Undertow - In Deepest Silence

Review

Galerie mit 12 Bildern: Undertow auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Auf inzwischen 20 Jahre können UNDERTOW mittlerweile zurückblicken. Aus dem Underground heraus haben es die Schwaben im Laufe der Zeit geschafft, ständig an Bekanntheitsgrad zuzulegen, und mit dem letzten phänomenalen Werk „Don’t Pray To The Ashes“ wurden sie sogar Album des Monats bei den Kollegen vom Rock Hard! In Kürze wird ihr siebtes Album „In Deepest Silence“ veröffentlicht. Zwischenzeitlich hat sich die Band vom Trio zum Quartett erweitert, mit Markus „Brandy“ Brand wurde ein zweiter Gitarrist integriert, und auch ansonsten gibt es Neues an „In Deepest Silence“ zu entdecken.

Da fängt schon mit dem postrockigen Intro an, welches im schweren, melancholischen Doomcore-Groovehammer „Canvas Ghosts“ mit seinem leidenschaftlichen, wehmütigen Gesang, fetten Riffs und wunderbaren Melodien mündet. Sie loten in ihrem eigenen Klangkosmos verschiedene neue Schattierungen aus. So überrascht der energische Hardcore-Brecher „Everember“ mit Blastbeats und Gastgesang von Björn Gooßes (THE VERY END), während „Inside One“ eine wunderschöne, sehr emotionale  Akustikballade in der Mitte des Albums ist. Gerade dieses Stück ist mit seinem facettenreichen Gesang sehr ergreifend und zeugt eindrucksvoll vom großen Selbstbewusstsein von UNDERTOW. Es sind Gegensätze wie diese, welche „In Deepest Silence“ eben auch ausmachen. Und es gibt mehr zu entdecken: Da wäre das atmosphärische, getragene „BoxShapedHeart“ mit packendem, eingängigem Refrain, oder das harte, aggressiv flotte „These Boots Are Made For Stalking“, veredelt mit Gastgesang von Gary Meskil (PRO-PAIN), toller straighter Hardcore-Brocken! Das dunkle, doomige Titelstück kontrastiert mit getragener Geschwindigkeit und schweren Riffs, abgesehen vom Gesang erinnert „In Deepest Silence“ ein wenig an alte TYPE O NEGATIVE. „Slatesoul“ ist wieder ein direktes Riffmonster für den Moshpit, während das wuchtige, hymnische „The Strain“ wieder schleppender und düsterer ist, mit tollem Ohrwurm-Refrain. Mit dem treibenden, energiestrotzenden „Now And Forever“ endet das neue Album. Das Digipak wird mit „34CE“ und „Smoke Garden“ noch zwei Akustiknummern als Bonus enthalten.

„In Deepest Silence“ ist ein würdiger Nachfolger von „Don’t Pray To The Ashes“. Das neue Album vereint einerseits alle liebgewonnenen, charakteristischen Trademarks von UNDERTOW, ist aber dank der stilistischen Offenheit der Band noch eine Spur abwechslungsreicher und spannender. An UNDERTOW kommt 2013 niemand mehr vorbei. „In Deepest Silence“ ist in positivstem Sinne erwachsen, klischeefrei, wunderbar intensiv und fesselnd. Ein emotionaler Hörgenuss der besonderen Art!

15.11.2013

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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5 Kommentare zu Undertow - In Deepest Silence

  1. Alex sagt:

    Der Bandname ist ja wohl mal dreist geklaut!

  2. Heiko Eschenbach sagt:

    Gab mal eine Hardcore-Band, die so hieß

  3. Schaufelbagger sagt:

    Undertow ist das englische Wort für „Sog“. Nach deiner „Logik“ haben auch TOOL ihren Namen dreist geklaut – aus dem englischsprachigen Äquivalent vom Duden…