Energie entfalten und lassen niemanden kalt.
„Milgram“ ist eine Platte, bei der selbst Intro und Outro kein Füllmaterial sind, um die Tracklist aufzublasen, sondern einen stimmungsvollen Rahmen bilden und das Album perfekt abrunden. Und das so gekonnt, dass man die Scheibe manchmal tatsächlich reinschiebt, um sich nur Anfang und Ende anzuhören. UNDERTOW beweisen, dass mit den Zutaten Hardcore und melodischer Metal nicht automatisch Metalcore herauskommen muss. So weitermachen! Super Ding, kaufen!

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22.03.2006

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