Kein Cover

V8Wankers - Got Beer?

Review

Galerie mit 15 Bildern: V8 Wankers - Blood Brothers European Tour 2018

Manchmal geschehen Dinge, die mich den Glauben an das Gute, das, Böse, Gott, den großen Manitou oder was auch immer verlieren lassen. Dass der FC Bayern München in der laufenden Bundesligasaison vermutlich über 100 Tore erzielen und sein Präsident, der Steuersparfuchs und Würstchenmultimilliardär Uli Hoeneß sich vielleicht um seine wohlverdiente Haftstrafe drücken wird. Oder aber, was ich persönlich noch viel schlimmer fände: wenn die V8WANKERS sich auf ihre noch nicht so richtig alten Tage zur lupenreinen Kirmeskapelle mauserten. Der Reihe nach:

Über zehn Jahre lang waren die Offenbacher V8WANKERS der Inbegriff kompromisslos-räudigen Punk’n'(P)Rolls made in Germany. Nachdem die mal wieder rundum erneuerte Band um Ur- bzw. Oberwanker Lutz Vegas sich unter der Regie von Produzent Tommy Newton auf „Iron Crossroads“ (2011) in eher griffigem Rock versuchte, hat sie jetzt anscheinend ein neues Interesse entdeckt: Bier. Ob die Vorliebe für alkoholhaltige Brauereiprodukte eine neue Komponente im V8W-Bandgeschehen darstellt oder ob sie nur diesmal, wie bei den Frankfurter Pilsbierbarden TANKARD immer, zum Zentrum des Schaffens erhoben wurde, war bisher nicht zu ermitteln. Titel und Cover von „Got Beer?“ samt gut gefülltem Schanktisch und mit V8W-Schriftzug verzierter Speckplautze lassen einen dem güldenen Gerstensaft gewidmeten Liederzyklus erwarten. Das erschreckende Albumintro „Got Beer?“ von „Got Beer?“ erhärtet den Verdacht: ein Livemitschnitt aus einem Bierzelt einschließlich Stimmengewirr, Gläserklirren und Dicke-Backen-Musik, der dann in eine durchaus gruselige Ode auf’s Oktoberfest mündet. Bei „Bust In The Wind“ wird dann jedoch schnell klar, dass man in Offenbach zwar schrägen Humor pflegt, sich ansonsten aber auf bekanntem Terrain bewegt. Und das heißt schneller, punkiger Rock’n’Roll! Auch inhaltlich lassen die V8WANKERS nix anbrennen und behandeln die kleinen und großen Höhen und Tiefen des Lebens und untermalen diese mit ihrem ureigenen, an PSYCHOPUNCH und PETER PAN SPEEDROCK erinnernden Sound. Ergänzt wird dieser mit derbem ROSE TATTOO-Rock’n’Roll („Road Hog“, „Yeah She’s a Bitch“), herrlich twangenden- („Frankies Tiki Room“) und bei „All Goes Down The Drain“ sogar akustischen Slidegitarren. Ach ja, und teilweise auch mit etwas deplatzierten Frauenchören, u.a. bei „Yeah She’s a Bitch“. Mannomann, neben Mr. Vegas‘ kratzigem Organ klingt dieses Geträller ungefähr wie Vogelzwitschern neben einem V8-Block beim Burnout. Mit „Got Beer?“ kehrt die Band also zu den Wurzeln zurück, die sie zum Glück nie so richtig verlassen hat und präsentiert sich personell gestärkt und stilistisch sehr positiv erweitert.

Dass der Durst großes Thema bei V8W ist und diese nach einer Vielzahl testosteron- und oktaninspirierter Hymnen auf durstige Motoren und dicke Hupen jetzt mal über durstige Männer und dicke Bäuche singen und ob aus den V8WANKERS die V8DRINKERS wurden, stört vermutlich niemanden. Geile Platte, fette 15 Titel, großer Tipp! Wer’s nicht glaubt kann sich im Mai selbst überzeugen, denn dann sind die V8WANKERS in Deutschland unterwegs um „Got Beer?“ auch live vorzustellen. Hingehen, ansehen, rockeeeen!

 

 

25.04.2013

Der metal.de Serviervorschlag

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